Der expansive Iran: Pearl Harbor des Nahen Ostens

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Überlebende von Pearl Harbor und Veteranen des Zweiten Weltkriegs sowie Angehörige und Freunde gedenken am 80. Jahrestag des japanischen Angriffs auf den Militärstützpunkt in der Nähe von Honolulu am 7. Dezember 1941 der Opfer. Foto U.S. Navy/Kelby Sanders
Überlebende von Pearl Harbor und Veteranen des Zweiten Weltkriegs sowie Angehörige und Freunde gedenken am 80. Jahrestag des japanischen Angriffs auf den Militärstützpunkt in der Nähe von Honolulu am 7. Dezember 1941 der Opfer. Foto U.S. Navy/Kelby Sanders
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Am 7. Dezember gedachten die USA und seine Verbündeten an den 80. Jahrestag des Angriffs des kaiserlichen Japans auf die in Pearl Harbor (Hawaii) stationierte US-Pazifikflotte. Damals war Japan dabei, seine „Grossostasiatische Wohlstandssphäre“ aufzubauen.

von Dore Gold

Um das entstehende japanische Kaiserreich zu sichern, baute Tokio seine Streitkräfte und insbesondere seine Marine aus und konzentrierte seine Bemühungen auf die Mandschurei, Südostasien, Indonesien und die Philippinen. Der Schlüssel zur Sicherung seiner Positionen in Asien lag darin, die US-Militärpräsenz im Pazifik zu verdrängen und sich selbst zur unangefochtenen Hegemonialmacht in Asien zu machen.

Die in den späten 1930er Jahren in den USA vorherrschende diplomatische Doktrin war der Isolationismus. Dies ermutigte Tokio zweifellos zu dem Schluss, dass es selbst mit nur sechs Flugzeugträgern in der japanischen Marine möglich war, einen Rückzug der Amerikaner zu erzwingen. Die japanische Führung ging davon aus, dass der Angriff auf Pearl Harbor das Selbstvertrauen der Amerikaner so weit schwächen würde, dass sie sich davon nicht mehr erholen könnten.

Es ist wichtig, diese Geschichte heute wieder aufzugreifen, da die Islamische Republik Iran versucht, das US-Militär aus dem Nahen Osten zu vertreiben und die iranische Hegemonie über die gesamte Region durchzusetzen. In der Tat erklärte der Oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, während des Freitagsgebets am 17. Januar 2020, dass die wahre Strafe für Amerika darin bestehen werde, „sie aus der Region zu vertreiben“.

Teherans Plan begann sich schon bald nach dem Sturz des Schahs im Jahr 1979 zu entfalten. Der Iran wählte den Libanon als eines seiner ersten Testgebiete und entsandte sein Korps der Islamischen Revolutionsgarde in das Bekaa-Tal. Er setzte alles daran, das US-Marinekorps aus Beirut zu vertreiben, und nutzte dazu die Hisbollah, die schiitische Miliz, die er unter seinem Kommando aufbaute.

Die Iraner verfolgten eine andere militärische Taktik als das kaiserliche Japan. Schiitische Milizen wurden im gesamten Nahen Osten zu ihrem bevorzugten Instrument, sei es in den Khobar Towers in Saudi-Arabien, bei den Aufständen im Irak oder in Bahrain, dem Hauptquartier der US-Marinetruppen im Nahen Osten. Sie rekrutierten sogar Sunniten wie die Hamas und die Polisario in der Westsahara.

Der Iran setzte seine wachsende Kompetenz im Fliegen unbemannter Luftfahrzeuge ein, insbesondere im Jemen, und griff amerikanische Interessen in Saudi-Arabien und Syrien an. Aber die Idee, die dahinter steckt, bleibt dieselbe: die amerikanische Entschlossenheit zu schwächen und Washington zum Rückzug zu bewegen, damit der Iran die Region als sein Eigentum übernehmen kann.

Es ist durchaus machbar, dem Iran den Sieg zu streitig zu machen, von dem das Land glaubt, er sei zum Greifen nahe. In Teheran glaubt man, dass der Wind der Geschichte in seine Richtung weht. Pearl Harbor wurde in den folgenden Jahren von Experten als ein Versagen der Geheimdienste angesehen. Die Informationen, die Amerika brauchte, waren vorhanden. Vorurteile haben die Entscheidungsträger damals geblendet, so wie heute Vorurteile über den Iran das Urteilsvermögen der politischen Entscheidungsträger trüben.

Immerhin agieren die USA im Nahen Osten in einer breiten Koalition mit Grossbritannien, den arabischen Staaten und Israel. Der Iran mag imperiale Ambitionen haben. Aber wenn man dieses Mal aufeinander hört, wird sich Pearl Harbor nicht wiederholen.

Dore Gold ist der ehemalige israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen und der derzeitige Präsident des Jerusalem Center for Public Affairs. Dieser Artikel erschien zuerst in der Jerusalem Post am 9. Dezember 2021. Übersetzung Audiatur-Online.

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