Bericht: Antisemitisches „Grundrauschen“ begleitet Berliner Juden

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Mahnwache für Israel vor dem Bundeskanzleramt Deutschland, Berlin am 19.05.2021. Polizei spricht mit Gegendemonstrant. Foto IMAGO / Achille Abboud
Mahnwache für Israel vor dem Bundeskanzleramt Deutschland, Berlin am 19.05.2021. Polizei spricht mit Gegendemonstrant. Foto IMAGO / Achille Abboud
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Die Recherche und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) hat in Berlin für das erste Halbjahr 2021 insgesamt 522 antisemitische Vorfälle dokumentiert. Davon waren 12 Angriffe, 22 gezielte Sachbeschädigungen, 15 Bedrohungen, 447 Fälle verletzenden Verhaltens sowie 26 antisemitische Massenzuschriften, wie aus einem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Bericht hervorgeht. Im Schnitt wurden der Meldestelle demnach jeden Tag knapp drei antisemitische Vorfälle bekannt. Ein antisemitisches „Grundrauschen“ begleite konstant den Alltag Berliner Jüdinnen und Juden.

Mit 211 Vorfällen sei der Mai 2021 der Monat mit den meisten dokumentierten Fällen seit Beginn der systematischen Rias-Dokumentation in Berlin seit 2015 gewesen. Eine der Ursachen sei die erneute Eskalation im Nahostkonflikt gewesen. Im ersten Halbjahr 2021 wiesen demnach 164 Vorfälle einen solchen Bezug auf. Ausserdem seien 78 Vorfälle, darunter 20 Versammlungen, mit Bezug zur COVID-19-Pandemie registriert worden.

Der Berliner Rias-Projektleiter Benjamin Steinitz erklärte: „In der Hauptstadt sind in unterschiedlichsten politisch-weltanschaulichen Milieus Aktionspotenziale vorhanden, die jederzeit zur Mobilisierung von antisemitischem Hass auf Versammlungen aktiviert werden können.“ Anlass böten etwa Konfliktsituationen wie im Nahen Osten oder die Pandemie. „Dennoch gilt: Antisemitismus ist auch jenseits solcher Anlässe ein kontinuierliches Problem, welches sich in digitaler, verbaler, aber auch physischer Gewalt ausdrücken kann und so den Alltag von Juden und Jüdinnen prägt“, so Steinitz.

Der Ansprechpartner des Landes Berlin zu Antisemitismus, Samuel Salzborn, erklärte: „Wir müssen Gelegenheitsstrukturen für antisemitische Äusserungen und Taten auch im Vorfeld schon stärker im Blick haben, um antisemitische Hotspots gar nicht erst entstehen zu lassen.“

Ziel von Rias Berlin ist eine zivilgesellschaftliche Erfassung antisemitischer Vorfälle und die Vermittlung von Unterstützungsangeboten an die Betroffenen.

KNA/kws/nsc/joh

2 KOMMENTARE

  1. Wo sollen jüdische Deutsche auch hin, es sind Deutsche. Wir können natürlich eine deutsche Exil Gemeinde in London oder besser auf dem Mars gründen, ich lerne schon Mal, einen Shuttle zu fliegen. Ich denke, das liegt an der gesellschaftlichen Schmiere: Antisemitismus ist eine Schmiere für alle im linksgrünen und sozialdemokratischen millieu, im rechten Spektrum und der bürgerlichen Mitte. Besser als Konkurrenz zu Russland und China, besser als sich humanitär und moralisch besser zu fühlen…Grusel…allein die Medienhetze durch Deutschlandfunk und ZDF, schüttel…

  2. Man kann nur von einem fremdschämen sprechen wenn man das liest. Nazi Deutschland wird sich nie ändern. Antisemitismus wird hier immer bleiben. Es spricht von einer größe, dass sich überhaupt noch Juden in Deutschland aufhalten,im Land der Täter.

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