Umfrage: Bennett-Lapid-Regierung bei Israelis unbeliebt

Die derzeitige israelische Regierung ist zwar unpopulär, aber Neuwahlen würden nicht helfen und zu einem weiteren Stillstand führen.

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Naftali Bennett, Israels Ministerpräsident und Yair Lapid, stellvertretender Ministerpräsident und Ausenminister, nach der Vereidigung der 36. israelischen Regierung. Jerusalem am 13. Juni 2021. Foto Shalev Shalom/TPS
Naftali Bennett, Israels Ministerpräsident und Yair Lapid, stellvertretender Ministerpräsident und Ausenminister, nach der Vereidigung der 36. israelischen Regierung. Jerusalem am 13. Juni 2021. Foto Shalev Shalom/TPS
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Nächste Woche sind sechs Monate seit der Bildung der Bennett-Lapid-Regierung vergangen. Eine aktuelle Umfrage, die am Sonntag veröffentlicht wurde, ergab, dass die meisten Israelis die derzeitige Regierung nicht gut finden und stattdessen lieber die vorherige hätten.

Die von Sender Channel 12 veröffentlichte Umfrage zeigt jedoch auch, dass es nur sehr wenige Optionen gibt, da Neuwahlen den Stillstand fortsetzen würden, der zu vier Wahlen innerhalb von zwei Jahren geführt hat.

Fast doppelt so viele Israelis bevorzugen den ehemaligen Premierminister und Oppositionsführer Benjamin Netanjahu im Vergleich zu Premierminister Naftali Bennett oder dem stellvertretenden Premierminister Yair Lapid.

Von den Befragten gaben 45 Prozent an, dass sie lieber Netanjahu als Premierminister hätten, während nur 25 Prozent Bennett und 24 Prozent Lapid bevorzugten.

Es gibt in den israelischen Medien Spekulationen, dass Bennetts Unbeliebtheit im Moment auch darauf zurückzuführen ist, dass seine Frau mit den Kindern in den Urlaub geflogen ist, während sich das Land mit der Omicron-Variante von Covid herumschlägt.

Würden heute Wahlen stattfinden, bekäme die derzeitige Koalition 57 Sitze, ebenso die Koalition von Netanjahu. Die Gemeinsame Liste würde die restlichen sechs Sitze erhalten, was bedeutet, dass keine der Koalitionen für sich allein gewinnen könnte.

In der Umfrage wurde auch die Zustimmung zu den derzeitigen Ministern abgefragt, wobei Verteidigungsminister Benny Gantz die beste Bewertung erhielt: 55 Prozent waren mit seiner Gesamtleistung zufrieden, während 33 Prozent unzufrieden waren. Lapid erhielt 42 Prozent Zustimmung gegenüber 47 Prozent Ablehnung.

Demonstration gegen die Regierung Bennett-Lapid in Tel Aviv am 2. November 2021. Foto Eitan Elhadez-Barak/TPS

Bei der Frage, ob sie den Wechsel zwischen Bennett und Lapid, der im August 2023 stattfinden soll, befürworten oder nicht, waren die Israelis nahezu geteilter Meinung: 44 Prozent lehnten den Wechsel ab, 40 Prozent befürworteten ihn und 16 Prozent sagten, sie wüssten es nicht.

Der Umfrage von Channel 12 zufolge wäre der Likud mit 34 Sitzen die grösste Partei, gefolgt von der Mitte-Partei Jesch Atid von Aussenminister Yair Lapid mit 19 Sitzen.

Die ultraorthodoxe Shas-Partei und die blau-weisse Partei von Verteidigungsminister Benny Gantz würden jeweils neun Sitze erhalten, während die Mitte-Links-Partei Labour, die Haredi-Partei Vereinigtes Tora-Judentum und die extrem rechte Partei Religiöser Zionismus in der Umfrage jeweils sieben Sitze erhielten.

Die Jamina-Partei von Premierminister Naftali Bennett, das überwiegend arabische Bündnis Gemeinsame Liste und die rechtssäkulare Jisrael Beytenu erhielten bei der Wahl jeweils sechs Sitze. Die linke Meretz und die islamistische Ra’am erhielten jeweils fünf Sitze.

Die vom Meinungsforschungsinstitut Manu Geva durchgeführte Umfrage umfasste 509 Befragte und weist eine Fehlerquote von 4,4 Prozent auf.

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