Antisemitismus-Vorwürfe gegen Mitarbeitende der Deutschen Welle

0
DW-Schürmann-Bau, Kurt-Schumacher-Straße 3, Bonn. Foto Eckhard Henkel / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 DE, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25710404
DW-Schürmann-Bau, Kurt-Schumacher-Straße 3, Bonn. Foto Eckhard Henkel / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 DE, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25710404
Lesezeit: 2 Minuten

Die Deutsche Welle (DW) geht Antisemitismus-Vorwürfen gegen einige Mitarbeitende ihrer Arabisch-Redaktion sowie freie Mitarbeitende im Ausland nach. Die am Dienstag in der „Süddeutschen Zeitung“ erhobenen Vorwürfe würden „eingehend geprüft“, hiess es in einer Stellungnahme des öffentlich-rechtlichen Auslandssenders.

Intendant Peter Limbourg habe angeordnet, umgehend eine unabhängige externe Untersuchung zu beauftragen. Diese werde sich mit den im Artikel zitierten Äusserungen von DW-Mitarbeitenden in anderen Publikationen und ihren privaten Profilen in den Sozialen Medien befassen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, werde man „umgehend Konsequenzen ziehen“.

In dem Artikel der „Süddeutschen“ wird mehreren festen und freien Mitarbeitenden der Deutschen Welle und einem Trainer der DW-Akademie vorgeworfen, sich in Sozialen Medien oder anderen Publikationen offen antiisraelisch oder antisemitisch geäussert zu haben. Auch sollen manche den Holocaust geleugnet haben. Die Anschuldigungen betreffen zum Teil die Zeit vor der jeweiligen Tätigkeit beim Sender, zum Teil aber auch die Zeit bei der Deutschen Welle. Dem Sender wird vorgeworfen, mitunter nicht genau genug hingesehen oder zu wenig Konsequenzen gezogen zu haben. 

Manche der Beschuldigten verteidigen sich in dem Artikel, einer äussert auch Bedauern, andere hätten nicht auf Anfragen geantwortet, so die Zeitung. DW-Sprecher Christoph Jumpelt verweist in einem Fall darauf, dass Äusserungen „aus dem Kontext genommen“ seien, aber „arbeitsrechtliche Konsequenzen“ gehabt hätten. Der betroffene Mitarbeiter beachte „gemäss seiner Versicherung und unserer Kenntnis nach“ auch in privaten Kommentaren in den Sozialen Medien die Grundsätze, für welche die DW stehe. In einem anderen Fall sei eine Nebentätigkeit eines Mitarbeiters genehmigt gewesen, eine Einordnung der politischen Ausrichtung der entsprechenden Publikation wollte der Sender dem Bericht zufolge aber nicht kommentieren.

Der Rundfunkrat und der Verwaltungsrat der Deutschen Welle (DW) begrüssen die angekündigte Untersuchung zu Antisemitismus-Vorwürfen gegen Mitarbeitende. „Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung haben in der DW keinen Raum“, heisst es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung der Vorsitzenden des Rundfunkrats und des Verwaltungsrats der DW, Karl Jüsten und Peter Clever. „Die DW bekennt sich eindeutig zum Existenzrecht Israels, das für die Bekämpfung des Antisemitismus zentrale Bedeutung hat.“

Sollten sich die in dieser Woche bekanntgewordenen Vorwürfe gegen Mitarbeitende der Arabisch-Redaktion sowie gegen freie Mitarbeiter im Ausland erhärten, müssten Konsequenzen folgen, heisst es weiter. Die DW habe ein klares Regelwerk für ihre Inhalte wie für das Verhalten ihrer Mitarbeitenden in privaten Kanälen in den Sozialen Medien. Die Geschäftsleitung habe zudem alle Mitarbeitenden dazu verpflichtet, sich gegen Antisemitismus stellen, der auch in der Form von Israel-Hass zum Ausdruck komme.

KNA/alr/gbo

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.