Wochenkommentar von Giuseppe Gracia: Atomgespräche in Wien und das Versprechen Israel zu vernichten

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Sitzung des Gemischten Ausschusses für den Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan (JCPOA) in Wien am 29.11.2021. Foto IMAGO / Xinhua
Sitzung des Gemischten Ausschusses für den Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan (JCPOA) in Wien am 29.11.2021. Foto IMAGO / Xinhua
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Die Verhandlungen über eine Rückkehr zum sogenannten Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) aus dem Jahr 2015, aus dem der ehemalige US-Präsident Donald Trump 2018 ausgestiegen war – sind am Montag in Wien mit grossem Tamtam wieder aufgenommen worden. Da für die Wiener Gespräche keine strenge Frist gesetzt wurde, sind israelische Offizielle besorgt, dass sie sich über Wochen und sogar Monate hinziehen könnten, während der Iran weiterhin Uran anreichert.

Die Islamische Republik Iran hat deutlich gemacht, dass ein Abkommen nur dann diskutiert, geschweige denn erreicht werden kann, wenn alle Sanktionen aufgehoben werden. Ausserdem hat der Iran seine Doppelzüngigkeit an den Tag gelegt, indem er einerseits mit seinen Fortschritten bei der Urananreicherung geprahlt und andererseits darauf bestanden hat, dass sein Atomprogramm friedlichen Zwecken dient.

Teheran hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass es die Zerstörung der Vereinigten Staaten (des „Grossen Satans“) und Israels (des „Kleinen Satans“) anstrebt. Ein Interview des obersten iranischen Armeesprechers, Brigadegeneral Abolfazl Shekarchi am Samstag – nur 48 Stunden vor dem Beginn des Treffens in Österreich – ist daher umso relevanter und abschreckender. Gegenüber der vom Regime kontrollierten Iran Students News Agency (ISNA) erklärte Shekarchi, die Vernichtung Israels sei das „grösste Ideal seines Landes und das grösste Ziel, das wir verfolgen“, berichtet Benjamin Weinthal in der Jerusalem Post. Ein Kommentar zu den laufenden Verhandlungen von Giuseppe Gracia:

Über Giuseppe Gracia

Giuseppe Gracia (54) ist Schriftsteller, Publizist und Kommunikationsberater. Sein neuer Roman „Glorias Finale“ ist erschienen bei Nagel & Kimche, Zürich

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1 KOMMENTAR

  1. Momentan schaut es schlecht für die Israelis aus.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass China oder Russland, traditionäle Iran Freunde, wollen, dass der Iran
    an Atomwaffen kommt.
    Israel sollte statt mit den USA vermehrt Gespräche mit China und Russland führen und sie versuchen zu überzeugen, dass sie es gut wäre jetzt zu handeln bevor es zu spät ist.

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