Das verschlungene Netzwerk des Hisbollah-Drogenkartells

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Symbolbild. Eine Wand mit Bildern von Hisbollah-
Symbolbild. Eine Wand mit Bildern von Hisbollah-"Märtyrern" am Montag, 17. Mai 2021, im Vorort Haret Hreik südlich von Beirut, Libanon. Foto IMAGO / ZUMA Wire
Lesezeit: 3 Minuten

Diese Woche veröffentlichte das Alma Research and Education Center eine Studie über die Drogenindustrie des Iran und der Hisbollah im Süden Syriens. Oberstleutnant (a.D.) Sarit Zehavi, Gründerin und CEO von Alma, fasst die wichtigsten Eckpunkte der Studie zusammen:

Die radikale schiitische Achse arbeitet unermüdlich daran, ihre Offensivkraft von Syrien und Libanon aus zu stärken und auszubauen. Die Iraner arbeiten über ihre Quds-Einheit eng mit schiitischen Milizen und der Hisbollah zusammen, um moderne Kriegswaffen auf syrischem und libanesischem Boden zu stationieren. Präzisionsgelenkte Boden-Boden-Raketen, Marschflugkörper und Drohnen bilden ein Waffenarsenal, das für die Feinde der schiitischen Achse eine zunehmende Herausforderung darstellt.

Im Arsenal der schiitischen Kräfte gibt es noch eine weitere Waffe, und zwar die „Waffe“ der Drogen. Drogen sind in jeder Hinsicht eine wirksame Waffe, von der die Hisbollah und die anderen Stellvertreter der Achse in dreierlei Hinsicht profitieren: erstens als direkte Waffe gegen die Bevölkerung feindlicher Länder und gegen eine lokale feindliche Bevölkerung. Zweitens als wirtschaftliche Einnahmequelle und drittens als Plattform, die terroristische Aktivitäten in den Zielländern unterstützt (der Waffenschmuggel basiert auf Drogenschmuggelrouten und die Drogen selbst sind ein wirtschaftlicher Anreiz und ein Ersatz für Geld).

In letzter Zeit gab es zahlreiche Veröffentlichungen (einige ausführlicher als andere) über die florierende Drogenherstellung und den Drogenschmuggel in Syrien. Eine Industrie, die unter der Schirmherrschaft des syrischen Regimes, der radikalen schiitischen Allianz im Allgemeinen und der Hisbollah im Besonderen operiert. Manchmal finden die Produktionsprozesse im Libanon statt, und das syrische Hoheitsgebiet ist nur eine geografische Plattform für den Schmuggel, und manchmal ist das syrische Hoheitsgebiet sowohl eine Produktions- als auch eine Schmuggelbasis.

Die Rohstoffe kommen jedenfalls meist aus dem libanesischen Bekaa-Gebiet nahe der syrischen Grenze und manchmal sogar aus dem Iran selbst über den Irak.

Grenzübergänge für den Schmuggel von Syrien nach Jordanien. Foto Alma

Nach den zahlreichen Veröffentlichungen zu diesem Thema haben wir beschlossen, uns auf die Erforschung der Drogenindustrie des Iran und der Hisbollah in Südsyrien zu konzentrieren. Das Gebiet Südsyriens, das an Israel und Jordanien grenzt, ist eine exklusive geografische Basis für den Drogenschmuggel auf dem Landweg nach Jordanien und von dort nach Saudi-Arabien, in die Golfregion und sogar nach Israel. Einige der Drogen setzen ihren Weg sogar in den Fernen Osten, nach Afrika und nach Europa fort.

Im Mittelpunkt unserer Studie stand u. a. die geografische Schnittstelle zwischen dem Libanon und Südsyrien. Diese spiegelt sich in einem Landschmuggelkorridor wider, der eine Reihe spezifischer Schmuggelrouten, Produktionsstätten in Südsyrien, Dutzende von libanesischen und syrischen Persönlichkeiten, die mit der südsyrischen Drogenindustrie in Verbindung stehen, syrische Transportunternehmen und unterirdische Strassen (Tunnel) umfasst.

Hochrangige Hisbollah-Vertreter und schiitische „Geistliche“ haben sich gegen die „Drogenplage“ ausgesprochen und auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Drogen zu verurteilen, um die Zivilgesellschaft zu schützen. Hassan Nasrallah selbst hat sich mehrfach zur Drogenproblematik geäussert.

Trotz der Erklärungen ihrer führenden Vertreter geht die Hisbollah nicht wirklich gegen die Drogenindustrie vor. Die Drogenindustrie ist ein integraler Bestandteil der weltweiten Aktivitäten der Hisbollah und eine ihrer wichtigsten Einnahmequellen.

Den vollständigen Bericht herunterladen (PDF, englisch).

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