Sonderheft über jüdische Fussballer von „11 Freunde“ und DFB

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"Der FC Bayern und ich gehören nun einmal zusammen" - Choreographie für den ehemaligen Präsident Kurt Landauer. Foto IMAGO / MIS
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Das Fussballmagazin „11 Freunde“ bietet ab sofort ein Sonderheft über das Schicksal jüdischer Fussballer in Deutschland zum kostenlosen Download an. Im Vorwort heisst es: „Am 9.11.1938 brannten in Deutschland die Synagogen. Und auch im deutschen Fussball wurden Menschen vertrieben, verfolgt und ermordet.“ Daher widme sich das Heft ​“Verlorene Helden“ den „jüdischen Spielern, die dem Wahnsinn zum Opfer fielen“.

Seit 1933 hätten Tausende jüdische Spieler Ausgrenzungen und Anfeindungen erlitten: „Dabei hatten viele von ihnen sich in ihren Klubs über viele Jahre engagiert, hatten mitgeholfen, Deutsche Meisterschaften zu gewinnen, waren Nationalspieler oder sogar Gründungsmitglieder grosser Vereine wie FC Bayern München, Eintracht Frankfurt oder 1. FC Nürnberg gewesen.“

Die Vertreibung der Juden aus dem Sport sei die Geschichte eines grossen Verlustes, der jahrzehntelang fast vergessen gewesen sei. Das habe sich erst in den letzten 20 Jahren durch engagierte Forscher und Fan-Initiativen allmählich geändert. Deshalb hätten sich das Magazin „11 Freunde“ und die Kulturstiftung des Deutschen Fussballbundes DFB vor vier Jahren entschlossen, erstmals einen Überblick über die Lebensläufe von Juden im deutschen Fussball zu geben.

Screenshot aus dem Fussballmagazin „11 Freunde“ Sonderheft über das Schicksal jüdischer Fussballer in Deutschland.

Für das Heft haben die Sporthistoriker Lorenz Peiffer und Henry Wahlig von der Uni Hannover die Biografien von 192 jüdischen Fussballern zusammengetragen, die Opfer der NS-Verfolgung waren. Diese Übersicht könne nicht vollständig sein und solle dazu anregen, „weitere Nachforschungen anzustellen, mit Zeitzeugen zu sprechen und dazu beizutragen, die jüdische Geschichte des deutschen Fussballs fortzuschreiben“.

KNA/gbo/cas

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