Kardinal posthum als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt

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Ehrendoktorwürde für Kardinal Tisserant in Nijmegen am 8 Juli 1952. Foto Nationaal Archief http://proxy.handle.net/10648/a8fcb650-d0b4-102d-bcf8-003048976d84, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65061599
Ehrendoktorwürde für Kardinal Tisserant in Nijmegen am 8 Juli 1952. Foto Nationaal Archief http://proxy.handle.net/10648/a8fcb650-d0b4-102d-bcf8-003048976d84, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65061599
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KNA/akr/jps

Der französische Kurienkardinal Eugene Tisserant (1884-1972) wird posthum von Israel als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. Ebenfalls geehrt werden der an der Rettung eines jüdischen Jugendlichen beteiligte französische Geistliche Andre Bouquin sowie der französische Diplomat Francois De Vial, wie die Jerusalemer Holocaustgedenkstätte Yad Vashem mitteilte. Die von Yad Vashem vergebene Ehrung als „Gerechter unter den Völkern“ ist die höchste Auszeichnung des Landes für Nicht-Juden.

Tisserant begann laut Mitteilung sein Engagement für das jüdische Volk am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Unter anderem verlieh er eine Ehrenmedaille der Kongregation der Ostkirchen an den 1939 aufgrund der in Italien erlassenen Rassengesetze entlassenen Leiter eines jüdischen Krankenhauses in Rom, Guido Mendes, und setzte sich später für Einwanderungsbescheinigungen für dessen Familie ein. Mehreren jüdischen Gelehrten half der Kardinal bei der Ausreise nach Brasilien und in die USA. 

Ferner versteckte Tisserant mehrere Juden in seiner Privatwohnung sowie in einem Kloster im Vatikan. Dabei erhielt er demnach Hilfe von De Vial und Bouquin.

Tisserant korrespondierte auch mit Kardinal Maglione, dem Staatssekretär des Vatikans, um ein brasilianisches Visum für Rabbiner Dr. Nathan Cassuto zu erhalten. Darüber hinaus unterstützte er Giorgio Levi Della Vida bei der Übersiedlung in die USA, wo er Professor an der Universität von Pennsylvania wurde, und Prof. Aron Friedman bei der Suche nach einer Stelle in den USA im Jahr 1938. 1939 drückte Tisserant gegenüber Dr. Jacob Hess seine Solidarität gegen die „ungerechte Verfolgung“ der Juden aus.

Eine Zeremonie für die Geehrten wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Seit ihrer Gründung hat die Holocaustgedenkstätte nach eigenen Angaben rund 28.000 Personen aus rund 50 Ländern als „Gerechte unter den Völkern“ anerkannt.

KNA/akr/jps/Aud


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