Israelische Hilfsorganisation holt gefährdete Afghanen aus dem von den Taliban beherrschten Land

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Afghanische Frauen verlassen das Flugzeug. Foto Boaz Arad/IsraAID
Afghanische Frauen verlassen das Flugzeug. Foto Boaz Arad/IsraAID
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Israelische Freiwillige und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen haben in einer komplexen und geheimen Aktion Anfang des Monats 125 Afghanen gerettet, die von der Vergeltung der Taliban bedroht waren.

von Nicky Blackburn, ISRAEL21c

Die afghanischen Frauen und Männer, darunter Richter, Menschenrechtsaktivisten, Journalisten, Fernsehmoderatoren, Wissenschaftler, Künstler, Diplomaten, Artisten und sogar Radrennfahrer, kamen am 2. Oktober in Albanien an, nachdem sie aus Afghanistan in ein Nachbarland evakuiert worden waren.

Die Operation dauerte mehrere Wochen und war eine gemeinsame Anstrengung der Regierungen der Vereinigten Arabischen Emirate und Albaniens, von Freiwilligen und Spendern wie dem Geschäftsmann und Philanthropen Sylvan Adams.

Die Aktion wurde von der gemeinnützigen israelischen humanitären Hilfsorganisation IsraAID unterstützt, die bei Naturkatastrophen und von Menschen verursachten Krisen in der ganzen Welt Katastrophenhilfe leistet. Dies war die zweite Evakuierung gefährdeter Menschen aus Afghanistan, die von der Gruppe koordiniert wurde, seit die Taliban am 15. August Kabul eroberten und die Kontrolle über das von Unruhen geplagte Land übernahmen.

Am 6. September wurden 42 Frauen, Mädchen und Familienangehörige aus dem Land in die Vereinigten Arabischen Emirate ausgeflogen.

Der Geschäftsführer von IsraAID, Yotam Polizer, der an der Mission teilnahm, sagte, die letzten Wochen der Verhandlungen seien intensiv und schwierig gewesen, und die Situation habe sich ständig verändert, da fast täglich neue Pläne gemacht worden seien.

„Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, den Evakuierten alles zu geben was sie brauchen, damit sie sich ein neues Leben aufbauen können“, sagte er. „Wir sind entschlossen, diese beiden Gruppen langfristig zu unterstützen.“ erklärte Polizer gegenüber israelischen Medien.

„Bei dieser Operation, bei der wir diese afghanischen Frauen herausgeholt und umgesiedelt haben, haben wir einfach das uralte jüdische Gebot ‚Tikkun Olam‘ praktiziert, was so viel bedeutet wie ‚Verbesserung der Welt'“, sagte der israelisch-kanadische Adams.

Die evakuierten Menschen gelten unter der brutalen und gewalttätigen Herrschaft der Taliban als besonders schutzbedürftig, und viele der Frauen und Mädchen waren in der Zeit vor den Taliban Symbole für weibliche Emanzipation und Führungsstärke in Afghanistan.

Nach ihrer Flucht aus dem Land wurde ihnen eine sichere Ausreise über ein Nachbarland in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Albanien gewährt, bevor sie langfristig in Länder wie Kanada, Frankreich und die Schweiz umgesiedelt werden.

Gerettete Afghanen im Flugzeug, das sie in Sicherheit bringt. Foto Boaz Arad/IsraAID

IsraAID hat auch eine erste Hilfsmission nach Albanien gestartet, wo sich die 125 Evakuierten zu den mehr als 1.000 afghanischen Flüchtlingen gesellen, die sich derzeit im Land befinden. Das IsraAID-Team wird den Zugang zu wichtigen Dienstleistungen prüfen und plant, den afghanischen Flüchtlingen während ihres Aufenthalts in Albanien fortlaufend Hilfe zu leisten.

Die Initiative zur Rettung der afghanischen Staatsangehörigen ging von der israelischen Journalistin Danna Harman aus, die eine Gruppe von Freunden um sich scharte, um die afghanischen Menschen zu retten.

„Wenn es einen Lichtblick in der Geschichte der jüngsten Krise in Afghanistan gibt, dann ist es die Tatsache, dass viele normale Menschen, Afghanen und solche, denen Afghanistan am Herzen liegt, zusammenkamen, um auf die Hilferufe zu reagieren“, sagte Harman.

„Niemand von uns weiss, wie das Leben in Afghanistan jetzt aussehen wird, und es steht uns nicht zu, darüber zu urteilen, wer sich in grösserer oder geringerer Gefahr befindet. Aber ich glaube, dass es uns allen obliegt, die Hilferufe der Menschen zu hören und zu respektieren und ihnen, wenn wir können, die Hand zu reichen, um zu helfen.“

Weitere Beteiligte an der Rettungsaktion waren die internationale Nichtregierungsorganisation Team Humanity, eine anonyme Familienstiftung, der Vorsitzende des Euro Asian Jewish Congress Aaron G. Frenkel, der Ehrenpräsident des Euro Asian Jewish Congress Alexander Mashkevich, das Centre for Israel and Jewish Affairs, der Präsident der Vereinigung Cycliste Internationale, David Lappartient, und Len Blavatnik.

„Wir möchten den Regierungen Albaniens und der Vereinigten Arabischen Emirate für ihre Gastfreundschaft und ihre Bereitschaft danken, diesen schutzbedürftigen Menschen eine sichere Ausreise aus Afghanistan zu ermöglichen, sowie den Regierungen weltweit, die ihnen bei der Neuansiedlung Vorrang eingeräumt haben“, sagte Polizer.

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