Richter setzt Gebetsverbot für Juden auf dem Tempelberg wieder in Kraft, Hamas feiert

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Juden auf dem Tempelberg. Foto Netanel Krakover/TPS
Juden auf dem Tempelberg. Foto Netanel Krakover/TPS
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Ein israelisches Gericht hat am Freitagabend das Urteil einer Vorinstanz aufgehoben, wonach Juden auf dem Jerusalemer Tempelberg beten dürfen, so lange das Gebet still verläuft und nicht gegen Polizeiverordnungen verstösst. Der Minister für öffentliche Sicherheit, Omer Bar-Lev, hatte zuvor gewarnt, einseitige Schritte an den religiös sensiblen Ort könnten Gewalt aufflammen lassen, wie israelische Medien berichteten.

Die arabische Welt hatte am Donnerstag mit scharfer Kritik auf das Urteil des Jerusalemer Bezirksgerichts reagiert. Es sei „eine sehr gefährliche Entscheidung, eine neue Aggression gegen die Al-Aksa-Moschee und eine flagrante Verletzung des Völkerrechts“, erklärte etwa der oberste islamische Richter Palästinas, Mahmud Habbasch, in Ramallah. Die Terrororganisation Hamas bezeichnete das Urteil als „klare Kriegserklärung“ und „unverhohlene Aggression“. Sie rief die arabische und muslimische Welt dazu auf, sich an der „Verteidigung“ der Stätte zu beteiligen.

Am Freitag trafen Tausende von Palästinensern zum Morgengebet auf dem Tempelberg ein und nutzten die Gelegenheit für einen massiven wütenden Protest.

Abdul Rahman Younes, ein Kolumnist der Hamas-Publikation Felesteen News, veröffentlichte am Freitag einen Artikel, in dem er das Gerichtsurteil als Sieg der Hamas bezeichnete.

In dem Verfahren vor dem Bezirksgericht ging es um einen jüdischen Tempelbergbesucher, der an Jom Kippur von der Polizei mit einem 15-tägigen Besuchsverbot belegt wurde. Die zuständige Richterin entschied, dass der Mann weder gegen das Gesetz noch gegen Anweisungen verstossen habe, da er allein und in einer Weise gebetet habe, die nach aussen nicht erkennbar gewesen sei. Ferner wies sie die Darstellung der Polizei zurück, der Mann habe mit seinem stillen Gebet eine Gefahr dargestellt.

KNA/brg/cas/Aud

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