2.700 Jahre alte Toilette in Jerusalem entdeckt

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Der Archäologe der Israelischen Antikenbehörde Yaakov Billig am Fundort der Toilette. Foto Yoli Schwartz/IAA
Der Archäologe der Israelischen Antikenbehörde Yaakov Billig am Fundort der Toilette. Foto Yoli Schwartz/IAA
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Archäologen der israelischen Antikenbehörde (IAA) haben bei Grabungen im Jerusalemer Südosten eine 2.700 Jahre alte Toilette gefunden. „Eine private Toilettenkabine war in der Antike sehr selten“, betonte der Jerusalemer Bezirksleiter der israelischen Antikenbehörde, Jakob Billig, laut Mitteilung von Dienstag. Die wenigen bisherigen Funde stammten mehrheitlich aus der sogenannten Davidsstadt südlich der Jerusalemer Altstadt.

In den Überresten eines herrschaftlichen Anwesens fanden die Forscher den Angaben zufolge ein Badezimmer, das aus einer rechteckigen Kabine mit einer aus Kalkstein geschnittenen Toilette über einem tief eingegrabenen Abwassertank bestand. In der Klärgrube hätten sich eine grosse Menge an Keramiken aus der Zeit des Ersten Tempels sowie Tierknochen befunden. Aus einer Untersuchung der Funde einschliesslich der Erdauffüllungen erhoffen sich die Forscher laut Mitteilung Aufschlüsse über die Lebens- und Ernährungsweise sowie über antike Krankheiten.

„Es ist faszinierend zu sehen, wie etwas, das für uns heute selbstverständlich ist, wie Toiletten, während der Herrschaft der Könige von Juda ein Luxusgut war“, sagte Eli Eskosido, Direktor der Israelischen Antikenbehörde. „Jerusalem versetzt uns immer wieder in Erstaunen“.

In der Klärgrube unter der Toilette wurden auch eine Reihe von Keramikscherben und Tierknochen entdeckt, die uns möglicherweise „etwas über die Lebens- und Ernährungsweise der Menschen des Ersten Tempels sowie über frühere Krankheiten lehren könnten“, so das IAA.

Ferner wurden bei den Grabungen Architekturelemente gefunden, darunter Steinkapitelle in einem für die Zeit des ersten Tempels typischen Stil sowie kleine Säulen, die als Geländer für Fenster dienten. Die Archäologen entdeckten zudem Hinweise auf einen Garten mit Zierbäumen, Obstbäumen und Wasserpflanzen. Dies deutet nach Einschätzung der Forscher auf ein weitläufiges und üppiges Anwesen hin. Die Funde sollen laut IAA am Mittwoch an einer Konferenz in Jerusalem sowie online vorgestellt werden.

KNA/akr/iki/Aud

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