Europäische Rabbiner verurteilen Angriff auf Juden in Hamburg

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Mahnwache für Israel vor dem Bundeskanzleramt Deutschland, Berlin am 19.05.2021. Polizei spricht mit Gegendemonstrant. Foto IMAGO / Achille Abboud
Mahnwache für Israel vor dem Bundeskanzleramt Deutschland, Berlin am 19.05.2021. Polizei spricht mit Gegendemonstrant. Foto IMAGO / Achille Abboud
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Die Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER) hat Gewalt gegen Juden auf offener Strasse als „zutiefst“ schockierend bezeichnet. Dies dürfe nicht zur Normalität werden, erklärte CER-Generalsekretär Gady Gronich am Mittwoch in München. Anlass ist die jüngste Attacke auf einen 60 Jahre alten Juden in Hamburg, der bei einer Mahnwache für Israel und gegen Antisemitismus teilnahm. „Unsere Gedanken und Gebete sind bei dem schwer verletzten Opfer, und wir wünschen ihm eine schnelle Genesung.“

In der Stellungnahme heisst es weiter: „Man muss es klar beim Namen nennen: Es gibt nicht nur Antisemitismus und Hass auf Juden von links oder rechts, sondern wir haben hierzulande auch ein zunehmendes Problem mit muslimischem Antisemitismus, der sich aus einem falschen Narrativ des Nahostkonflikts und einem falschem Solidaritätsverständnis für die alles andere als friedliche palästinensische Sache speist.“

Die Konferenz erwarte künftig, dass die deutsche Justiz einem solchen Treiben auf den Strassen mit Null-Toleranz begegne. Auch Imame in muslimischen Gemeinden sollten klar und deutlich für ein Mehr an Frieden und Toleranz eintreten, „um dieses toxische Narrativ zu durchbrechen“.

Die CER vertritt nach eigenen Angaben rund 1.000 Rabbiner von Dublin bis Wladiwostok und damit die grössten jüdischen Gemeinden Europas. Sie tritt für die religiösen Rechte der Juden in Europa ein und engagiert sich für Religionsfreiheit und interreligiösen Dialog mit Muslimen und Christen, um so einer wachsenden Radikalisierung in Politik und Gesellschaft entgegenzutreten. Präsident der CER ist seit 2011 der Oberrabbiner von Moskau, Pinchas Goldschmidt.

KNA/baj/lwi

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