Israelische Sicherheitskräfte erhöhen Alarmbereitschaft

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Jerusalem, 13. September 2021, Foto Shalev Shalom/TPS
Jerusalem, 13. September 2021, Foto Shalev Shalom/TPS
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Die israelischen Sicherheitskräfte erhöhen nach mehreren Terroranschlägen und im Vorfeld einer möglichen Eskalation, und weiterer Operationen gegen die Hamas im Gazastreifen landesweit die Alarmbereitschaft.

von Aryeh Savir/TPS

Die israelische Polizei hat 2000 Polizisten nach Jerusalem entsandt, nachdem am Montag ein Terrorist in der Nähe des zentralen Busbahnhofs der Stadt zwei Israelis niedergestochen und mittelschwer verletzt hatte.

Der Einsatz von Sicherheitskräften, darunter auch Mitarbeiter des Inlandgeheimdienstes Shin Bet, führte am Montag zur Vereitelung eines „grossen“ Terroranschlags, heisst es aus Kreisen der israelischen Sicherheitskräfte.

Die israelischen Streitkräfte suchen immer noch nach den letzten beiden der sechs Terroristen, die vor über einer Woche aus dem Gilboa-Gefängnis geflohen sind. Die israelischen Behörden gehen davon aus, dass ihre Ergreifung oder Tötung während der Fahndung zu einer Eskalation der Raketenangriffe des Islamischen Dschihad auf Israel aus dem Gazastreifen führen wird.

Nach drei Nächten mit Raketenangriffen aus dem Gazastreifen blieb es am Montagabend an der israelischen Grenze ruhig.

Die für den Gazastreifen zuständige IDF-Division ist jedoch in höchster Alarmbereitschaft, und hochrangige Offiziere werden mit der Aussage zitiert, dass die Frage nach einer weiteren Operation im Gazastreifen nicht eine Frage des Ob, sondern des Wann ist.

Ägypten hat Berichten zufolge der Hamas nach dem Treffen von Premierminister Naftali Bennett mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah Al-Sisi am Montagabend mitgeteilt, dass Israel eine weitere gross angelegte Operation im Gazastreifen starten wird, wenn der Raketenbeschuss Israels aus dem Gazastreifen nicht aufhört.

Der Knessetabgeordnete Ram Ben Barak, Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung im Parlament, warnte am Montag, dass ein weiterer bewaffneter Konflikt mit dem Gazastreifen bevorstehe.

Der israelische Analyst Yoni Ben Menachem vom Jerusalem Center for Public Affairs (JCPA) erklärte, es gebe mehrere Gründe für die explosive Atmosphäre.

In den Strassen in den palästinensischen Autonomiegebieten herrsche offenbar Wut und Frustration darüber, dass es den israelischen Sicherheitskräften gelungen ist, vier der sechs aus dem Gilboa-Gefängnis geflohenen Terroristen festzunehmen.

Ebenso empört sich die Palästinensische Autonomiebehörde über die Sanktionen, die die israelische Strafvollzugsbehörde nach dem Ausbruch gegen Gefangene des Islamischen Dschihad verhängt hat.

Die Hamas ist verärgert über die von Israel verhängten Beschränkungen für die Einfuhr von Geldern aus Katar in den Gazastreifen. Am Montag wurde ein Drittel der für arme Familien im Gazastreifen bestimmten Gelder über Debitkarten und einen Mechanismus der Vereinten Nationen überwiesen. Die Gelder, die die Hamas für ihre 27.000 Funktionäre fordert, sind immer noch ein Streitpunkt mit Israel.

Schliesslich ist man im Gazastreifen verärgert über die Verzögerungen beim Wiederaufbau nach der Operation «Wächter der Mauern» im Mai. Israel fordert die Freilassung von zwei Israelis und zwei von der Hamas festgehaltenen IDF-Soldaten sowie einen langfristigen Waffenstillstand als Gegenleistung für die Sanierung des Gazastreifens.

Ein letzter Punkt, den es zu berücksichtigen gilt, sind die Hohen Feiertage, die in Israel derzeit stattfinden. Die Feiertage des Monats Tishrei führten in der Vergangenheit zu einer Zunahme des religiösen Eifers von Muslimen, was wiederum zu Gewalt führte.

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