Hohe EU-Funktionärin: «Palästinensische Schulbücher haben äusserst problematische Inhalte“

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Palästinensische Schüler, in einem Klassenzimmer, in einer Schule, die vom Hilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) in Gaza-Stadt betrieben wird. 3. November 2020. Foto IMAGO / ZUMA Wire
Palästinensische Schüler, in einem Klassenzimmer, in einer Schule, die vom Hilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) in Gaza-Stadt betrieben wird. 3. November 2020. Foto IMAGO / ZUMA Wire
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Eine hochrangige Funktionärin der Europäischen Union hat die Schulbücher der Palästinensischen Autonomiebehörde als „äusserst problematisch“ bezeichnet, nachdem eine neuerliche Studie ergeben hat, dass in den Lehrbüchern antisemitische Inhalte verbreitet, Gewalt gegen Zivilisten verherrlicht und Israel von den Karten der Region gestrichen wird.

Bei einem Treffen der Arbeitsgruppe gegen Antisemitismus des EU-Parlaments sagte die amtierende Direktorin der EU-Kommission, Henrike Trautmann: „Es ist ganz klar, dass die Studie sehr problematische Inhalte aufzeigt.“

Sie erklärte, dass „Änderungen des Lehrplans unerlässlich sind“ und dass „die vollständige Übereinstimmung des gesamten Lehrmaterials mit den UNESCO-Standards für Frieden, Toleranz, Koexistenz und Gewaltlosigkeit sichergestellt werden muss, ebenso wie jeder Hinweis auf antisemitischen Charakter … angegangen und entfernt werden muss.“

Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Nicola Beer, erklärte: „Es schmerzt uns, wenn wir über solche Schulbuchinhalte lesen, die nur dank einer Bildungsinfrastruktur existieren, welche die Europäische Union zusammen mit anderen Gebern der Palästinensischen Autonomiebehörde ermöglicht.“

Der Haushaltsausschuss des EU-Parlaments wird sich in diesem Monat mit den Haushaltszuweisungen befassen, und es wurden mehrere Vorschläge unterbreitet, die Hilfe für die Palästinensische Autonomiebehörde einzufrieren, wenn die Schulbücher nicht geändert werden.

Marcus Sheff, Geschäftsführer der Organisation IMPACT-se, die palästinensische Bildungsmaterialien untersucht, kommentierte in den israelischen Medien: „Diese Erklärung einer hochrangigen EU- Funktionärin, dass die von der EU unterstützten Schulbücher im palästinensischen Bildungssektor Kinder nicht weiterhin zu Hass und Gewalt aufstacheln dürfen, ist besonders wichtig, da sie nur wenige Wochen vor der Debatte im Parlament über ein mögliches Einfrieren von Finanzmitteln für die Palästinensische Autonomiebehörde kommt, solange keine Änderungen vorgenommen werden.“

Die EU-Studie wurde vom Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) durchgeführt und analysierte 156 Schulbücher und 16 Lehrerhandbücher, die zwischen 2017 und 2019 vom palästinensischen Bildungsministerium in einer Reihe von Fächern veröffentlicht wurden.

Bei einer Anhörung mit dem UNRWA-Generalkommissar Philippe Lazzarini am 2. September verurteilten die Mitglieder des Europäischen Parlaments einstimmig die in dem Bericht enthaltenen Informationen.

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