2.000 Jahre alter Steinbruch in Jerusalem entdeckt

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Ein rund 2'000 Jahre alter Steinbruch, der im Jerusalemer Stadtteil Har Hotzvim entdeckt wurde. Foto Shai Halevi, Israelische Antikenbehörde
Ein rund 2'000 Jahre alter Steinbruch, der im Jerusalemer Stadtteil Har Hotzvim entdeckt wurde. Foto Shai Halevi, Israelische Antikenbehörde
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Bei Vorbereitungen zum Ausbau eines High-Tech-Industrieparks im Nordwesten Jerusalems ist ein rund 2.000 Jahre alter Steinbruch gefunden worden. Er stammt vermutlich aus der Zeit des zweiten Jerusalemer Tempels, teilte die israelische Antikenbehörde am Sonntag mit. Die dort gewonnenen Bausteine massen demnach 1,5 mal 2 Meter.

Bisher konnten demnach rund 600 Quadratmeter freigelegt werden. Die Antikenbehörde geht davon aus, dass die tatsächliche Fläche des Steinbruchs zwei- bis dreifach so gross ist. An der Stätte lassen sich laut Mitteilung Spuren für alle Phasen des Steinabbaus und der Steinvorbereitung nachweisen, darunter Bausteine in verschiedenen Arbeitsstadien.

Der Fund stelle eine einmalige Gelegenheit für Archäologen dar, sagte Grabungsleiter Moran Hagbi. „Da einige der Steine auf diese Weise an Ort und Stelle gelassen wurden, können wir alte Technologien kopieren und mit ihnen experimentieren, um die Prozesse nachzubilden, mit denen Bausteine abgebaut wurden“, so der Archäologe.

Experten der Antikenbehörde planen nun, die alten Arbeitsmethoden nachzustellen und die Effektivität von in antiken Texten beschriebenen Methoden zu studieren. Unter anderem sollen in früheren Grabungen gefundene Werkzeuge zu diesem Zweck reproduziert werden.

Bei früheren Grabungen im Norden Jerusalems wurden mehrere Steinbrüche gefunden, die nach Einschätzung der Behörde aufgrund der Topographie der Stadt sowie der Qualität des Steins als Hauptquelle für Bausteine für Monumentalbauten wie dem Tempel dienten. „Die grossen Bauprojekte im alten Jerusalem erforderten eine riesige Menge an Baumaterialien sowie die Fähigkeit, den Abbau und den Transport von Tausenden Bausteinen in die antike Stadt zu organisieren und zu koordinieren“, so Hagbi.

KNA/akr/brg

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