Israel: Fund 1.500 Jahre alter Stätte mit seltener Goldmünze und einer Weinpresse

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Freilegung einer antiken Weinpresse in Ramat Hasharon. Foto Yoli Schwartz/Israelische Altertumsbehörde
Freilegung einer antiken Weinpresse in Ramat Hasharon. Foto Yoli Schwartz/Israelische Altertumsbehörde
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Bei Grabungen vor dem Bau eines neuen Wohnviertels in Ramat Ha-Scharon 16 Kilometer nordöstlich von Tel Aviv haben Archäologen der Israelischen Antikenbehörde Reste einer 1.500 landwirtschaftlich-industriellen Stätte gefunden. Die Grabung belege, dass die Geschichte der Stätte länger zurückreiche als bisher angenommen, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Die antiken Überreste sollen in Pläne für einen zukünftigen Stadtpark integriert werden.

Neben einer mit einem Mosaik gepflasterten grossen Weinpresse wurden demnach verputzte Installationen und die Fundamente eines grossen Bauwerks gefunden. Nach Einschätzung von Grabungsleiter Joav Arbel könnte es als Lagerhaus oder Gehöft genutzt worden sein. In den Gebäuderesten wurden zudem Fragmente von Vorratsgläsern und Kochtöpfen sowie Steinmörser und Mühlsteine gefunden. Die meisten Steingeräte bestehen aus Basalt aus den Golanhöhen und Galiläa.

Als selten und unerwartet bezeichnete die Behörde den Fund einer Goldmünze, die im Jahr 638 oder 639 unter dem byzantinischen Kaiser Herakleios geprägt wurde. Sie zeigt ihn mit seinen beiden Söhnen sowie auf der Rückseite ein Kreuz auf dem Hügel von Golgatha, wo nach christlicher Überlieferung Jesus gekreuzigt wurde.

Auf der Münze fanden die Forscher eine eingeritzte Inschrift in Griechisch und möglicherweise in Arabisch. Vermutlich habe der Besitzer der Münze diese damit als sein Gut markiert. Die Münze enthalte „faszinierende Daten über den Niedergang der byzantinischen Herrschaft im Land“ und biete Informationen über christliche und heidnische Symbolik sowie die lokale Bevölkerung, so der Leiter der Numismatikabteilung, Robert Kool.

Eine Goldmünze aus dem 7. Jahrhundert n. Chr., die in Ramat Hasharon ausgegraben wurde. Foto Amir Gorzalczany/Israelische Altertumsbehörde

Ungewöhnlich sei auch der Fund einer Bronzekette, mit der ein Kronleuchter mit gläsernen Lampenfassungen aufgehängt wurde. Leuchter dieser Art sind laut der Behörde normalerweise in Kirchen zu finden.

Ferner fanden die Archäologen Reste von Bebauung der Zeit nach der muslimischen Eroberung im 7. Jahrhundert, darunter Überreste von Häusern und zwei grossen Backöfen sowie im Boden versenkte Krüge, die vermutlich zur Aufbewahrung von Getreide und anderen Produkten dienten. Unter anderem die Keramikfunde deuteten darauf hin, dass die Stätte bis zum 11. Jahrhundert bewohnt war.

KNA/akr/brg

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