Ein Überblick über einige realisierbare Handlungsoptionen für den Staat Israel

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Einsetzung der 24. israelischen Knesset (Parlament) in Jerusalem am 6. April 2021. Foto IMAGO / Xinhua
Einsetzung der 24. israelischen Knesset (Parlament) in Jerusalem am 6. April 2021. Foto IMAGO / Xinhua
Lesezeit: 4 Minuten

Der Staat Israel steht in diesen Tagen vor grossen Herausforderungen, die von verschiedenen Seiten kommen. Es herrscht ein wachsender Druck von aussen und von innen.

Ein Kommentar von Dr. Shmuel Katz

Leider werden zu viele Menschen in der Weltgemeinschaft einer ständigen Gehirnwäsche unterzogen, die sich gegen die Wahrung der Interessen und der Integrität des Staates Israel und des jüdischen Volkes richtet, und zwar von gut finanzierten anti-israelischen Organisationen wie der BDS-Bewegung, den radikalen pro-palästinensischen Organisationen und von staatlichen Sponsoren des Terrorismus wie dem Iran. Gleichzeitig gibt es aber auch einige vergessliche, gutwillige Menschen und Staaten, die glauben, dass es einfache Lösungen für die komplizierten Probleme im Nahen Osten gibt.

Im Staat Israel, wo die Entscheidungen und Richtlinien des Bildungsministeriums so wichtig sind, wird der Aufklärung von Schülern aus allen Gesellschaftsschichten über die historische und aktuelle gerechte Sache des Staates Israel und des jüdischen Volkes nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt.

Wenn wir uns anschauen, was die Schüler des arabischen Sektors von ihren Lehrern und von ihren eigennützigen Gelehrten lernen, werden wir feststellen, dass das Problem noch viel gravierender ist. Noch vor kurzem wäre es unvorstellbar gewesen, dass arabische Jugendliche in Pogromen gegen ihre eigenen jüdischen Nachbarn innerhalb des Staates Israel randalieren. Überraschenderweise ist dies erst kürzlich geschehen, zum Beispiel in Jerusalem, in Haifa, in Lod und in Akko.

Betrachtet man darüber hinaus die ausser Kontrolle geratenen Bauvorhaben und landwirtschaftlichen Erweiterungen in den Gebieten von Judäa und Samaria, dem Negev und anderswo, die zum Teil von der EU, zum Teil von muslimischen Ländern und anderen gefördert werden, so wird ein strategischer Plan deutlich, der darauf abzielt, den Staat Israel zu schwächen und ihn schliesslich ganz aus dem Nahen Osten zu entfernen.

Darüber hinaus haben wir kürzlich erlebt, wie ein arabischer Knessetabgeordneter, der der neu geschaffenen israelischen Regierung angehört und als stellvertretender Vorsitzender der Knesset fungiert, einen sprechenden Knessetabgeordneten herausforderte und ihn durch den Sicherheitsdienst entfernen liess, weil er ihn nicht in der von ihm gewünschten Weise angesprochen hatte.

Dieser arabische Abgeordnete der Knesset und die neu gebildete israelische Regierung erklärten vor kurzem, dass die Juden nicht das Recht haben sollten, den Tempelberg zu besuchen, obgleich sie sehr wohl wissen, dass es sich um die heiligste Stätte des jüdischen Volkes handelt, und zwar schon seit der Zeit vor der Gründung des Islam als Religion.

Eine der grössten Herausforderungen, denen sich der Staat Israel höchstwahrscheinlich stellen muss, ist der Druck, einen Teil seines angestammten Landes an die Palästinensische Autonomiebehörde abzutreten, obwohl die Autonomiebehörde das Recht des jüdischen Volkes auf einen Teil des Staates Israel nicht anerkennt und aktiv versucht, den Staat Israel schrittweise zu liquidieren.

Daher muss der Staat Israel der ordentlichen Ausbildung jüdischer und arabischer Schüler in den israelischen Schulen besondere Aufmerksamkeit widmen. Darüber hinaus muss die Bevölkerung im Staat Israel und in der ganzen Welt aufgeklärt werden, um die bösartige antiisraelische Propaganda zu entlarven. Der Staat Israel muss darüber hinaus die wahrheitsgemässen Informationen über die gerechte Sache des Staates Israel und des jüdischen Volkes möglichst weit verbreiten.

Juden sollten die Möglichkeit haben, ihre Zukunft in ihrer angestammten Heimat aufzubauen, sei es in Galiläa, im Negev oder in Judäa und Samaria. Der Staat Israel sollte illegale Landnahmen durch Landbesetzer unterbinden, selbst wenn diese von der EU finanziert werden.

Sollten die Friedensverhandlungen vorankommen, sollte der Staat Israel der Palästinensischen Autonomiebehörde nichts in einem unumkehrbaren Schritt überlassen, es sei denn, es kommt zu drastischen Veränderungen gegenüber dem heutigen Stand. Der Grund dafür ist sehr einfach. Bislang hat die Palästinensische Autonomiebehörde ihre Absicht, den Staat Israel zu zerstören, sehr deutlich gezeigt. Sie lehnte mehrere sehr grosszügige Friedensangebote ab, die auf dem Verhandlungswege ausgehandelt wurden, und hetzt in ihren Schulen und über ihre öffentlichen Medien weiterhin zum Terror auf. Sie lebt von einer gut geplanten und gut finanzierten Täuschung in der ganzen Welt, und sie wird keine relevanten Schritte unternehmen, um den Staat Israel als jüdischen Staat anzuerkennen oder ihr Volk zum Frieden zu erziehen.

Im Jahr 2005 dachte Ariel Sharon, dass er der Welt zeigen würde, dass er eine verantwortungsvolle Regierung führen und einen schönen Urlaubsort am Mittelmeer bauen kann, indem er alle jüdischen Einwohner aus Gaza entfernen und den arabischen Palästinensern ein schönes Stück Land ohne Juden geben würde. Leider haben wir mit Gaza einen Terrorstaat erhalten, der von der Hamas regiert und international von zu vielen korrupten oder vergesslichen Ländern und Einzelpersonen unterstützt wird.

Da wir keine Alternativen haben, müssen wir unser Bildungssystem in Israel und in der ganzen Welt stärken und ausbauen und unsere territoriale Integrität schützen, wenn wir den Staat Israel im Land Israel erhalten wollen, für die künftigen Generationen unseres Volkes und für diejenigen, die mit uns in Frieden leben wollen.

Dr. Shmuel Katz wurde in Ungarn geboren und wuchs in Israel auf. Er diente als Offizier im 6-Tage-Krieg und sammelte während des Jom-Kippur-Krieges umfangreiche Erfahrungen im Bereich der Traumatologie. Auf Englisch zuerst erschienen bei Arutz Sheva. Übersetzung Audiatur-Online.

7 KOMMENTARE

  1. Entschuldigung angenommen!
    Ich würde mich selbst als Zionistin bezeichnen; meine Tochter hat hier in der Armee gedient, und ich bin aus Überzeugung in Israel eingewandert und besitze die israelische Staatsangehörigkeit.
    Gleichzeitig bin ich aber auch Demokratin und finde das Verhalten einiger Knessetmitglieder inakzeptabel.
    Und auch, wenn es für Sie ein Schlagwort ist: Offenen Rassismus verurteile ich von allen Seiten! Wir wissen doch nur zu gut, was daraus erwachsen kann.

  2. Sehr geehrter „Nussknacker“,
    gut, dass Sie wissen, welchen „Kreisen ich mich zugehörig fühle“ und was „unseresgleichen“ Thema ist! Schublädchen auf, reingesteckt und zu!
    Auf Ihre Rhetorik möchte ich mich nicht einlassen.
    Ich erwarte in der Knesset respektvolles Miteinander und kein pöbelhaftes Verhalten, wie Ben Gvir es an den Tag legt. Solche Menschen wollen unseren Kindern Vorbilder sein?
    Im Übrigen weiß ich, wer Ahmed Tibi ist, aber auch, wer Ben Gvir. Ich lebe seit Jahren in Jerusalem und kenne Menschen, die letzterem persönlich begegnet sind.
    Aber ich möchte meine Zeit nicht weiter verschwenden. „Ihresgleichen“ haben ihre feste Einteilung in Schwarz und Weiß. Das macht das Leben einfacher, nicht wahr?

    • Sehr geehrte Frau Buschmann,

      für die Verwendung des Begriffs „Ihresgleichen“ bitte ich um Entschuldigung. Ich habe es unter dem Eindruck der Worte „rassistischer Aggressor“ geschrieben und dann ärgerlicherweise übersehen. Es gibt leider keine Möglichkeit mehr, nachträgliche Korrekturen vorzunehmen.

      Und nein, ich teile die Welt eben nicht in Schwarz-Weiß ein, deswegen versuche ich, mit den Worten „rassistisch“ und „antisemitisch“ möglichst sparsam umzugehen. Ich gebe aber zu, dass ich mit Antizionisten/Antisemiten bzw. Israelhassern bewusst nicht defensiv umgehe. Ich hatte Sie fälschlicherweise genau dort eingeordnet. Nochmals, sorry.

  3. Das bestreite ich keineswegs, hat aber mit der Verharmlosung des Verhaltens von Ben Gvir im Jahr 2021 wenig zu tun.

  4. “Darüber hinaus haben wir kürzlich erlebt, wie ein arabischer Knessetabgeordneter, der der neu geschaffenen israelischen Regierung angehört und als stellvertretender Vorsitzender der Knesset fungiert, einen sprechenden Knessetabgeordneten herausforderte und ihn durch den Sicherheitsdienst entfernen liess, weil er ihn nicht in der von ihm gewünschten Weise angesprochen hatte.”
    Leider “vergessen” Sie zu erwähnen, dass es sich bei dem Knessetabgeordneten um einen rassistischen Aggressor handelt, der den Mörder Baruch Goldstein verehrt und deshalb aus der Knesset entfernt werden musste , weil er den arabischen Knessetabgeordneten provozierte und als “Terrorist” bezeichnete. Wer hat da wen herausgefordet?
    Sie wirken nicht glaubwürdig, wenn Sie die Tatsachen verdrehen.

    • Leider vergessen Sie zu erwähnen, dass es sich bei dem arabischen Knessetabgeordneten um Ahmad Tibi handelt, der z.Bsp 2014 darauf bestand, dass die Hamas keine Terrororganisation ist. Dies 15 Tage nachdem Hamas-Terroristen drei israelische Teenager entführt haben und zwar inmitten eines massiven Raketenbeschusses auf Israel aus Gaza.

    • Hallo Frau Buschmann,

      Sie wirken völlig glaubwürdig, wenn Sie hier mit Schlagworten wie „rassistischer Aggressor“ hantieren. Das zeigt nämlich sofort, welchen Kreisen Sie sich zugehörig fühlen.

      Tatsächlich handelt es sich bei Ahmad Tibi um einen ehemaligen politischen Berater des palästinensischen Massenmörders Jassir Arafat, der für zahlreiche Terroranschläge und sogenannte „Intifadas“ verantwortlich war. Insofern war der Vorwurf des Abgeordneten Ben Gvir keineswegs ungerechtfertigt. Dass dieser darüber hinaus betonte „Ich habe kein Problem mit Arabern als solche“ wirkt ebenfalls nicht besonders rassistisch. Aber dieser Begriff ist nicht nur bei Ihnen, sondern mittlerweile in weiten Kreisen völlig sinnentleert und zum inflationären Totschlagargument verkommen.

      Dass der letztgenannte Abgeordnete angeblich Baruch Goldstein „verehrt“ ist eine weitere Behauptung, für die Sie nicht nur einen glaubwürdigen Nachweis, sondern überhaupt auch nur den Anschein eines solchen schuldig geblieben sind.

      Apropos Verehrung: Was in jedem Fall sicher ist, ist, dass die Abgeordneten der Arabischen Liste, zu denen Ahmad Tibi gehört, in der Vergangenheit leidenschaftlich gerne damit beschäftigt waren, Hinterbliebenen von getöteten arabischen Judenmördern zu kondolieren und diese posthum zu „Freiheitskämpfern“ zu verklären.

      Aber das ist für Ihresgleichen natürlich kein Thema.

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