Feier zur Wiedereröffnung der Lübecker Synagoge

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Gemeinsam mit dem Beauftragten für jüdisches Leben in Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen, besuchte Kulturministerin Karin Prien am 23. Juli 2020 die Carlebach Synagoge in Lübeck, die in fünfjähriger Bauzeit umfassend saniert worden ist. Foto IMAGO / penofoto
Gemeinsam mit dem Beauftragten für jüdisches Leben in Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen, besuchte Kulturministerin Karin Prien am 23. Juli 2020 die Carlebach Synagoge in Lübeck, die in fünfjähriger Bauzeit umfassend saniert worden ist. Foto IMAGO / penofoto
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Ein Jahr nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wird die Lübecker Carlebach-Synagoge mit einer Feier am 12. August offiziell wiedereröffnet. Teilnehmen werden unter anderem der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), wie eine Sprecherin der Stadt Lübeck am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte. Die Eröffnungsfeier musste im vergangenen Jahr corona-bedingt abgesagt werden. Auch jetzt werden laut der Sprecherin nur geladene Gäste teilnehmen.

Die Synagoge war sechs Jahre lang umfassend saniert worden. Fussböden, Decken und Haustechnik wurden erneuert sowie Malereien im Gebetssaal freigelegt, der zudem eine neue Sakralausstattung erhielt. Die Baukosten von 8,4 Millionen Euro wurden vom Bund, dem Land und mehreren Stiftungen übernommen. Nach dem Umbau ist im Gebetssaal nach Angaben der Stadt Platz für 110 Männer und 90 Frauen. In den Obergeschossen befinden sich ein Musiksaal, Seminarräume und Büros.

Die Lübecker Synagoge ist eine der wenigen in Deutschland, die in der NS-Zeit nicht zerstört wurden. Die Jüdische Gemeinde Lübeck zählt zur Zeit laut Stadt gut 600 Mitglieder. Sie sei damit die grösste ihrer Art in Schleswig-Holstein.

Die Lübecker Synagoge wurde 1880 eingeweiht und trägt heute den Namen des damaligen Rabbiners Salomon Carlebach (1845-1919). Bei den Novemberpogromen im Jahr 1938 wurde das Gotteshaus von den Nationalsozialisten weitgehend verwüstet, jedoch nicht angezündet oder gesprengt. Die Synagoge musste an die Stadt verkauft werden, die sie unter anderem als Sporthalle benutzte. Sie liess die Kuppel abreissen liess und die Fassade durch eine Backsteinfront ersetzen. Seit 1945 ist sie wieder im Besitz der jüdischen Gemeinde.

1994 war die Synagoge Ziel des ersten Brandanschlages auf ein jüdisches Gotteshaus in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Die vier Täter erhielten mehrjährige Haftstrafen wegen Brandstiftung. 1995 wurde ein weiterer Brandanschlag verübt.

KNA/mal/ahi/pko

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