Hass beenden – Wege heraus aus der Finanzierung von Terrorismus in palästinensischen Schulbüchern

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Seit Jahrzehnten wird mit europäischen, amerikanischen und anderen Steuergeldern die Erarbeitung, der Druck und die Veröffentlichung von palästinensischen Schulbüchern finanziert. Trotz wiederholten Warnungen von Seiten unterschiedlichster NGOs und Forschungszentren ob der antizionistischen, antisemitischen und terrorverherrlichenden Inhalte, die zukünftige Generationen Hass lehren, flossen die Gelder bisher meist ohne Konsequenzen weiter.

Die European Jewish Association (EJA) und Europe Israel Public Affairs (EIPA) luden zu diesem Thema am 15.Juni 2021 zum Expertengespräch ein, um genau jenen Sachverhalt und die derzeitigen Entwicklungen genauer zu beleuchten. Als Sprecher fungierten Marcus Sheff, der CEO von IMPACT-se, einem Forschungsinstitut was sich der Untersuchung von Schulbüchern und der Erarbeitung von Standards in Bezug auf Friedensförderung und Toleranz verschieben hat, sowie der österreichische Abgeordnete und EU Parlamentarier Lukas Mandl. Ausserdem sprach der griechische EU Abgeordnete, Konstantinos Karagounis, über seine Sicht in Bezug auf die Entwicklungen in der Europäischen Union.

Zunächst berichtete Marcus Sheff über die verschiedenen Schulbücher, die in den arabischen Staaten benutzt werden und betonte, dass durchaus ein Wandel zu erkennen wäre und dass vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Lehrmaterialien bisher umfassend überarbeitet hätten in Bezug auf ihre antisemitischen Stereotype. Doch auch gegenteilige Entwicklungen sind laut Sheff zu beobachten, unter anderem etwa in türkischen Schulbüchern, die in den letzten Jahren zunehmend radikale Lehrinhalte wie Neo-Nationalismus, Dschihad und Panturkismus als wichtige Werte vermitteln. 

Bereits seit 1998 sichtet IMPACT-se für die UNESCO Schulbücher im Nahen Osten und überprüft sie u.a. auf Toleranz, Friedensbemühungen, historische Korrektheit und vieles mehr. Auf die Frage, warum erst in den letzten Jahren ein Wandel in Bezug auf das Lehrmaterial zu erkennen ist, obwohl IMPACT-se nun schon seit Jahrzehnten auf die bereits beschriebene Problematik hinweist, antwortete Sheff, dass vor allem die Entwicklungen in der MENA-Region, wie zu Beispiel der Friedensschluss mit den Vereinigten Arabischen Emiraten dazu beigetragen habe. Davon ausgenommen sei weiterhin die Palästinensische Autonomiebehörde, welche im Jahr 2016 ihre Schulbücher reformierte. Wer nun aber annimmt, dass dies eine gute Nachricht wäre, wird eine herbe Enttäuschung erfahren.

Sheff berichtet, dass die antisemitischen, antizionistischen und jihadistischen Inhalte weiter zugenommen hätten. „Grundschulkinder lernen rechnen, indem sie die Märtyrer der Intifadas zählen“, so Sheff. Im Arabischunterricht werde das Alphabet mittels Wörtern wie „Dschihad“ und „Attacke“ vermittelt. Jungen im Teenageralter wird gemäss Untersuchungen von IMPACT-se versprochen, dass sie, wenn sie ihr Leben im Dschihad gegen Israel opfern, im Paradies mit 72 Jungfrauen belohnt werden und Mädchen wird vermittelt, dass sie auch als Frauen Opfer bringen müssen, indem sie z.B. weibliche Shahids (Selbstmordattentäter) werden. Deren berühmte Vertreter werden im Unterricht glorifiziert und als Vorbild verehrt. Des Weiteren werden Juden als Lügner und Feinde des Islam dargestellt, Friedensverträge wie die Osloer Abkommen verfälscht und stets wird die Wichtigkeit des Dschihad gegen den Jüdischen Staat betont, so Marcus Sheff.

Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) produziert sein eigenes Lehrmaterial, welches laut IMPACT-se ebenfalls von Propaganda und Lügen (z.B. die Angabe, dass Israel radioaktives Material unter der Al Aqsa Moschee lagert) durchzogen ist. Einzelne Länder verurteilten zwar in den letzten Jahren den Hass und die Gewalt, der palästinensischen Kindern durch das jeweilige Lehrmaterial vermittelt wird. Einige Länder kürzten gar die Gelder, die an die PA fliessen, bis diese ihre Schulbücher überarbeiten. Der Palästinensische Ministerpräsident Mahmoud Abbas reagierte darauf, indem er sagte, dass er eher die Gelder für Strom und Wasser kürzen, als damit aufhören würde, Schulbücher mit eben jenen Lehrinhalten zu drucken.

Auf die Frage welche Schulbücher arabische Schulen in Israel (nicht in Gaza und Judäa und Samaria) benutzten, erklärte Marcus Sheff, dass es dieselben Materialien wären, die alle anderen Schulen im Jüdischen Staat nutzen würden, da auch die Prüfungen und das Kolloquium überall gleich seien.

Ein EU Report, der über die desaströsen Zustände in aller Kürze berichtet, liegt seit Monaten unveröffentlicht auf den Schreibtischen der Abgeordneten. Doch auch dieser Report weist Fehler auf. So werden beispielsweise Lehrmaterialien und deren positive Entwicklung beschrieben, obwohl diese weder zum Zeitpunkt der Untersuchung noch im aktuellen Zeitraum verwendet werden.

Lukas Mandl fügte hinzu, dass der Bericht und die Schulbücher von den europäischen Steuerzahlern finanziert werden und es deswegen skandalös ist, dass der Report nicht bereits veröffentlicht wurde, da jeder Steuerzahler das Recht habe zu erfahren, wie seine Gelder eingesetzt werden. Er setze sich in seiner Position als EU-Abgeordneter dafür ein, dass die Europäische Union die Finanzierung in Zukunft so lange zurückhält, bis die Lehrmaterialien überarbeitet werden, so Mandl. Bereits im Jahr 2019 merkte ein Bericht der EU an, dass die Schulbücher von UNWRA mit Hass, Terrorverherrlichung und Antisemitismus durchzogen sind. Trotz allem wurde an der offiziellen Haltung und der Finanzierung nichts geändert.

Der griechische Parlamentsabgeordnete Konstantinos Karagounis führte an, dass die Europäische Union ihren Berichten auch Taten folgen lassen und ihre Förderung von Palästinensischen Schulbüchern an Forderungen knüpfen muss.

Jedes Land sollte seine Spendengelder nachverfolgen und kontrollieren wofür sie eingesetzt werden. Wenn palästinensische Kinder und Jugendliche weiterhin in der Schule lernen, dass lediglich der Dschihad und nicht etwa Verhandlungen zu einem Frieden führen können, wenn sie weiterhin darin bestärkt werden, als Shahid für „ihr Land“ zu sterben, dann wird es niemals zu einer Lösung des Konflikts kommen. Die positive Entwicklung in der Region sollte nicht vor der Palästinensischen Autonomiebehörde halt machen und die EU sollte darüber nachdenken, ob sie Konflikt oder Frieden mit den Geldern ihrer Steuerzahler finanzieren möchte.

Tina Adcock ist Religionswissenschaftlerin und Historikerin.

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