Israels Regierung darf nicht von der Muslimbruderschaft abhängig sein

Jede Koalition, die auf die Unterstützung von Ra'am und der Gemeinsamen Arabischen Liste angewiesen ist, gefährdet die nationale Sicherheit des Landes.

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Ra'am-Parteichef Mansour Abbas und Parteimitglieder in der Parteizentrale in Tamra, am Wahlabend, 23. März 2021. Foto FLASH90
Ra'am-Parteichef Mansour Abbas und Parteimitglieder in der Parteizentrale in Tamra, am Wahlabend, 23. März 2021. Foto FLASH90
Lesezeit: 3 Minuten

Es scheint, dass die Muslimbruderschaft der Königsmacher im jüdischen Staat geworden ist. Der Vorsitzende der Jamina-Partei, Naftali Bennett, und der Vorsitzende von Yesh Atid, Yair Lapid, scheinen einen Koalitionsvertrag geschmiedet zu haben, der die Vereinigte Arabische Liste (Ra’am) einbindet.

von Amir Avivi

Jede israelische Regierung, die sich auf diese Art von Unterstützung verlässt, gefährdet die nationale Sicherheit des Landes. Israels Feinde beobachten sehr genau und sind bereit, zuzuschlagen, nachdem israelische Politiker ihre Seelen an den Teufel verkauft zu haben scheinen. Nur eine starke, stabile zionistische Regierung, und zwar unabhängig von ihrer Politik, kann das Niveau an militärischer Bereitschaft und Abschreckung bieten, das Israel zum Überleben braucht.

Seit Jahrtausenden hat sich das jüdische Volk danach gesehnt, in sein altes Heimatland zurückzukehren. Sie träumten von einer neuen Ära jüdischer Selbstbestimmung, in der die Juden über ihr eigenes Schicksal entscheiden können.

Zionistische Werte im gesamten politischen Spektrum haben sich immer um die Vorstellung einer jüdischen Mehrheit gedreht. Minderheiten sind mit vollen Rechten vor dem Gesetz zu begrüssen, aber Israel muss sich vor subversiven Bedrohungen von innen schützen. Jetzt sieht es so aus, als ob der Zionismus im Namen persönlicher politischer Egos und Interessen über Bord geworfen worden wird.

Ra’am ist ein Teil der globalen islamistischen Muslimbruderschaft. Wie jede Sektion der Muslimbruderschaft versucht sie, den gegenwärtigen Staatsapparat langsam zu stürzen, indem sie aus dem Inneren des politischen Systems heraus Einfluss ausübt, bis dieser demontiert und durch eine islamistische Theokratie ersetzt werden kann.

Ra’am hat enge Kooperationsbeziehungen mit der Führung der Hamas und der Palästinensischen Befreiungsorganisation, die sie als ihre Vertreter in Israels Knesset sehen.

Die potenzielle Gefahr, die von Ra’am und der Gemeinsamen Arabischen Liste ausgeht, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mitglieder dieser Parteien sitzen in israelischen Gefängnissen wegen Beihilfe und Unterstützung der Hamas. Der ehemalige Gründer der Balad-Partei floh aus dem Land, nachdem er beschuldigt wurde, für die Hisbollah zu spionieren. Ein paar Reden über Einigkeit und Koexistenz ändern nichts an dieser Realität.

Seit Monaten warnt die Habithonistim-ISDF, eine Gruppe von 2.000 ehemaligen israelischen Generälen, Offizieren und Soldaten, dass die Legitimierung dieser Partei oder anderer wie dieser zu Gewalt führen würde. Die jüngste Flut tödlicher Ausschreitungen innerhalb Israels und die darauf folgende Militäroperation im Gazastreifen können direkt auf das Umwerben dieser Parteien als brauchbare Partner bei der Bildung einer israelischen Regierung zurückgeführt werden.

Nachdem der Waffenstillstand verkündet wurde, kamen die Führer der Hamas aus ihren Bunkern gekrochen und beglückwünschten das, was sie als den palästinensischen Aufstand innerhalb Israels ansahen, und prahlten damit, dass sie 10.000 Möchtegern-Selbstmordattentäter mit israelischer Staatsbürgerschaft haben, die auf Befehle aus Gaza warten.

Hier geht es nicht um Rasse oder Religion. Jede grössere politische Partei rühmt sich der Unterstützung durch Muslime, Christen und Drusen. Jede grössere politische Partei ist stolz darauf, nicht-jüdische Israelis auf ihrer parlamentarischen Liste zu haben. Doch Ra’am und die Gemeinsame Arabische Liste versuchen, das Land durch den Stimmzettel oder die Kugel zu zerstören.

Das alles geschieht langsam am helllichten Tag. Die Ra’am-Führung zog sich während der jüngsten Gaza-Operation aus den Koalitionsverhandlungen zurück, weil sie gegen Massnahmen gegenüber der Hamas war. Sie forderte, dass Anklagen gegen muslimische Israelis, die Synagogen niedergebrannt und Juden angegriffen haben, fallen gelassen werden.

Eine israelische Regierung, die sich auf diese Partei verlässt, um zu funktionieren, wird einfach nicht in der Lage sein zu funktionieren. Allein die Tatsache, dass diese Kräfte innerhalb der israelischen Politik gestärkt wurden, hat bereits zu Blutvergiessen geführt.

Um der Sicherheit Israels willen muss eine Regierung gebildet werden, die den Willen des Volkes widerspiegelt und nicht die Wunschträume unserer Feinde.

IDF Brigadegeneral (a.D.) Amir Avivi ist der Gründer und Geschäftsführer von Habithonistim – Protectors of Israel. Auf Englisch zuerst erschienen bei Jewish News Syndicate. Übersetzung Audiatur-Online.

2 KOMMENTARE

  1. Sind die Israelis bzw. ihre Politiker total verrückt geworden? Dann sollen
    sie sich meinetwegen umbringen, aber die Bevölkerung auf diese „Reise“ nicht mitnehmen. Dazu haben diese idiotische Politiker kein Recht. Wer aus Eitelkeit die isr. Bevölkerung gefährdet, der hat in der Politik nichts zu suchen! Wer dies aus politischer Dummheit tut, auch nicht. Ich hoffe, die Wähler werden erkennen, wer fähig ist, die Sicherheit
    Israels nicht zu gefährden, sondern bewahren und wer nicht. M.A.nach
    sind solche Politiker eher rechts zu finden, als links. Nie hätte ich ge-dacht, daß ich mal so einen Satz schreiben werde. Ich stand ja zeit mei-nes Lebens immer viel eher links. (Bin im 91. Lebensjahr). Ich habe meine Ansichten immer nur soweit geändert, soweit das wegen der Ver-
    änderungen des Lebens notwendig war. Aber die politische Linke hat sich dermaßen verändert… sie lebt in einer Blase und weiß überhaupt nicht mehr, was sich in der Welt, im Leben so oft ändert: nämlich alles.
    Schlimm, sehr schlimm.
    lg
    caruso

  2. So sehr ich mich auch kneife, der Artikel geht nicht weg.

    Sind Naftali Bennett und Yair Lapid wirklich so dumm, dass sie glauben, sie könnten diesen parlamentarischen Arm einer Terrororganisation irgendwie austricksen? Das wird nicht funktionieren. Interessant wäre, von den beiden hierzu eine Stellungnahme zu bekommen.

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