Niederlande: Rabbiner & muslimischer Bürgermeister plädieren für Aufklärung nach „Juden ins Gas“ Rufen durch Fussballfans

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Nachdem Fans des niederländischen Arnheimer Fussballvereins Vitesse vor dem Spiel gegen Ajax Amsterdam am vergangenen Wochenende „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“ skandiert hatten, werden der niederländische Oberrabbiner und Vorsitzende des Komitees zur Bekämpfung des Antisemitismus der European Jewish Association, Binyomin Jacobs, und der muslimische Bürgermeister von Arnheim, Ahmed Marcouch, ein Treffen mit Vitesse-Fans im Rathaus abhalten, das von der Vereinsführung voll unterstützt wird.

Das Treffen im Rathaus – dessen Termin und Details in den kommenden Tagen festgelegt werden – wurde arrangiert, nachdem Rabbiner Jacobs unmittelbar nach dem Vorfall mit dem Bürgermeister in Kontakt getreten war. Beide waren sich einig, dass Worte der Verurteilung nicht ausreichen, sondern dass ein konstruktiver Ansatz des Engagements und des Dialogs mit den Fans notwendig ist.

Bürgermeister Marcouch kontaktierte daraufhin die Verantwortlichen von Vitesse, um ein Treffen mit der Fangruppe zu vereinbaren.

„Die Sprechchöre sind absolut abscheulich und ekelhaft. Sie sind dumm und ein doppelter Angriff auf Juden: auf Israel und auf den Holocaust. Die natürliche Reaktion ist, sie auf das Schärfste zu verurteilen. Das tun wir natürlich auch.

Aber das allein ist nicht genug. Wir müssen konstruktiv sein, wir müssen uns engagieren, wir müssen aufklären, so dass diejenigen, die im Sinne der Rivalität solche Sprüche skandieren, die sie für harmlos halten, sich des Ausmaßes ihrer Worte bewusst sind, des Schadens und der Verletzung, die sie verursachen.

Der Bürgermeister und ich, ein Jude und ein Moslem, sind uns der Gefahren von ignoranten Vorurteilen voll bewusst. Und wir sind uns auch bewusst, dass die Verurteilung von Menschen nur dazu führt, dass sich die Positionen in „sie und wir“ verfestigen. Damit ist niemandem gedient. Unser Treffen im Rathaus, für das ich dem Bürgermeister für seine Initiative dankbar bin, wird ein offener und, wie wir glauben, schwieriger Meinungsaustausch sein. Aber ein durchaus notwendiger.“

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