Digitale Bildungskampagne zum Holocaust gestartet

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Foto Screenhsot itstartedwithwords.org
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Mit einer neuen Internetaktion soll auf die Gefahren von Hass und Hetze aufmerksam gemacht werden. Die Bildungskampagne #ItStartedWithWords erinnert daran, dass dem Holocaust verbaler Antisemitismus vorausging, wie die Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference) als Initiator erklärte. Die Aktion startete am Donnerstag zu Jom Haschoa, dem in Israel begangenen Holocaust-Gedenktag. Im Internet sollen wöchentlich Videos veröffentlicht werden, in denen Schoah-Überlebende über ihre Erlebnisse berichten. Darunter ist auch die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch.

Damals hätten Worte das Feuer des Hasses geschürt, bevor antijüdische Gesetze erlassen, Geschäfte und Synagogen zerstört und bevor Juden in Ghettos, Viehwagen und Lager gesperrt worden seien, heisst es. „Der Holocaust begann mit Worten“, betont der Präsident der Claims Conference, Gideon Taylor. Diese hasserfüllten Worte seien im Park gebrüllt, auf der Strasse ausgespuckt und im Klassenzimmer gegrölt worden und sie hätten das schreckliche Massaker an sechs Millionen europäischen Juden ermöglicht. Die Überlebenden machten in den Videos deutlich, dass der Holocaust nicht aus dem Nichts gekommen sei.

Die Claims Conference verwies auf Ergebnisse ihrer im September 2020 vorgestellten Umfrage „U.S. Millennial Holocaust Knowledge and Awareness Survey“. Demnach sind junge US-Amerikaner im Durchschnitt nur sehr eingeschränkt über das Ausmass des Holocaust informiert. So wussten 63 Prozent nicht, dass rund sechs Millionen Juden in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern ums Leben gekommen sind. Darüber hinaus seien elf Prozent der Ansicht gewesen, die Juden hätten den Holocaust verursacht.

Die Kampagne wurde den Angaben zufolge mit fast 50 internationalen Museen und Institutionen auf die Beine gestellt. Darunter sind die Jerusalemer Holocaustgedenkstätte Yad Vashem, die Vereinten Nationen, die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) und das Warschauer Museum der Geschichte der polnischen Juden.

KNA/lwi/sky

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