Was haben die Palästinenser eigentlich jemals für die Palästinenser getan?

2
Mitglieder der Terrororganisation Hamas in Nuseirat im Gazastreifen. Gaza, 10. September 2020. Foto Majdi Fathi/TPS
Mitglieder der Terrororganisation Hamas in Nuseirat im Gazastreifen. Gaza, 10. September 2020. Foto Majdi Fathi/TPS
Lesezeit: 5 Minuten

Was ist ist der Kern der Differenzen zwischen Israelis und Palästinensern? Nach dem «gesunden Menschenverstand» oder vorherrschenden Konsens ist es unbestritten, dass Israelis und palästinensische Araber, zusammen mit ihren unzähligen Unterstützern, in einem existenziellen Nullsummen-Kampf um die Zukunft eines relativ kleinen Fleckchens umkämpften Gebiets im Nahen Osten gegeneinander antreten.

von David Stone

Diesem komplexen Geflecht von Annahmen liegt ein trügerischer Kernglaube zugrunde: dass «Palästina» und seine Unterstützer zwangsläufig pro-palästinensisch sind. Die Fakten deuten jedoch in eine andere Richtung.

Hier sind drei Indikatoren, anhand derer die meisten vernünftigen Menschen zustimmen würden, dass sie eine authentische pro-palästinensische Position widerspiegeln: Ein konsequentes Bekenntnis zu einer praktikablen palästinensischen Selbstbestimmung, eine aufrichtige Sorge um das Wohl der Palästinenser und das Eingehen erheblicher Risiken, um eine friedliche Lösung des Konflikts zu erreichen.

Die Verwirklichung des universellen Prinzips der Selbstbestimmung sowohl für Israelis als auch für Palästinenser muss kein Nullsummenspiel sein. Einzig Israel hat konkrete Schritte auf dem Weg zu «Zwei Staaten für Zwei Völker» (Two States for Two Peoples, 2S2P) unternommen, indem es wiederholt territorialen Kompromissen zugestimmt hat – und auch einseitig Territorium aufgegeben hat – um dieses Ergebnis zu erreichen. Wir warten immer noch auf einen palästinensischen Führer, der unmissverständlich auf Arabisch erklärt, dass Juden genauso wie Palästinenser ein Recht auf Souveränität in ihrem Heimatland haben.

Welche Punkte in den folgenden Leistungsbeschreibungen der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) deuten auf einen ernsthaften Wunsch hin, das Wohl der Palästinenser zu fördern: Mangel an Demokratie, eine katastrophale Menschenrechtsbilanz, die hartnäckige Weigerung, die Beziehungen zu Israel unabhängig von den Umständen zu normalisieren (auch inmitten einer grossen globalen Pandemie), jahrzehntelange Korruption und schlechte Regierungsführung, die gewöhnliche Familien der Versorgung mit Grundbedürfnissen beraubt, während die Taschen der Führung gefüllt werden, die Verschwendung wertvoller finanzieller Ressourcen für die Bezahlung von Terroristengehältern, die Anhäufung von unerbittlichen, bösartigen Anti-Israel-Kampagnen in den globalen Medien, der UN und dem Internationalen Strafgerichtshof?

Welche Risiken sind die «gemässigten» palästinensischen Führer eingegangen, um den Konflikt zu lösen? Die Antwort ist: keine. Stattdessen unterzieht die PA palästinensische Kinder einer Gehirnwäsche damit sie Juden hassen, verherrlicht dschihadistische Gewalt gegen Zivilisten, schafft Anreize für Terrorismus durch ihre «Pay-To-Slay»-Politik (bei der Familien von Terroristen, die in israelischen Gefängnissen ihre Strafe verbüssen, grosszügig mit «Gehältern» entschädigt werden, die je nach Schwere der Verbrechen steigen) und weigert sich, über ein Ende des Konflikts zu verhandeln – alles in klarer Verletzung der 1994 von Israelis und Palästinensern unterzeichneten Osloer Abkommen.

Fatah-Unterstützer demonstrieren gegen den Nahost-Friedensplan. 11. Februar 2020. Foto Majdi Fathi/TPS

Am schädlichsten ist, dass die Palästinenserführung die Fiktion einer Zwei-Staaten-Lösung (Anmerkung – nicht 2S2P) aufrechterhält, welche die Umsetzung des so genannten «Rechts auf Rückkehr» für die Millionen von Nachkommen der palästinensischen Flüchtlinge fordert, ein Mantra ohne Grundlage im internationalen Recht. Da Israel nicht die Absicht hat, nationalen Selbstmord zu begehen, garantiert diese irrsinnige Forderung ein Fortdauern des Konflikts und verewigt das Scheitern eines palästinensischen Staates.

Anstatt für ihre wahnhafte und selbstzerstörerische Unnachgiebigkeit kritisiert zu werden, jubeln die Arabische Liga, die UNO, zahlreiche Regierungen, „Menschenrechts“-NGOs, Akademiker, Kirchenvertreter und Journalisten Präsident Abbas und seinen Gefolgsleuten zu. Wie kann eine Haltung, die in eine permanente politische Sackgasse führt, überhaupt als «pro-palästinensisch» interpretiert werden?

Und was haben selbsternannte «pro-palästinensische» Regierungen und Aktivisten auf der ganzen Welt tatsächlich getan, um die Notlage der palästinensischen Araber zu lindern? Hier ist eine Auswahl ihrer bisherigen «Leistungen»:

  • Die Araber 1947 in einen unnötigen Krieg gegen Israel zu treiben, der das palästinensisch-arabische Flüchtlingsproblem (die Naqba) verursachte.
  • Das Hilfswerk der Vereinten Nationen UNRWA (das als temporäres humanitäres Hilfswerk gegründet wurde) zu unterwandern, um die Flüchtlinge als permanente und immer grösser werdende Brutstätte für judenhassende Terroristen zu instrumentalisieren.
  • Die Verweigerung der Bürgerrechte für Palästinenser, die in Jordanien, Libanon, Syrien und anderswo leben, zu ignorieren.
  • Die Vertreibung von Hunderttausenden von Palästinensern aus Kuwait nach dem Golfkrieg 1991.
  • Die Billigung der Ermordung von rund 4.000 Palästinensern durch Assad während des syrischen Bürgerkriegs.
  • Ermöglichung der fanatischen iranischen Mullahs, Milliarden von Dollar in die Kassen ihrer völkermordenden Zwillingskinder Hamas und Hisbollah zu stecken.
  • Die Förderung der antisemitischen BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestition und Sanktionen) als sinnloses Addendum zu den gescheiterten militärischen und terroristischen Kampagnen.

In welchem Paralleluniversum könnte irgendetwas davon als „pro-palästinensisch“ angesehen werden?

Die palästinensisch-arabische Führung, zusammen mit ihren vielen Freunden in der Arabischen Liga und der internationalen Gemeinschaft, haben die Palästinenser wiederholt verraten, indem sie eine gewaltsame Verweigerung befürwortet oder zumindest geduldet haben und ein fiktives und unerreichbares «Recht auf Rückkehr» propagierten. Und die meisten sogenannten «Pro-Palästinenser» im Ausland haben absolut nichts getan, um die Bedürfnisse der Palästinenser zu erfüllen. Stattdessen haben sie diese rücksichtslos ausgenutzt, wissentlich oder nicht, als eine Tarnung für Anti-Israelismus (oder «Anti-Zionismus») und Antisemitismus.

Die Behauptung, dass Israel unvergleichlich mehr für die palästinensischen Araber getan hat als die eigenen Führer der Palästinenser, scheint dem «gesunden Menschenverstand» zu widersprechen. Und doch ist es der Fall.

Von Albert Einstein stammt angeblich der Satz, «gesunder Menschenverstand» sei nichts anderes, als «die Anhäufung von Vorurteilen, die man bis zum 18. Lebensjahr erworben hat». In der Wahrnehmung der Welt über den Streit zwischen Israelis und Palästinensern übertrumpfen Vorurteile die Fakten in einem solchen Ausmass, dass es vermutlich ein Genie wie Einstein braucht, um sie zu beseitigen.

David Stone ist der akademische Direktor von StandWithUs UK, einer pro-israelischen NGO, die sich für Frieden auf der Grundlage von Bildung einsetzt. Auf Englisch zuerst erschienen bei The Article. Teil 2 des zweiteiligen Artikels mit dem Titel „Wer hat jemals etwas für die palästinensischen Araber getan?“ Für Teil 1 klicken Sie hier.

2 KOMMENTARE

  1. Der Mitkommentator Herr Buechi erwähnt das „Rückkehrrecht“.
    DIESES gilt laut dem rechtlich unverbindlichen Text der Resolution 194 aus Dez 1948
    NUR für diejenigen, die „FRIEDLICH mit ihren Nachbarn zusammenleben“ wollen
    und
    es gilt für SO SEHR FÜR jüdische Rückkehrwillige wie auch für Araber!
    Soweit zur korrekten Auslegung des so vielzitierten wie vielverzerrten Rückkehrrechtes.

    Zum Artikel:
    der Artikel von Herrn Stone befasst sich mit den WIRKUNGEN des israelisch-arabischen Konflikts
    seit der Staatsgründung Israels
    — benennt aber NICHT die eigentliche URSACHE (Motor).

    Bezüglich der Ursache müsssen wir reden:
    über Geld und darüber, was „Selbstbestimmung“ meint.

    „Die Palästinenser“ sind lediglich Schachfiguren, die hin und her geschoben werden
    — Schachspieler aber sind reiche und einflußreiche Muslime aus vielen Ländern.
    Es gibt in der muslimischen Kultur
    – (ich weiß: man hört und liest es NICHT gerne!) –
    ein Diktat religiös motivierter Minderwertigkeit von Juden.

    Ich behaupte:
    ohne den massiven Reichtum arabischer/muslimischer Hintermänner des Konflikts
    wäre der Konflikt ein viel, viel kleinerer als er heutzutage eben wirklich ist:
    woher kommt das Geld für den Konflikt?

    Der iranische Staat und viele sonstige, muslimische Hintermänner,
    etliche davon mit Diplomatenstatus!,
    geben bewusst und gewollt Hunderte von Millionen jährlich für …
    ja … für was?!
    Für den Straßenbau und Infrastruktur der „Palästinenser“?
    Für Bildung und Fortschritt der selbigen?
    NEIN!
    … für Terror und für Morde an Juden!

    Egal ob Hamas, Fatah, Islamischer Jihad oder die vielen sonstigen Gruppen
    — die (Auslands-)Finanzierung gibt es NUR für den Terror,
    keinesfalls für eine Verbesserung von Lebensumständen und Infrastruktur der Pali-Araber.

    WORUM
    geht es den Terrorgruppen eigentlich?
    Um das Wohl der Pali-Araber oder um die Terror-Finanzierung,
    die auch ungebildete und neuronale Schwergänger
    zu den Helden eines Volkes und waffenstarrende, in teuren SUVs herumfahrende Idole macht?!

    Der Nahost-Konflikt WIRD NIE politisch gelöst werden können
    — weil es KEIN politischer Konflikt mehr ist!

    Terror gegen Juden IST EINE GELDMASCHINE geworden
    — für tumbe Schachfiguren ist es DER Dukatenesel,
    der Reichtum und gesellschaftliche Anerkennung
    ohne bildungsbasierte Lebensleistung garantiert!

  2. Auch dieser Folgeartikel von David Stone enthält wichtige Fakten. Doch einmal mehr ist bezüglich des von David Stone erwähnten Prinzips der Selbstbestimmung festzuhalten, dass dieses bezüglich der Entstehung des Staates Israel ohne Bedeutung ist. Warum? Bis nach dem 2. Weltkrieg was das Recht auf Selbstbestimmung eine Art moralisches Recht, jedoch nicht auf völkerrechtlicher Basis. Deshalb kann es nicht retroaktiv für diesen Konflikt herangezogen werden. Man darf auch nicht vergessen, dass „die Palästinenser“ eine Erfindung Arafats sind, weil sich mit einem „Volk“ eher politische Forderungen durchsetzen lassen. Wie bereits letztes mal erwähnt, sind rund 75% der sog. Palästinenser selber Einwanderer resp. die Nachkommen solcher. Aufschlussreich ist die Aussage von PLO-Führer Mohsen 1977: «Das palästinensische Volk existiert nicht. Die Schaffung eines Palästinenserstaats ist nur ein Mittel um den Kampf gegen den Staat Israel fortzusetzen. In Wirklichkeit ist kein Unterschied zwischen Jordaniern, Palästinensern, Syrern und Libanesen.»

    Israel hat bis heute völkerrechtlich kein Territorium aufgegeben. In Oslo wurde nur die Selbstverwaltung gewisser Gebiete (Zone A, teilweise B, der Gazastreifen) vereinbart, mehr nicht. Territoriale Kompromisse ist Israel wohl bei seinen Friedensofferten 2000 und 2008 eingegangen, die jedoch von der PA abgelehnt wurden und damit nichtig sind. Bezüglich Rückkehrrecht existiert kein solches in Sachen palästinensische Flüchtlinge. Jene Resolution 194 von 1948 war unverbindlich weil von der UNO-Vollversammlung.

    Niemand hat die Araber 1947 in einen Krieg gegen Israel getrieben. Das war im Mai 1948 die arabische Reaktion auf den UNO-Teilungsplan von 1947. Richtig, dieser Krieg löste das arabische Flüchtlingsproblem aus. Es fanden wohl einige Vertreibungen statt, aber der Grossteil jener „Flüchtlinge“ verliess die Dörfer aufgrund von Aufrufen arabischer Führer, was gerade im Fall Haifa anhand britischer Dokumente bestens aufgezeigt wird. Aber das Mantra von der Vertreibung von Hunderttausenden Palästinensern hält sich hartnäckig, weil es zur psychologischen Kriegsführung gegen Israel gehört. .

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.