Israel: Umweltministerium erklärt Ölpest-Notstand für beendet

82 Prozent der Strände sind wieder für die Öffentlichkeit zugänglich, die Aufräumarbeiten werden fortgesetzt.

Lesezeit: 3 Minuten

Einen Monat nachdem Israels Meeresküsten durch Teer aus einem Ölteppich auf dem Meer verwüstet wurden, erklärte das Umweltschutzministerium am Mittwoch den Notfall für beendet, obwohl die Aufräumarbeiten noch andauern.

Die Katastrophe mit der Bezeichnung «Teer im Sturm» wurde als Umweltverschmutzung der Stufe 2 eingestuft. Im vergangenen Monat wurden schätzungsweise 1’000 Tonnen Teer an die israelische Mittelmeerküste gespült. Channel 12 News berichtete, dass bis heute 600 Tonnen neutralisiert wurden. Die Natur- und Parkbehörde hat den Vorfall als eine der schlimmsten Umweltkatastrophen in Israel bezeichnet.

«Nach einem besonders intensiven Monat gehen wir zur nächsten Stufe über und beaufsichtigen die Küstenbehörden bei der weiteren Reinigung und Entfernung des Teers, um eine vollständige Säuberung der Strände zu erreichen», erklärte Umweltschutzministerin Gila Gamliel in einer Medienmitteilung.

«Wir danken dem Ministerium, den lokalen Behörden, den Freiwilligen und den Umweltorganisationen. Mit ihrer Hilfe konnte der Vorfall schnell und effizient bewältigt werden», fügte sie hinzu.

Von den 101 offiziellen israelischen Stränden haben 83 in den letzten Wochen den Küstenteer-Index bestanden, wobei 82 Prozent der Strände wieder für die Bevölkerung geöffnet wurden. Von der Gesamtzahl wurden 61 Prozent als sauber oder mit leichtem Verschmutzungsgrad eingestuft, 36 Prozent wiesen einen leichten bis mässigen Verschmutzungsgrad auf und 3 Prozent, fast alles Felsstrände, sind immer noch stark verschmutzt.

In den letzten Wochen hat die Environmental Services Company, die dem Umweltschutzministerium untersteht, mehr als 650 Tonnen gemischten Teer gereinigt, was 83 Prozent des Abfalls ausmacht, der an israelische Strände gespült wurde.

Ab Mittwoch werden die Reinigungsarbeiten von den Küstenbehörden übernommen, wobei das Umweltschutzministerium ein Team zur Beaufsichtigung einberuft und Tauchuntersuchungen durchführt, um Teerklumpen zu lokalisieren, heisst es in der Pressemitteilung des Ministeriums.

Gleichzeitig wird das Ministerium eine Klage beim Internationalen Öl-Entschädigungsfonds einreichen, um eine Entschädigung für die durch die Ölpest verursachten Umweltschäden zu erhalten, hiess es.

Gamliel steht seit Bekanntwerden des Ölteppichs unter Beschuss. Ihr wird vorgeworfen, sowohl bei der Reinigung als auch bei der Untersuchung der Katastrophe zu trödeln. Gamliel reagierte auf die Kritik, indem sie die Verzögerungen auf die internationale Dimension des Vorfalls und der Untersuchung zurückführte.

«Es handelt sich um eine komplexe Untersuchung, die grösstenteils ausserhalb der Hoheitsgewässer des Staates Israel stattfindet, daher arbeiten wir mit internationalen Gremien zusammen, um die Verantwortlichen für den Schaden zu finden», sagte sie letzten Monat.

Gamliel behauptete später, der Ölteppich sei ein absichtlicher Angriff des Irans, lieferte dafür jedoch keine Beweise. Die Behauptung wurde sofort von hochrangigen Sicherheitsbeamten bestritten, wobei der Nachrichtensender Channel 13 berichtete, dass das israelische Verteidigungsestablishment «diese Einschätzung nicht teilt».

Letzte Woche berichtete das Wall Street Journal, dass Israel seit 2019 mindestens 12 Schiffe, die für Syrien bestimmt waren – die meisten von ihnen transportierten iranisches Öl – mit Minen und anderen Waffen angegriffen hatte. Die Angriffe haben die Tanker nicht versenkt, aber mindestens zwei der Schiffe gezwungen, in den Hafen im Iran zurückzukehren.

Anfang dieses Monats identifizierte das Umweltschutzministerium die «Emerald» als das Schiff, von dem es annahm, dass es für den Ölteppich verantwortlich war. Die Untersuchung ergab, dass das Schiff Öl aus dem Iran nach Syrien schmuggelte, als der Ölteppich Anfang Februar auslief.

Gemäss Informationen eines privaten Nachrichtendienstes an das Umweltschutz Ministerium, ist die «Emerald» über eine komplexe Struktur im Besitz der Malah-Familie aus Syrien.

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