Interpol hebt Haftbefehl gegen Drahtzieherin eines Selbstmordattentats in Jerusalem auf

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Ahlam Ahmad al-Tamimi. Foto IMAGO / ZUMA Wire
Ahlam Ahmad al-Tamimi. Foto IMAGO / ZUMA Wire
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Ein internationaler Haftbefehl gegen die jordanische Terroristin Ahlam Ahmad Al-Tamimi ist laut arabischen Medienberichten aufgehoben worden.

Die Internationale kriminalpolizeiliche Organisation, allgemein bekannt als INTERPOL, scheint die Verfolgung von Tamimi, die 2001 den Bombenanschlag auf eine Sbarro-Pizzeria in Jerusalem orchestriert hatte, bei dem 15 Menschen getötet wurden, aufgegeben zu haben.

In einem Brief, der am 8. März an arabischsprachige Medien veröffentlicht wurde, erklärte die internationale Strafverfolgungsbehörde, dass Ahlam Tamimi nicht länger „Gegenstand einer Bekanntmachung von Interpol“ sei, nannte aber keine weiteren Details.

Ihr Ehemann, Nizar Tamimi, bestätigte dies später auf Facebook und schrieb in einem Posting: „Mit diesem juristischen Sieg wurde ihr Name von der Fahndungsliste von Interpol entfernt, Allah sei Dank“, so der internationale TV-Nachrichtensender aus Israel i24news.

Ahlam Tamimi lebt in Jordanien, seit sie im Oktober 2011 im Rahmen eines Gefangenenaustauschs aus einem israelischen Gefängnis entlassen wurde.

Von den 15 Menschen, die bei dem Anschlag 2001 in Jerusalem getötet wurden, waren sieben Kinder und eine werdende Mutter. Weitere 130 Menschen wurden verletzt.

Ahlam Tamimi fuhr den Selbstmordattentäter, Izz al-Din Shuheil al-Masri, zu dem Restaurant in Jerusalem, nachdem er den Ort ausgekundschaftet hatte.
Al-Masri, der im Besitz eines mit Nägeln, Muttern und Schrauben gepackten Sprengsatzes war, zündete die Bombe, als das Restaurant voll besetzt war.

Tamimi hat in mehreren Interviews seit ihrer Freilassung bekräftigt, dass sie keine Reue für die von ihr verursachten Todesfälle empfindet.

Nach ihrer Freilassung moderierte sie fast fünf Jahre lang, zwischen 2012 und 2016, eine wöchentliche Sendung, die in Jordanien aufgezeichnet und gemeinsam von der Hamas und der jordanischen Muslimbruderschaft produziert wurde.

Im Jahr 2013 erhob das US-Justizministerium Anklage gegen Tamimi, die derzeit in Jordanien wohnt, aber Amman behauptet, kein Auslieferungsabkommen mit Washington zu haben. Allerdings erscheint Jordanien im Dokument „Treaties in Force“ des US-Aussenministeriums, welches besagt, dass die beiden Länder seit 1995 ein Auslieferungsabkommen haben. Die Trump-Administration hatte eine $5 Millionen Belohnung für ihre Gefangennahme angeboten.

Ahlam Ahmad Al-Tamimi ist nach wie vor auf der FBI „Most Wanted Terrorists“ Liste.

In einem Brief an den Generalsekretär von INTERPOL, Jürgen Stock, forderte der Direktor für Internationale Beziehungen des Wiesenthal-Zentrums, Dr. Shimon Samuels, die Rückkehr von Ahlam Ahmad Al-Tamimi in den Status „Most Wanted“.

In dem Brief heisst es weiter: „Herr Generalsekretär, der deutsche Stratege Carl von Clausewitz definierte Diplomatie als ‚Krieg mit anderen Mitteln‘. Der palästinensische Missbrauch internationaler Organisationen – politisch, rechtlich, kulturell, bildungspolitisch – hat diese in Schlachtfelder verwandelt. Wir haben erfahren, dass INTERPOL Al-Tamimi von seiner ‚Most Wanted Liste‘ gestrichen hat. Ein solch ungeheuerlicher Schritt würde weiteren Terrorismus ermutigen und den Opfern und Überlebenden Gerechtigkeit und Frieden verweigern.“

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