Mandela, Guevara und Ghandi: Gegen eine Normalisierung mit dem «Schurkenstaat Israel»

Lesezeit: 4 Minuten

Über 60 Organisationen aus den USA und Europa nahmen an einer Veranstaltung in Gaza teil, die von der Global Campaign to Return to Palestine organisiert wurde, einem Netzwerk, das BDS-Gruppen und Terrororganisationen umfasst.

Die Organisationen aus Europa und Nordamerika nahmen am 18. Januar 2021 an einer Online-Veranstaltung mit dem iranischen Regime, Führern der Terrororganisationen Hamas, Islamischer Dschihad in Palästina und der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) sowie anderen terroristischen Gruppen teil.

Hamas-Führer Ismail Haniyeh lobte in seiner Ansprache bei der Veranstaltung die Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionsorganisationen (BDS) und sagte: „Wir sehen gute Ergebnisse in der Arbeit unserer Diaspora, um das Bewusstsein zu schärfen, die Beziehungen zur Besatzung (Israel, Anm.d.Red) zu kappen und sie zu delegitimieren.“

Die zwei Veranstaltungen wurden am 18. Januar gleichzeitig aus Gaza und Teheran übertragen, wobei die Veranstaltung in Gaza „Jahr gegen die Normalisierung“ hiess und die  Veranstaltung aus dem Iran „Gemeinsam gegen die Normalisierung“. Sowohl in Gaza als auch im Iran bekräftigte man die Opposition gegen die vier arabischen Staaten – die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und Sudan -, die im vergangenen Jahr die Beziehungen zu Israel normalisiert haben.

Einer der Organisatoren der Veranstaltung in Gaza, Scheich Yusuf Abbas, erklärte, dass ihre Kampagne „hauptsächlich darauf abzielt, jedem klar zu machen, dass Normalisierung Verrat ist.“

Mehr als 60 Organisationen nahmen an der Veranstaltung in Gaza teil, die von der Global Campaign to Return to Palestine organisiert wurde, einem breiten Netzwerk welches viele linksextremistische, antiimperialistische, antizionistische und BDS-Gruppen umfasst. Unter den Teilnehmern waren unter anderem Organisationen wie US Palestinian Community Network (USPCN), Malcolm X Grassroots Movement USA, Collectif Palestine Vaincra Frankreich, Scottish Palestine Solidarity Campaign, Sardegna Palestina Italien, Palestinian Community Belgien und Luxemburg und International League of Peoples‘ Struggle (ILPS) Australien.

Hamas-Chef Haniyeh und Ziyad Nakhala, der Chef des Islamischen Dschihad in Palästina, sprachen bei der Veranstaltung in Teheran. Ebenso der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammed Bagher Ghalibaf, Sprecher der Parlamente der Türkei, des Libanon und Syriens sowie der stellvertretende Sprecher der jemenitischen Legislative.

Die Organisation Samidoun Palestinian Prisoner Solidarity, die in Europa und den USA aktiv ist, nahm ebenfalls teil. Israel hat Samidoun in diesem Jahr als terroristische Organisation eingestuft, da sie ein Zweig der PFLP ist, die in den USA, Kanada, der EU und Australien als terroristische Gruppe eingestuft wird.

Ein Redner bei der Veranstaltung in Gaza war Mahathir bin Mohamad, der ehemalige Premierminister von Malaysia, der für seine antisemitischen Äusserungen bekannt ist, wie z.B. Juden seien „hakennasig“ und „kontrollieren die Welt durch Stellvertreter“.

Mahathir bin Mohamad, der sich klar gegen eine Normalisierung mit Israel stellte, sagte an der auch auf Facebook ausgestrahlten Veranstaltung: «Israel war schon immer ein Schurkenstaat der die Menschenrechte nicht achtet, insbesondere die Rechte der Palästinenser, und das Land muss weiterhin als solcher behandelt werden.»

Mandela, Guevara und Ghandi

Weitere Teilnehmer waren laut der Tageszeitung Felestin mit Sitz in Gaza, Aleida Guevara March, die Tochter von Stalin-Verehrer und Guerillaführer Che Guevara, Tushar Arun Gandhi, der Urenkel des politischen Anführers der indischen Unabhängigkeitsbewegung Mahatma Gandhi, und Zwelivelile „Mandla“ Mandela, der Enkel des südafrikanischen Aktivisten, Politikers und Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela.

Für den Urenkel von Ghandi, Tushar Arun Gandhi ist: „Normalisierung (mit Israel) ein Verrat an der gerechten palästinensischen Sache, und solange die Palästinenser selbst nicht die Fähigkeit haben, in das Land ihrer Väter zurückzukehren, jenes Land, das ihr wahrer Besitz ist, ist jeder Versuch, einer Normalisierung ein grosser Verrat an den Palästinensern und kann nicht akzeptiert werden.“

Zwelivelile „Mandla“ Mandela, der Enkel von Nelson Mandela sagte: „Heute schliessen wir uns der globalen Allianz für Al-Quds (Jerusalem arabisch, Anm.d.Red) und Palästina an und sagen Nein zur Normalisierung.“

Mandela fügte hinzu: „In unseren dunkelsten Tagen im Kampf gegen die Apartheid hat das ärmste Land Südafrikas die Normalisierung des politischen Systems abgelehnt. Die israelische Apartheid tötet unschuldige Palästinenser, darunter Frauen und Kinder, stiehlt ihr Land, sperrt ihre Führer ein und verweigert ihr Recht, in ihr Land zurückzukehren.“

Er forderte die muslimischen Länder Indonesien, Marokko und Sudan auf, „ihren Fehler zu korrigieren und Nein zur Normalisierung zu sagen“ und sandte Ihnen die Botschaft zu: „Seid nicht mitschuldig, sagt Nein zur Normalisierung mit dem rassistischen Israel.“

Aleida Guevara March. Foto Screenshot Facebook / ReturnToPalestine

Aleida Guevara March, Tochter des „Revolutionärs“ Ernesto „Che“ Guevara, die 2017 während einer Tour durch die Schweiz auch an der UNI Bern auftrat, erklärte: „Das palästinensische Volk braucht Einheit und nochmal Einheit, damit es genug Kraft hat, um die Konfrontation mit Israel fortzusetzen. Kann es normale Beziehungen zu Israel geben? Ein Land das Palästina usurpiert und absichtlich Kinder, Jugendliche, Männer und Frauen tötet? Nein, das ist einfach nicht möglich“, sagte Guevara.

Die Veranstaltung in Teheran wurde auf dem Hisbollah-freundlichen, im Libanon ansässigen Nachrichtensender Al-Mayadeen ausgestrahlt, während die gleichzeitige Veranstaltung in Gaza teilweise auf Facebook Live und teilweise auf Al-Mayadeen zu sehen war, und zwar in einem geteilten Bildschirm mit der iranischen Veranstaltung.

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1 KOMMENTAR

  1. Taten und Erfolge von berühmten Menschen können nicht vererbt werden. Es zeigt sich immer ein höchst zwiespältiges und manchmal mitleiderregendes Bild, wenn deren Nachkommen glauben, es hätte doch auf sie abgefärbt.

    Was oft aus dem Blickwinkel gerät, ist, dass auch diese Berühmtheiten ihre Schattenseiten haben. So ist es zwar ein Verdienst von Nelson Mandela, verhindert zu haben, dass Südafrika in einem Bürgerkrieg versinkt und Schritte zur Aufarbeitung wie zur Versöhnung unternommen wurden, doch die Situation in Südafrika ist insgesamt nicht gut. Der ANC betreibt Machtmissbrauch, viele seiner Führer sind hochgradig korrupt und schüren inzwischen selbst rassistisches Denken. Ein politisches Testament hat Mandela m.W. nicht hinterlassen, kritische Anmerkungen zu seinen Weggefährten und deren Praxis fehlen.

    Unvergessen ist mir die Aufnahme, die Mandela Arm in Arm mit dem palästinensischen Massenmörder Arafat zeigt. Dieses Foto hat mein Bild über ihn doch ziemlich nachhaltig verändert. Bis dahin erschien er mir fast wie ein Heiliger. Einige zusätzliche Dokumente und Aussagen bestätigen diesen negativen Eindruck. Das schmälert nicht oben genannte Verdienste, dennoch rücken sie das Bild des realen Menschen Mandela notwendigerweise zurecht.

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