Judenhass an Neonazi-Marsch in Madrid

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Rede anlässlich des Neonazi-Marsches in Madrid am 13. Februar 2021. Foto Screenshot Youtube
Rede anlässlich des Neonazi-Marsches in Madrid am 13. Februar 2021. Foto Screenshot Youtube
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Mehrere hundert Neonazis marschierten am vergangenen Samstag durch Madrid, um der División Azul (Blauen Division), den spanischen Freiwilligen, die im Zweiten Weltkrieg an der Seite der Nazis kämpften, zu huldigen.

Die Veranstaltung wurde von der Juventud Patriota (Patriotische Jugend), einer Madrider Neonazi-Organisation, einberufen und von verschiedenen neonazistischen und faschistischen Gruppen in ganz Spanien unterstützt, wie z. B. der Partei España2000 oder La Falange, deren Anführer, Manuel Andrino, am Aufmarsch teilnahm.

Neonazi-Gruppen aus ganz Spanien treffen sich jedes Jahr in Madrid, um diesen Marsch durchzuführen, der mit dem Jahrestag der Schlacht von Krasny Bor 1943 zusammenfällt.

Der Marsch, der laut der spanischen Tageszeitung La Marea durch mehrere Strassen Madrids zum Almudena-Friedhof der Stadt führte, verlief hinter einem Banner mit dem Schild der Blauen Division und der Aufschrift „Ehre und Ruhm den Gefallenen“. Die Teilnehmer machten den Nazi-Gruss und sangen faschistische Lieder.

Eine Frau, die als die Neonazistin Isabel Peralta identifiziert wurde, sprach in einem blauen Hemd zu der Veranstaltung und sagte laut Aufzeichnungen: „Es ist unsere oberste Pflicht, für Spanien zu kämpfen, für Europa zu kämpfen, das jetzt schwach und vom Feind liquidiert wird. Der Feind wird immer derselbe sein, wenn auch mit anderen Masken: der Jude. […] Der Jude ist der Schuldige und die Blaue Division hat ihn bekämpft.“

Video El Mundo / Youtube

Zu den Teilnehmern sprach auch Ignacio Menéndez, ein Anwalt des Rechtsextremisten Carlos García Juliá, dem Mitverantwortlichen für das Atocha-Massaker von 1977, der erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden ist.

Menéndez forderte laut La Marea die Anwesenden auf, sich nicht an die Auflagen bezüglich COVID-19 zu halten: „Ihr müsst die Ausgangssperre verletzen, dass ihr euch mit eurer Familie und euren Freunden trefft, dass ihr mehr als sechs seid, so wie wir heute hier sind; und dass ihr euch umarmt, und dass ihr singt und dass ihr mit Freude lebt. Denn Faschismus ist Freude.“

Die Föderation der Jüdischen Gemeinden Spaniens (FCJE) verurteilte den Vorfall auf das Schärfste. „Wir halten es für inakzeptabel, dass in einer rechtsstaatlichen und soliden Demokratie wie Spanien solche Äusserungen ungestraft bleiben. Deshalb fordern wir, dass die Staatsanwaltschaft für Hassverbrechen diesen Vorfall untersucht und gegebenenfalls strafrechtlich verfolgt und diese kriminellen Handlungen verurteilt.“

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