Hamas-Pläne für riesige Moschee in Gaza sorgen für Aufruhr in der Bevölkerung

Lesezeit: 3 Minuten

Ein Plan zum Bau der Khalil al-Wazir-Moschee im Viertel Sheikh Ajalin am Strand im Gazastreifen ruft innerhalb der Bevölkerung in Gaza wegen der geschätzten Kosten von mehr als einer Million Dollar viel Kritik hervor.

von Baruch Yedid/TPS

Der Animationsfilm zu den in Gaza veröffentlichten Bauplänen, erregt unter anderem Aufsehen wegen des innovativen Designs der Moschee, das eine Ausnahme in der Landschaft von Gaza darstellt.

Das luxuriöse Design der Moschee, das nach Meinung der Bewohner des Gazastreifens an die Luxusgebäude der Emirate oder aus Computerspielen erinnert, lässt Kritik an den Prioritäten der Hamas-Regierung laut werden, die offensichtlich ohne Zögern bereit ist, viel Geld für die „auffällige“ Moschee auszugeben.

Bewohner des Gazastreifens äussern vermehrt harsche Kritik und fordern die Hamas auf, das Geld, einschliesslich der Spenden, in Krankenhäuser, Coronavirus-Behandlungszentren und Schulen zu investieren oder es an die Armen und Jugendlichen zu verteilen.

„Während Gaza unter 80% Arbeitslosigkeit und Armut leidet, hat die Verwaltung beschlossen, Spendengelder für auffällige Luxusmoscheen zu verteilen – das ist inakzeptabel“, schrieben Bewohner in sozialen Medien und kritisierten die Entscheidung der Waqf-Behörde in Gaza, die Moschee zu bauen.

Azzam Abdallah aus Gaza rief die Familien der Schahids auf, sich wegen der Verletzung ihrer Rechte bezüglich der Moschee Gehör zu verschaffen. Fayez al-Wad schrieb, dass „wir alle Innovation befürworten, aber wir müssen unsere Grenzen anerkennen.“

Youtube-Werbefilm für die geplante Moschee.

Ein Internetnutzer schrieb, dass eine solche überteuerte Moschee „wahrscheinlich auch einen Tennisplatz und Billardtische beinhalten wird“, und ein anderer schrieb, dass „diese Moschee luxuriöser ist als Europas Strandhotels.“

„Ich dachte, es handle sich um das Khalil al-Wazir Hotel, es stellte sich jedoch heraus, dass es nur eine Moschee ist“, schrieb ein anderer, und eine Bewohnerin des Gazastreifens schloss sich der Kritik an und schrieb, dass sie von früh bis abends für zehn Schekel zur Arbeit geht, während die Hamas-Regierung Millionen von Dollar für schicke Moscheen ausgibt.

Die ursprüngliche Khalil al-Wazir Moschee war während der Operation Protective Edge zerstört worden. Die Moschee im Stadtteil Sheikh Ajalin soll nun mit Spendengeldern von der Aman Palestine Foundation wieder aufgebaut werden, die von Malaysia aus operiert und eine Niederlassung in Indonesien hat und dafür zuständig ist, Spenden von Muslimen in asiatischen Ländern zu sammeln.

Muhammad Hasna, ein palästinensischer Beamter, der im Gazastreifen arbeitete und Indonesien besuchte, schrieb auf seiner Facebook-Seite, dass es wahr sei, dass der Vertrag für den Bau der Moschee 2018 zwischen der Aman Palestine-Stiftung und dem Gazastreifen unterzeichnet wurde, und zwar nachdem die Waqf-Behörde diese Unterzeichnung initiiert hatte. Hasna widerspricht der Antwort des Waqf-Büros, das nun behauptet, der Bau der Moschee sei der Wille der Spender und sie seien für den Entwurf und die Kosten verantwortlich.

Hasna fügte hinzu, dass es auch eine Ungerechtigkeit gegenüber den armen Spendern in Malaysia und Indonesien sei, die Gelder für den Bau einer opulenten Moschee zu verwenden und bezeugte, dass viele von ihnen manchmal goldene Ohrringe spenden und davon ausgehen, dass ihre Spende die Armen in Gaza erreichen wird.

Das Waqf-Büro in Gaza gab nach der öffentlichen Kritik eine Erklärung ab und stellte klar, dass es sich um ausländische Gelder handelt, die nicht zum Budget der Hamas im Gazastreifen gehören.

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