Explosion nahe der israelischen Botschaft in Neu-Delhi: Hinweise auf iranische Verbindung

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Foto Screenshot India Today / Youtube
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Die indische Terrorgruppe Jaish-ul-Hind hat sich zu der Explosion in der Nähe der israelischen Botschaft in Neu Delhi am Freitag bekannt, berichteten indische Medien.

Bei der Explosion, die sich am 29. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Indien und Israel ereignete, wurde niemand verletzt.

Laut der Nachrichtenseite India.com haben die Ermittlungen Gespräche in den sozialen Medien ausgewertet, in denen sich Jaish-ul-Hind-Aktivisten damit brüsten, den Anschlag ausgeführt zu haben.

Der Indian Express berichtete unter Berufung auf eine Polizeiquelle, dass die Bombe offenbar in einem Blumentopf auf dem Fahrbahnteiler platziert worden sei. Dem Bericht zufolge wurde am Tatort ein Brief gefunden, der an den „Botschafter der israelischen Botschaft“ adressiert war und in dem es hiess, dass die Explosion eine „Vorschau“ sei, was darauf hindeutet, dass es sich um einen Auftakt für zukünftige Angriffe gegen die Botschaft oder andere israelische Ziele im Land handelt.

Die Nachricht bezieht sich auch auf die „iranischen Märtyrer“ Qassem Soleimani, den Kommandeur der Quds-Force des Korps der Islamischen Revolutionsgarden, der am 3. Januar 2020 bei einem US-Drohnenangriff im Iran getötet wurde, und Mohsen Fakhrizadeh, den Leiter des iranischen militärischen Atomprogramms, der am 27. November in der Nähe von Teheran ermordet wurde, bei einem Anschlag, für den der Iran Israel verantwortlich gemacht hat.

Ein Team von forensischen Experten der Polizei von Neu-Delhi besichtigte am Freitag den Ort der Explosion, um weitere Beweise zu sammeln, darunter auch Proben, die die chemische Zusammensetzung des einfachen Sprengkörpers mit geringer Intensität, der bei dem fehlgeschlagenen Anschlag verwendet wurde, ermitteln sollen.

Die Polizei sah sich auch Videomaterial von Sicherheitskameras der Botschaft und von gegenüber dem Gebäude an. Das Filmmaterial zeigte ein Taxi, das zwei Männer absetzte, die in Richtung der Stelle in der Nähe der Botschaft gingen, wo die Explosion stattfand.

Der Fahrer wurde befragt und Phantombilder der Verdächtigen „sind in Vorbereitung“, hiess es in dem Bericht.

In weiteren Meldungen hiess es, dass forensische Experten Teile einer Getränkedose und Kugellager gefunden haben. Die Kugellager seien offenbar in die Dose gestopft wurden und in einem Radius von 25 Metern vom Explosionsort entdeckt worden, so India.com.

„Die Kugellager trafen mehrere Autos. Die Polizei hat kein Bauteil oder eine Batterie am Tatort gefunden“, sagte eine Polizeiquelle.

In dem Bericht wurde darauf hingewiesen, dass Regierungsgebäude in der Nähe der Botschaft nach der Explosion in Alarmbereitschaft versetzt wurden.

Der israelische Botschafter in Indien, Ron Malka, bestätigte, dass Jerusalem den Vorfall als Terroranschlag behandelte und sagte, dass die Botschaft den Behörden ihre volle Kooperation bei den Ermittlungen anbot.

„Die Ermittlungen sind im Gange und es werden alle Beweise vom Tatort gesammelt. Es gibt eine umfassende Zusammenarbeit zwischen indischen und israelischen Behörden. Im Moment ist unsere starke Annahme, dass es ein Terroranschlag ist, der auf die israelische Botschaft abzielt. Glücklicherweise wurde niemand verletzt“, sagte er.

Laut dem Büro des israelischen Premierministers sprach der indische nationale Sicherheitsberater Ajit Doval am Freitag telefonisch mit dem Leiter des israelischen nationalen Sicherheitsrates Meir Ben-Shabbat und lieferte ein Update zu den Ermittlungen.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bat darum, dem indischen Premierminister Narendra Modi zu übermitteln, dass Israel volles Vertrauen hat, dass die Untersuchung “ gründlich“ sein wird, und dass die indischen Behörden die Sicherheit von Israelis und Juden im Land gewährleisten können

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