Beduinen reparieren zerstörten jüdischen Friedhof in Israel

Lesezeit: 3 Minuten

Nachdem zwei junge Beduinen-Teenager auf TikTok damit geprahlt hatten, einen jüdischen Friedhof in Moshav Nevatim, etwa acht Kilometer südlich von Beersheva im Negev, verwüstet zu haben, trat eine Gruppe von etwa 20 jungen Erwachsenen aus verschiedenen Beduinendörfern in Aktion.

von Abigail Klein Leichman 

Ausgerüstet mit Farbe und Pinseln machten sie sich am nächsten Morgen auf den Weg zum Friedhof – obwohl es Freitag war, der muslimische Sabbat – und arbeiteten stundenlang, um beschädigte Grabsteine zu reparieren und hasserfüllte Graffiti abzukratzen und zu übermalen.

Alle Freiwilligen, die an dieser herzergreifenden Aktion beteiligt waren, sind Absolventen von Desert Stars, einer gemeinnützigen Organisation, die ein stammesübergreifendes Netzwerk unter jungen Beduinenführern im Negev aufbaut.

„Weil sie die sozialen Medien nutzen, sahen sie den Beitrag auf TikTok, und kurz darauf wurde die Nachricht auf unserer WhatsApp-Gruppe verbreitet“, sagt Desert Stars Co-CEO Yousef Abu Jaffar.

„Sie riefen mich an, als ich auf dem Heimweg war, und um 19 Uhr abends waren alle bereit“, erzählt Abu Jaffar gegenüber der Nachrichtenagentur ISRAEL21c. „Ich sagte, ich würde mich ihnen am Morgen anschliessen.“

Als Abu Jaffar am Freitagmorgen um 8 Uhr in Nevatim ankam mit frischen Bourekas für alle (gebackene Krapfen, Anm.d.Red.) waren die jungen Beduinen fast fertig mit dem Aufräumen.

Mehrere Freiwillige posteten auf der Facebook Seite von Desert Stars, warum sie sich für die Solidaritätsaktion entschieden haben.

„Unsere Arbeit hat nicht nur eine unmittelbare Auswirkung“, schrieb Saad Abu Ayad, ein ehemaliger Schüler, der jetzt als Lehrer im informellen Bildungsprogramm der Desert Stars High School arbeitet.

„Wir senden hier eine Botschaft an beide Seiten – an die jüdische Gesellschaft, aber auch nach innen an die beduinische Gesellschaft -, damit jeder weiss, dass wir Vandalismus verurteilen, und damit die Jugend unserer Gesellschaft sieht, dass solche Taten ihnen kein Prestige verleihen, sondern eher das Gegenteil. Wir werden es nicht akzeptieren und wir werden solche Dinge nicht zulassen.“

Der Manager des Alumni-Programms, Adam Al-Assad, kaufte das fürs Aufräumen nötige Material am Abend zuvor und brachte es zum Friedhof. „Wir möchten, dass die ganze israelische Gesellschaft, die von dem Vandalismus gehört hat, auch von der Wiedergutmachung erfährt“, schrieb Al-Assad. „Wir sind der Meinung, dass es eine ebenso wichtige Nachricht ist, das schöne Gesicht der beduinischen Gesellschaft zu zeigen, und dass wir weiterhin eine Botschaft der Einheit verbreiten können.“

Abu Jaffar merkt an, dass die 20-Jährigen, die sich freiwillig gemeldet haben, aus verschiedenen Dörfern kommen und alle einer Arbeit nachgehen oder ihr Studium fortsetzen. Ungefähr 250.000 arabische Beduinen leben in neun Beduinengemeinden und Dutzenden von Hirten- und Bauerndörfern, die über den Negev verstreut sind.

„Wir dachten, dass etwa 10 Freiwillige kommen würden, aber am Ende waren es viel mehr. Sie nahmen sich die Zeit, zu putzen und zu streichen und alles so gut wie möglich in Ordnung zu bringen.“

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1 KOMMENTAR

  1. Über diese Aktion durch die jungen Beduinen freue ich mich sehr.
    Danke, für das Aufzeigen, dass es auch anders geht, das Miteinander das Ziel ist.

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