Jeremy Corbyn von Labour Party suspendiert

Lesezeit: 2 Minuten

Der ehemalige Vorsitzende der britischen Labour Party, Jeremy Corbyn, wurde von der Partei ausgeschlossen. Dies nachdem er auf einen Bericht reagiert hatte, in dem die Antwort der Partei auf den Antisemitismus in ihren Reihen unter seiner Führung ausführlich beschrieben wurde.

„Angesichts seiner heutigen Äusserungen und seines Versäumnisses, diese anschliessend zurückzunehmen, hat die Labour Party Jeremy Corbyn bis zum Abschluss der Untersuchung suspendiert“, so die sozialdemokratische Partei in einer Erklärung.

Nach der Veröffentlichung des Berichts behauptete Corbyn, dass die Zahl der Beschwerden über Antisemitismus innerhalb der Partei während seiner Amtszeit „dramatisch übertrieben“ und er „nicht Teil des Problems“ gewesen sei.

Der Bericht wurde von der Gleichstellungs- und Menschenrechtskommission verfasst und fand zahlreiche Fälle, in denen die Parteiführung unter Corbyn die Beschwerden jüdischer Mitglieder herunterspielte, herabsetzte oder gar ignorierte.

„Unsere Untersuchung hat mehrere Bereiche aufgezeigt, in denen (Labour’s) Ansatz und Führung bei der Bekämpfung des Antisemitismus unzureichend waren“, sagte die Interimsvorsitzende der Kommission, Caroline Waters, bei der Vorstellung des 130-seitigen Berichts.

„Dies ist unentschuldbar und scheint eher auf einen Mangel an Bereitschaft zur Bekämpfung des Antisemitismus zurückzuführen zu sein als auf die Unfähigkeit, dies zu tun“, sagte sie.

Die Kommission erklärte, dass sich Labour unter Corbyn dreier Verstösse gegen das britische Gleichstellungsgesetz von 2010 schuldig gemacht habe, und zwar wegen politischer Einmischung in Beschwerden, wegen des Versäumnisses, diejenigen, die mit Antisemitismusfällen umgehen, angemessen zu schulen, und wegen Belästigung von Beschwerdeführern.

Der derzeitige Parteivorsitzende Sir Keir Starmer sagte in seiner Reaktion auf den Bericht: „Und wenn es – nach all dem Schmerz, all der Trauer und all den Beweisen in diesem Bericht – immer noch diejenigen gibt, die meinen, es gäbe kein Problem mit Antisemitismus in der Labour Party. Dass das alles übertrieben ist, oder ein parteipolitischer Angriff“.

„Dann sind Sie, ehrlich gesagt, auch Teil des Problems. Und Sie sollten auch nicht in der Nähe der Labour Party sein.“ so Starmer gegenüber britische Medien.

Artikel zum Thema

Irans Mullahs wollen den „Atomdeal“ – Biden auch

Die regierenden Mullahs im Iran, welche die mögliche Präsidentschaft des designierten Präsidenten Joe Biden im Jahr 2021 bejubeln, fordern ihn bereits jetzt auf, sich...

Bericht: Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Extremismus

Antisemitismus kann ein Warnzeichen für Extremismus sein, wie ein aufschlussreicher neuer Bericht des britischen Community Security Trust (CST) zeigt. Der Bericht "Pathway to Terror", der...

Die Weltbank, die palästinensische Autonomiebehörde und der moralische Imperativ

Der Bericht vom 24. November 2020, in dem die finanzielle Situation der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) analysiert wurde, zeigte deutlich den moralischen Bankrott der Weltbank...

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Stay Connected

5,448FansGefällt mir
214NachfolgerFolgen
1,297NachfolgerFolgen

NEU

Irans Mullahs wollen den „Atomdeal“ – Biden auch

Die regierenden Mullahs im Iran, welche die mögliche Präsidentschaft des designierten Präsidenten Joe Biden im Jahr 2021 bejubeln, fordern ihn bereits jetzt auf, sich...

Bericht: Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Extremismus

Antisemitismus kann ein Warnzeichen für Extremismus sein, wie ein aufschlussreicher neuer Bericht des britischen Community Security Trust (CST) zeigt. Der Bericht "Pathway to Terror", der...

Die Weltbank, die palästinensische Autonomiebehörde und der moralische Imperativ

Der Bericht vom 24. November 2020, in dem die finanzielle Situation der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) analysiert wurde, zeigte deutlich den moralischen Bankrott der Weltbank...

Cassis knickt ein: 40 Millionen für umstrittenes Palästinenser-Hilfswerk

Vor zwei Jahren sorgte Aussenminister Ignazio Cassis weltweit für Schlagzeilen: Als erster europäischer Politiker hatte er es gewagt, den Sinn des Uno-Hilfswerks für palästinensische...

Europäische Union unternimmt Schritte zur Bekämpfung des Antisemitismus

Ein zentrales Gremium der Europäischen Union hat am Mittwoch eine Erklärung zur Bekämpfung des Antisemitismus verabschiedet. Der Rat der Europäischen Union umfasst die Regierungsminister der...
Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat: Unterstützen Sie uns. Danke!