Balkanländer gegen den Antisemitismus

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Foto Screenshot 2020 Balkans Forum Against Anti-Semitism / Youtube
Foto Screenshot 2020 Balkans Forum Against Anti-Semitism / Youtube
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Bei der Eröffnungskonferenz des online durchgeführten Balkan-Forums gegen Antisemitismus am Mittwoch, verpflichteten sich einige Balkanländer zu einer gemeinsamen Haltung gegen Antisemitismus.

Die teilnehmenden Länder diskutierten während der Konferenz, wie die Balkanregion als Einheit arbeiten kann, um den Antisemitismus zu bekämpfen.

An der Veranstaltung, die vom Parlament der Republik Albanien in Partnerschaft mit dem Combat Ant-Semitism Movement (CAM) und der Jewish Agency for Israel organisiert wurde, nahmen u.a. US-Aussenminister Mike Pompeo, der Präsident des Europäischen Parlaments David Maria Sassoli, Albaniens Premierminister Edi Rama, Vjosa Osmani, Elan Carr, der US-Sondergesandte zur Überwachung und Bekämpfung des Antisemitismus sowie weitere Vertreter und Diplomaten teil.

„Wir sind hier, weil der Antisemitismus leider immer noch unter uns weilt. Wir tragen gemeinsam die Verantwortung ihn zu zerschlagen. Wir können es tun. Zuerst müssen wir diese Bedrohung definieren und sie klar verstehen“, sagte US-Aussenminister Mike Pompeo, der auch andere Länder aufforderte, die Arbeitsdefinition von Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) zu übernehmen.

„Die Aufgabe, den Antisemitismus zu bekämpfen, ist dringend, zumal wir während der Pandemie einen beunruhigenden Aufwärtstrend feststellen müssen“, fügte er hinzu.

In seiner Ansprache auf der Eröffnungskonferenz sagte Knessetsprecher Yariv Levin, dass „der Antisemitismus nie verschwunden ist“. In unserer Zeit gibt es auch „aufgeklärte“ Antisemiten, die sich hinter Delegitimierung und Boykott Israels verstecken; hinter Bewegungen der „sozialen Gerechtigkeit“ und „politischen Korrektheit“.

Heute sind es die Juden, morgen könnten es andere sein

„Ich wende mich an Sie aus einem neuen Nahen Osten, ganz anders als noch vor einigen Monaten. Neben der Tatsache, dass sich die Beziehungen zwischen Israel und dem Sudan gewandelt haben, wurden Friedensabkommen unterzeichnet, und Mauern des Misstrauens und der Ignoranz wurden niedergerissen und durch Zusammenarbeit ersetzt“, sagte Levin und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass diese Entwicklungen das Wissen der Menschen über Israel erweitern und damit das Ausmass des Antisemitismus auch „in unserer Region“ verringern werden.

„Heute sind es die Juden, morgen könnten es andere sein. Sagen wir nein zum BDS, nein zur Doppelmoral gegenüber dem jüdischen Staat und nein zum Antisemitismus“, schloss er.

Aufzeichnung des 2020 Balkans Forum Against Anti-Semitism

„Wir müssen weiterhin jede Form von Antisemitismus bekämpfen, nicht nur als Bedrohung für Juden und Israel, sondern auch als Bedrohung unserer eigenen Zivilisation und unserer Werte, auf denen unsere Zukunft aufgebaut wird“, sagte der albanische Premierminister Edi Rama und fügte hinzu, dass der Online-Antisemitismus die Bedrohung noch verstärkt. „Vergessen wir nicht, dass die allerersten Pogrome ihren Ursprung in den damaligen ‚Fake News‘ und Verleumdungen gegen die Handlungen der Juden hatten“, so Rama.

„Die schändliche und traurige Wahrheit ist: Im Jahr 2020, 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, können viele jüdische Menschen in ganz Europa kein sorgenfreies Leben führen“, sagte der Präsident des Europäischen Parlaments David Maria Sassoli. „Dies zeigt, dass wir niemals ruhen dürfen, dass wir niemals aufhören dürfen, dass wir uns niemals erlauben dürfen zu denken, dass sich die Geschichte, an die wir vor über 75 Jahren geglaubt haben, nicht wiederholen kann.“

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