Israel: Tausende anti-israelischer Beiträge von Bot- und Troll-Netzwerken aufgedeckt

Ein Bericht, der auf einer zweimonatigen Recherche des israelischen Ministeriums für strategische Angelegenheiten basiert, zeigt den grossen Einfluss gefälschter Profile in sozialen Medien, die versuchen die Öffentlichkeit gegen den jüdischen Staat aufzubringen.

1
Screenshot aus der Studie zu den gefälschten Profilen. Foto zVg
Screenshot aus der Studie zu den gefälschten Profilen. Foto zVg
Lesezeit: 2 Minuten

Das israelische Ministerium für strategische Angelegenheiten hat zum ersten Mal einen Bericht über nicht authentische soziale Medienprofile und Netzwerke, die gegen den Staat Israel aktiv sind, veröffentlicht. Die Studie untersuchte 250 verdächtige Konten und stellte fest, dass 170 davon falsche Profile sind, die versuchen online anti-israelische Stimmung zu schüren und den Diskurs über das Land zu manipulieren.

Die Studie wurde zwischen Juni und August dieses Jahres durchgeführt, als der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) über eine Untersuchung Israels zu beraten begann und Gespräche über eine Ausweitung der israelischen Souveränität zur Diskussion standen. Im Rahmen der Untersuchung wurden über 250 Konten untersucht, von denen 70% (170) als nicht authentisch eingestuft wurden. Sie wurden unter anderem mit den Hashtags #ICC4Israel, #ICCPalestin und #StopAnnexation versehen.

Auf dem Höhepunkt ihrer Aktivitäten im Zusammenhang mit der IStGH-Entscheidung zu Israel wurden über 15.000 Tweets unter dem Hashtag „#ICC4Israel“ gepostet. Der Bericht identifizierte auch zwei grosse Netzwerke (mit jeweils über 30 Nutzern) fiktiver Profile, die auffallend ähnliche Verhaltensmuster aufwiesen und aus Profilbildern junger Frauen bestanden, während sie behaupteten, ehrenamtlich in einer von zwei NGOs in Gaza tätig zu sein. 

Die Befunde deuten auf ein organisiertes und koordiniertes Bemühen hin, die öffentliche Meinung gegen Israel zu beeinflussen. Als Teil ihrer Kampagne bauschen Aktivisten den anti-israelischen Diskurs in den sozialen Medien künstlich auf, um den Anschein einer weit verbreiteten Unterstützung der Bevölkerung für ihre Sache zu erwecken, so das Ministerium für strategische Angelegenheiten in einer Pressemitteilung.

Screenshot aus der Studie zu den gefälschten Profilen. Foto zVg

Der Direktor des Ministeriums für Strategische Angelegenheiten, Ronen Manelis, sagte während einer Online-Pressekonferenz am Dienstag, dass es zwar legitim sei, Israel zu kritisieren, und dass eine solche Kritik unter das Recht der Menschen auf freie Meinungsäusserung falle, dass es aber nicht legitim sei, dies unter Verwendung gefälschter Konten und nicht echter Identitäten zu tun.

Manelis, ein ehemaliger IDF-Sprecher, sagte, dass viele der gefälschten Konten aus dem Gaza-Streifen und andere in Grossbritannien und den Vereinigten Staaten geführt wurden. Im Bericht sind die in Gaza ansässige Organisation Palestinian Voices und die in Grossbritannien ansässige Palestine Solidarity Campaign (PSC) mit den gefälschten Konten in Verbindung gebracht worden.

Manelis räumte ein, dass das im Bericht des Ministeriums hervorgehobene Netzwerk nicht besonders gross oder finanziell gut ausgestattet sei. „Es kostet nicht viel, Bots zu erstellen, dies war keine Kampagne mit hohem Budget. Aber die Idee ist, diese Netzwerke systematisch aufzuspüren und abzuschalten“.

Israel beabsichtigt, regelmässige Untersuchungen zu diesem Thema durchzuführen, um nicht authentische Aktivitäten in den sozialen Netzwerken aufzudecken und rechtliche Schritte zu prüfen, die in dieser Angelegenheit unternommen werden können.

UPDDATE 02. November 2020: Dokument „Manipulating Social Media“ als PDF Version angehängt:

1 KOMMENTAR

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.