Sukkot in Jerusalem am 15. Oktober 2019. Foto Hillel Maeir/TPS
Sukkot in Jerusalem am 15. Oktober 2019. Foto Hillel Maeir/TPS
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“Es bedarf aller Arten.” Dies ist die grundlegende Botschaft der Mizwa der “vier Arten” – Etrog, Lulaw, Hadas, Arawa – über die wir zu Sukkot den Segen sprechen.

von Yanki Tauber

Mit den Worten des Midrasch:

Der Etrog hat einen guten Geschmack und verströmt einen angenehmen Duft; so auch der Teil des Volkes Israel, der sowohl Tora lernt, als auch gute Taten vollbringt … Die Dattel (die Frucht des Lulaw) hat einen guten Geschmack, duftet aber nicht; dies trifft auch auf den Teil des Volkes Israel zu, der zwar Tora lernt, aber keine guten Taten vollbringt … Der Hadas duftet wiederum, hat aber keinen Geschmack; dies steht für den Teil des Volkes Israel, der gute Taten vollbringt, aber keine Tora lernt … Die Arawa hat keinen Geschmack und duftet zudem auch nicht; so gibt es auch Juden die weder Tora lernen, noch gute Taten vollbringen … sagt G-tt: „Lass sie uns alle zusammenbinden und alle füreinander sühnen.“

Der Lubawitscher Rebbe führt aus, dass der Midrasch nicht nur sagt, dass „alle Teil des jüdischen Volkes sind“ oder „alle in den Augen G-ttes wunderbar sind“ oder auch, dass „alle notwendig sind“; er sagt, dass „alle füreinander sühnen.“ Dies impliziert, dass jede der vier Arten etwas besitzt, was die anderen drei nicht haben, und folglich “sühnt” und folglich die abwesenden Qualitäten der anderen drei ausgleichen.

Mit anderen Worten, es ist nicht nur so, dass es aller „vier Arten” bedarf, um ein Volk zu bilden – es bedarf auch alle Fähigkeiten um einen Menschen zu formen. Und Sukkot ist die Zeit, wenn wir uns miteinander verbinden, so dass die Qualitäten des anderen auch auf uns abfärben.

Der Etrog sagt: „Ich bin perfekt. Ich wäge das Lernen und das Handeln so ab, dass ein tadelloses Gleichgewicht entsteht. In meinem Leben versuchen sich versuchen sich Wissen und Handeln nicht gegenseitig zu übertrumpfen, sondern vervollständigen oder ergänzen sich gegenseitig.“ Dies ist etwas, was wir alle sagen müssen, wenigstens hin und wieder. Wir alle müssen wissen, dass es das Potential für eine solche harmonische Vollkommenheit gibt und dass jeder von uns Momente besitzt, dieses zu verwirklichen.

Der Lulaw sagt: „Ich widme mich zutiefst dem Streben nach Weisheit, Bewusstsein und Selbsterkenntnis. Das Handeln ist ebenfalls bedeutsam, aber meine Priorität liegt auf dem Wissen um und von G-tt um (dadurch) mein wahres Selbst zu erkennen, auch wenn diers bedeutet, dass ich mich aus der Welt zurückziehe.“ Dies ist etwas, was wir alle sagen müssen, wenigstens hin und wieder. Wir alle müssen wissen, dass das Potential für solch vollendetes Wissen in uns liegt und dass jeder von uns Momente besitzt, dieses zu verwirklichen.

Der Hadas sagt: „Was unsere Welt benötigt ist die Tat. Das Wissen um und von G-tt und die Selbsterkenntnis sind hehre Ziele, aber ich habe eine Aufgabe zu erledigen.“ Ich muss eine bessere Welt bauen – so kann es sein, dass die „Aufklärung“ warten muss.“ Dies ist etwas, was wir alle sagen müssen, wenigstens hin und wieder. Wir alle müssen wissen, dass es unsere Aufgabe im Leben ist, „die physische Welt in eine Heimstätte für G-tt zu verwandeln“ und dass es Zeiten gibt, wenn die Tat allem anderen vorgezogen werden muss.

Die Arawa sagt: “Ich habe nichts. Ich bin nichts.” Dies ist etwas, was wir alle sagen müssen, wenigstens hin und wieder.

Yanki Tauber ist Chefredakteur von Chabad.org und ein erfolgreicher Autor. Mit freundlicher Genehmigung von Chabad Lubawitsch Deutschland.

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