Fotos RIAS Bayern /zVg
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Die unzulängliche Erfassung von Hassverbrechen in Verbindung mit dem Zögern der Opfer, Vorfälle den Behörden zu melden, trägt laut einem neuen Bericht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) dazu bei, dass das Ausmass antisemitischer Vorfälle in der EU grob unterschätzt wird.

Laut dem Überblick über die in der Europäischen Union für den Zeitraum 2009-2019 erfassten antisemitischen Vorfälle benötigen die Regierung und die Zivilgesellschaft zwar angemessene Daten, um den in Europa grassierenden Judenhass zu bekämpfen, aber es bestehen nach wie vor grosse Lücken bei der Datenerhebung.

Einige EU-Mitgliedstaaten erheben überhaupt keine offiziellen Daten. So gibt es beispielsweise für Ungarn und Portugal keine offiziellen Daten über gemeldete antisemitische Vorfälle für das Jahr 2019. Die vorhandenen Daten sind im Allgemeinen nicht zwischen den EU-Mitgliedstaaten vergleichbar. Dies liegt daran, dass sie unterschiedliche Methoden zur Datenerhebung verwenden und Daten aus unterschiedlichen Quellen beziehen.

Hinzu kommt, dass die offiziellen Datenerhebungssysteme die Vorfälle nicht immer als antisemitisch kategorisieren. Dies sind einige der Gründe, warum die Reaktionen auf Antisemitismus so oft wirkungslos bleiben.

Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit nachhaltiger Anstrengungen zur Verbesserung der Datenerfassung. Dazu gehören neue Methoden, Datenquellen und Datenverarbeitungstechniken, um die Häufigkeit und die Auswirkungen des Hasses gegen Juden besser messen zu können.

Der Überblick konzentriert sich zwar auf das Jahr 2019, gibt aber auch Beispiele dafür, wie antisemitische Verschwörungstheorien rund um die Coronavirus-Pandemie Hassreden online geschürt haben.

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