Foto Burrows, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3979974
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Die Synagoge in Makó im Südosten Ungarns wurde nach einer sechsmonatigen Renovierung wieder eingeweiht, zusammen mit einem neuen Besucherzentrum, das in einem benachbarten Gebäude eingerichtet wurde.

An der Einweihungszeremonie nahmen sowohl zivile als auch religiöse Persönlichkeiten teil, darunter die Bürgermeisterin von Makó, Erzsébet Éva Farkas und Zsolt Urbancsok, Historiker und Präsident einer lokalen Vereinigung, die sich für die jüdische Geschichte und das jüdische Erbe der Stadt einsetzt, sowie Péter Kunos, Geschäftsführer von MAZSIHISZ, dem Dachverband der ungarischen jüdischen Neolog-Gemeinschaften.

„Die Synagoge erinnert uns an das zerbrochene Ganze, da die einst bevölkerungsreiche lokale Gemeinschaft heute nicht mehr existiert“, sagte Farkas laut der lokalen Nachrichtenseite delmagyar.hu.

Die Renovierungsarbeiten umfassten die Isolierung der Wände und den Neuanstrich sowohl des Aussen- als auch des Innenraums sowie die Wiederherstellung der Verzierungen. Der Gedenkhof zu Ehren der Holocaust-Opfer wurde ebenfalls renoviert, und im Gebäude neben der Synagoge wurde ein Besucherzentrum eingerichtet, in dem sich Besucher über die jüdische Geschichte Makós informieren können.

Die Renovierung der Synagoge wurde im Rahmen des von der EU finanzierten Projekts The Hungarian Jewish Heritage Route in Eastern Hungary durchgeführt, welches das orthodoxe jüdische Erbe in Ostungarn fördert. Das Projekt wurde im Dezember 2018 mit einem Gesamtbetrag von 1,4 Milliarden Forint (etwa 4 Millionen Euro) angekündigt. Es zielt darauf ab, die Infrastruktur zu verbessern und religiösen Pilgern und anderen Interessierten den Besuch jüdischer Kulturstätten in Makó und vier weiteren ungarischen Städten und Dörfern zu erleichtern.

In Makó gibt es auch zwei jüdische Friedhöfe, und im Rahmen des EU-Tourismusprojekts wurde im vergangenen Jahr eine 1,3 km lange Straße zum jüdischen Friedhof gebaut, auf dem Rabbi Mózes (Moshe) Vorhand (1862-1944) begraben liegt. Jedes Jahr versammeln sich Hunderte von Pilgern aus der ganzen Welt in Makó, um ihm an seinem Todestag die letzte Ehre zu erweisen.

Die Synagoge, die in den 1870er Jahren für die orthodoxe Gemeinde gebaut wurde, hat eine flache orange- und cremefarbene Fassade mit einem hohen Mittelteil, der von unteren Seitenelementen flankiert wird. Eine frühere umfassende Restaurierung wurde zwischen 1999 und 2002 von den Architekten Péter Wirth und Ágnes Benkő durchgeführt.

Die orthodoxe Synagoge in Makó ist die einzige verbliebene Synagoge der Stadt; die 1914 eingeweihte grosse Synagoge wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen.

Weitere Informationen: https://jewish-heritage-europe.eu/2020/08/31/hungary-update-synagogue-in-mako

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