Eine tektonische Verschiebung im Nahen Osten

Lesezeit: 3 Minuten

In den letzten zehn Jahren habe ich aus rund 100 Ländern berichtet. Ich war im Weissen Haus in den guten Momenten (mit US-Präsident Donald Trump) und in den schlechten Momenten (mit Präsident Barack Obama). Ich habe die Rückkehr der sterblichen Überreste eines israelischen Soldaten aus Syrien über Moskau miterlebt und bin mit Premierminister Benjamin Netanjahu zu seinen diplomatischen Besuchen nach Uganda, Brasilien, Äthiopien und Peking gereist. Aber der Flug von Tel Aviv nach Abu Dhabi am Montag war etwas ganz anderes. Er unterstreicht den grossen Durchbruch zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel.

von Ariel Kahana

Die Tatsache, dass der Davidstern von El Al über Saudi-Arabien flog, symbolisiert die tektonische Verschiebung, die in den Beziehungen zwischen Israel und der arabischen Welt im Gange ist. Israel hat am Montag in seinen Bemühungen um Integration in der Region einen Riesenschritt nach vorn gemacht. Die Feindschaft und die Boykotte gehören nun der Vergangenheit an, eine neue Ära der Zusammenarbeit und Freundschaft hat begonnen.

Das Ausmass dieser Entwicklungen war für alle, die sich an Bord befanden, spürbar, nicht nur für die israelischen und amerikanischen Offiziellen, sondern auch für die Flugbesatzung und die Journalisten. Alle sprachen davon, dass es ein so grosses Privileg war, an diesem historischen Ereignis teilnehmen zu dürfen. Es wurden spezielle Gesichtsmasken mit den Flaggen der Vereinigten Staaten, der Vereinigten Arabischen Emirate und Israels verteilt; auch die Bordkarten hatten ein besonderes Design.

Bemerkenswert ist auch, dass während des dreistündigen Fluges israelische und US-Funktionäre nebeneinander sassen, als ob sie Familie oder Bürger derselben Nation wären. Eine solche Nähe zwischen den hochrangigen Mitgliedern beider Regierungen ist beispiellos.

Einer der bewegendsten Momente war, als der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrates Israels, Meir Ben-Shabbat, auf dem Flughafen von Abu Dhabi mit der israelischen Flagge und dem Flugzeug El Al im Hintergrund auf Arabisch vor der Bevölkerung der Emirate sprach. Dieses Bild wird aus gutem Grund für immer in den israelischen Geschichtsbüchern zu finden sein.

Der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrates Israels, Meir Ben-Shabbat, auf dem Flughafen von Abu Dhabi. Foto WAM/TPS

Nun, da die Feierlichkeiten vorbei sind, beginnt jedoch die harte Arbeit. Dieser Teil dauert gewöhnlich länger und wird zweifellos komplexer sein. Krisen können entstehen, aber bei der überwältigenden Mehrheit der Themen müssen keine Gräben überwunden werden. Es gibt einige externe Probleme, vor allem die Frage, ob Saudi-Arabien israelischen Fluggesellschaften grünes Licht für den Zugang zu seinem Luftraum geben wird.

Eine andere, wichtigere Frage ist, was mit der Ausdehnung der israelischen Souveränität auf Judäa und Samaria geschehen wird. Israel hat sich bereit erklärt, dies im Austausch für die Normalisierung mit den Vereinigten Arabischen Emiraten auf Eis zu legen, aber früher oder später wird diese Suspendierung zu einem Ende kommen.

Ariel Kahana ist diplomatischer Korrespondent für Israel Hayom. Dieser Artikel erschien zuerst in Israel Hayom. Übersetzung Audiatur-Online.

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1 KOMMENTAR

  1. Die Titelseite der Schweizer illustrierten verkündete am 5. Oktober 1938 „Freude und Begeisterung über den Frieden“! Chamberlain hatte gerade in München Hitler das Sudetenland und damit die Tschechoslowakei geopfert, für angeblichen Frieden. Ich lese hier von einer neuen Aera von Zusammenarbeit und Freundschaft…. Peter Hahne schrieb einmal (hier abgekürzt) : «Das Herz muss getroffen werden und der Verstand wird benebelt…“. Hoffentlich vergisst Israel ob seiner Friedenstrunkenheit nicht, dass sich der Islam niemals, niemals ändern wird. Israel liegt auf ehemals muslimischem Gebiet – Dar al-Islam- das für ewig Allah gehört und damit niemals von Nicht-Muslimen beherrscht werden darf. Daher die 100 Jahre Kampf gegen die dortige jüdische Präsenz. Wenn militärisch nicht möglich, warum Israel nicht mit der Droge „Frieden“ betäuben bis es sturmreif ist? Arafat hatte z.B. unmittelbar nach Oslo in einer südafrikanischen Moschee an den Waffenstillstand auf 10 Jahre erinnert, den Mohammed mit dem Stamm der Kuraishiten geschlossen – und nach 2 Jahren gebrochen hatte. Wir werden sehen.

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