Foto: IDF
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Die IDF spricht von „schwindelerregenden Entwicklungsschritten“ der israelischen Marinefähigkeiten – und warnt, dass die Hamas und der Palästinensische Islamische Dschihad ihre Angriffskapazitäten „in allen Bereichen“ zu verbessern versuchen.

von Yaacov Lappin

Im Rahmen ihrer Mission zur Verteidigung südisraelischer Gemeinden und wichtiger strategischer Standorte im Süden Israels liefert sich die israelische Marine ein stilles Wettrüsten mit Israels Gegnern im Gazastreifen – namentlich mit der Hamas und dem palästinensischen Islamischen Dschihad.

Eine hochrangige IDF-Auskunftsperson berichtete JNS über die laufenden Aktivitäten des Marinestützpunktes Ashdod, der für einen wesentlichen Teil der israelischen Küstengewässer von Zentralisrael bis zum südlichen Gaza-Streifen verantwortlich ist.

In diesem Zuständigkeitsbereich, der als Ashdod-Arena bekannt ist, sichern Marineschiffe die Grenzen Israels und behalten die sich entwickelnden Bedrohungen im Auge, erklärte die anonyme Quelle. „Wir bewachen auch unsere strategischen Ressourcen, wie die [Offshore-]Gasplattformen und Erdgasförderanlagen – das gesamte komplexe Küstengebiet“.

Die Art und Weise, wie die israelische Marine ihre täglichen Sicherheitsmissionen durchführt, verändert sich „in einem „schwindelerregenden Tempo“, so die Quelle, bedingt durch technologische Verbesserungen in der IDF als auch die Fortschritte des Feindes.

„Jede Seite ist sehr dynamisch“, so die Quelle. „Daher müssen wir immer ein paar Schritte voraus denken.“

Auf israelischer Seite entwickelt die Marine neue Kampfsysteme und aktiviert ihre Streitkräfte auf schnell wechselnde Weise im Rahmen ihrer umfassenden Mission, Antworten auf ein breites Bedrohungsspektrum zu finden.

Eine der Veränderungen betrifft eine engere Zusammenarbeit zwischen der Marine und den Bodentruppen der israelischen Armee, insbesondere der Nord-Gaza-Brigade der IDF, deren Auftrag darin besteht, Israel zu Lande vor der Hamas und dem palästinensischen Islamischen Dschihad zu schützen.

Diese Zusammenarbeit ist ein „Kräftemultiplikator“, so die Quelle. „Wir analysieren gemeinsam das Territorium und die Bedrohungen. Eine Bedrohung, für die in der Vergangenheit nur die Nord-Gaza-Brigade zuständig war, ist eine Bedrohung, die heute auch uns interessiert. Wir können in vielerlei Hinsicht helfen, und sie können uns helfen. Es ist eine gemeinsame Herausforderung.“

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit nutzen Marine- und Bodentruppen gemeinsam Ressourcen und Mittel und betreiben zudem ein gemeinsames Führungsnetz. Ausserdem werden regelmässig Schulungen und Untersuchungen durchgeführt, um eine gemeinsame Sprache zu schaffen. „Jede Seite muss viel über die andere Seite lernen, über deren Plattformen und Fähigkeiten „, so die Quelle.

In Bezug auf die Aktivitäten der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad sagte die Quelle, dass „sie versuchen, ihre Streitkräfte in allen Bereichen aufzubauen – in der Luft, an der Oberfläche und unter Wasser. Wir geben in jedem Bereich eine Antwort darauf“, so die Quelle.

Als Teil dieser Bemühungen modernisiert die Marine ihre Luftabwehr, ihre Fähigkeit, sich an der Oberfläche zu schützen, und ihre Fähigkeit zur Erkennung und Bekämpfung von Bedrohungen unter Wasser. Sie arbeitet auch an neuen Möglichkeiten, Ziele in Gaza anzugreifen. „Darauf bereiten wir uns massiv vor“, sagte die Quelle.

Da die Möglichkeit des Waffenschmuggels über Tunnel für die Terrorgruppen im Gazastreifen verschwindet, wenden sie sich zunehmend dem Schmuggel auf dem Meer zu. Dies zeigte sich im vergangenen Februar beim Abfangen einer Waffenlieferung, die auf dem Meeresweg von der Sinai-Halbinsel nach Gaza gelangen sollte.

„Wenn eine Schmuggelroute geschlossen ist, versuchen sie es woanders. Und wir vereiteln diese Versuche“, so die Quelle. „Unsere Grenzverteidigung ist sehr dynamisch. Wir führen täglich Lagebeurteilungen durch.“

In der Zwischenzeit führt die Marine unter allen Wetterbedingungen kontinuierliche, tägliche Patrouillen vor der Küste des Gazastreifens durch.

Sie entdeckt häufig palästinensische Fischerboote, die gegen die israelischen Seebeschränkungen verstossen, mit denen verhindert werden soll, dass sich Sprengstoffen beladene Boote und andere Bedrohungen den Küsten nähern.

In solchen Fällen muss die Marine in der Lage sein, eine Unterscheidung zu treffen zwischen Schiffen, die lediglich versuchen, mehr Fisch zu fangen, und solchen, die feindliche Informationen sammeln oder einen bewaffneten Angriff versuchen.

„Das ist die Gretchenfrage“, so die Quelle. Die Marine passt ihre Verfahren und Übungen an, um mehr über die Absichten der Bootsbesatzungen herauszufinden. „Wir haben viele Sensoren, und wir verfügen bereits über verschiedene Daten, bevor wir uns einem Schiff nähern“, sagte er.

Die Hamas probiert oft, ihre Aktivitäten zu verschleiern, indem sie diesen einen zivilen Anstrich verliert. „Sie versucht, ihre bestehenden Fähigkeiten zu verbessern und neue zu schaffen. Wir müssen uns ihre Überlegungen hineinversetzen und dabei über unsere eigenen Vorstellungen hinausdenken“, betonte die Quelle.

In den letzten Monaten hatte die Marine mit der Coronavirus-Pandemie eine neue und langanhaltende Herausforderung zu bewältigen. Sie hat gelernt, unter neuen Einschränkungen zu operieren. Die Kommandeure führten einen „täglichen Kampf“ mit der neuen Lage und mussten sicherstellen, dass die Marine „jederzeit wachsam bleibt und dass unsere Einsatzkräfte ausreichen“, so die Quelle.

Zuerst veröffentlicht auf Englisch bei Jewish News Syndicate. Übersetzung und redaktionelle Überarbeitung: Audiatur-Online. 

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