Strassensperre in der jüdischen Gemeinde Beitar Illit am 8. Juli 2020. Foto Yonatan Sindel/Flash90
Strassensperre in der jüdischen Gemeinde Beitar Illit am 8. Juli 2020. Foto Yonatan Sindel/Flash90
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Die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle in Israel belief sich am Donnerstag auf 33’947. Allein in den letzten 24 Stunden wurden weitere 1’231 neue Fälle diagnostiziert, teilte das Gesundheitsministerium mit.

COVID-19 hat bisher 346 Israelis das Leben gekostet und die Zahl der schweren Fälle lag am Donnerstagmittag bei 118, so das Ministerium.

Zusätzliche Daten zeigten, dass es derzeit 15’209 aktive Virusfälle gibt. Landesweit haben die Krankenhäuser ihre Coronabehandlungsstationen wieder geöffnet. Das Ministerium teilte weiter mit, dass im Laufe des vergangenen Tages 27’542 Tests durchgeführt wurden.

Am Mittwoch trafen sich Premierminister Benjamin Netanjahu und Gesundheitsministerin Yuli Edelstein mit dem nationalen Sicherheitsberater Meir Ben-Shabbat im Vorfeld einer möglichen Entscheidung über die Anordnung örtlicher Lockdowns in besonders von der Pandemie betroffenen Gebieten.

Israel hat einen Mitte März verhängten zweimonatigen Lockdown aufgehoben, um der Wirtschaft zu helfen, sich zu erholen. Doch mit dem zweiten Ausbruch in vollem Gange scheinen einige Lockdown-Massnahmen unvermeidlich zu sein.

Während derzeit noch unklar ist welche Gebiete, in denen die Krankheit in den letzten Wochen stark zugenommen hat, unter Quarantäne gestellt werden könnten, ist es wahrscheinlich, dass Nachbarschaften in Modi’in Illit, Ramla, Beit Shemesh, Lod, Jerusalem, Kiryat Malachi, Bnei Brak, Ashdod und Raanana Beschränkungen unterworfen werden. Die Bürgermeister der meisten dieser Städte wehren sich und versuchen, ihre Gemeinden von der Liste zu streichen.

Zuvor hatte der Bürgermeister von Jerusalem, Moshe Leon, einen Brief an den stellvertretenden Direktor des Gesundheitsministeriums, Prof. Itamar Grotto, geschickt und geschrieben: „Meine unmissverständliche Haltung ist gegen die Schliessung. Die vorgeschlagene Schliessung könnte die betreffenden Stadtviertel zu Coronavirus-Inkubatoren machen“.

Die Pandemie scheint auch das medizinische Personal stärker erfasst zu haben. Laut Dr. Zeev Feldman, Leiter der israelischen Ärztekammer, wurden 2’639 Ärzte und Krankenschwestern angewiesen, sich selbst zu isolieren, und 1’333 wurden positiv auf das Virus getestet.

COVID-19 Patientin am Sheba Medical Center in Ramat Gan am 8. Juli 2020. Foto Flash90

„Wir sind an der Front“, sagte Feldman gegenüber der israelischen Zeitung «Israel Hayom». „Medizinisches Personal kommt täglich mit einer coronagesättigten Arbeitsumgebung in Kontakt und ist daher einem erhöhten Expositions- und Infektionsrisiko ausgesetzt. Es gibt medizinisches Personal, das bereits die zweite und dritte Runde der Quarantäne hinter sich hat.

Ebenfalls am Mittwoch kritisierte Präsident Reuven Rivlin den Umgang der Regierung mit der wiederauflebenden Coronavirus-Pandemie und beklagte, dass es keine „klare Doktrin“ gebe, mit der der Ausbruch bekämpft würde.

„Ich mache mir Sorgen, dass wir in den kommenden Wochen die Folgen der vergangenen zwei Wochen sehen werden“, sagte Dr. Uri Galanta, der Leiter der Coronavirus-Abteilung des Soroka Medical Center in Be’er Sheva. „Passen Sie auf, damit wir geschützt sind“.

IDF-Stabschef in Quarantäne

Laut einer Meldung von der israelischen Nachrichtenseite „Arutz Sheva“ sind IDF-Stabschef Aviv Kochavi und andere hochrangige IDF-Offiziere nach dem Kontakt mit einem Coronavirus-Patienten in Quarantäne gegangen. Der Patient wurde heute, eine Woche nach einem Treffen mit dem Stabschef und den anderen Offizieren, mit der Krankheit diagnostiziert. Die IDF veröffentlichte eine Erklärung, dass sich der Stabschef wohl fühle und keine Symptome aufweise. Er werde in Kürze auf das Coronavirus getestet werden.

Auch zwei israelische Minister sind in Quarantäne gegangen, nachdem sie Mitarbeitern und Familienangehörigen ausgesetzt waren, bei denen das Coronavirus positiv diagnostiziert worden war. Bei einem Berater von Minister Rafi Peretz wurde das Virus am Donnerstagmorgen diagnostiziert. Peretz begab sich nach einem Treffen mit ihm am vergangenen Dienstag für eine Woche in Quarantäne. Bereits am Mittwoch trat Verteidigungsminister und stellvertretender Premierminister Benny Gantz in eine einwöchige Quarantäneperiode ein, nachdem er vor einer Woche mit einem Familienmitglied mit COVID-19 in Kontakt gekommen war.

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