Foto European Jewish Association (EJA)
Foto European Jewish Association (EJA)
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Wie in weiten Teilen der Welt hat die Coronavirus-Pandemie auch die jüdischen Gemeinden in ganz Europa schwer getroffen. Allein in Frankreich wird die Zahl der Todesopfer unter der grossen jüdischen Gemeinde auf weit über 600 geschätzt. 

Die logistischen Herausforderungen der Quarantänen und Isolation in den europäischen Ländern haben es für viele jüdische Gemeinden in ganz Europa schwierig gemacht, mit den Betroffenen von COVID-19 in Kontakt zu treten und in vielen Fällen sogar verunmöglicht den Beerdigungen ihrer verstorbenen Angehörigen beizuwohnen.

Neben der Bewältigung der Auswirkungen des Virus berichten viele jüdische Gemeinden in Europa von einer alarmierenden Zunahme antisemitischer Agitation, welche die Juden mit dem Coronavirus in Verbindung bringt, sowie von Ängsten vor möglichen Kürzungen der Sicherheitsbudgets jüdischer Einrichtungen.

Um die schwierige Situation zu meistern und den europäischen Juden die Möglichkeit zu geben, ihrer Lieben zu gedenken, haben die European Jewish Association (EJA) und das Rabbinical Center of Europe die Durchführung eines Webinars zum Gedenken an die Opfer des jüdischen Coronavirus initiiert.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 8. Juli, um 20.00 Uhr auf der Zoom-Plattform statt. Vor der Veranstaltung kündigte der Vorsitzende des Jüdischen Nationalfonds, Danny Atar, an, dass zum Gedenken an jedes der jüdischen Coronavirus-Opfer ein Baum im Europäischen Wald des Jewish National Fund gepflanzt werden soll.

Die Veranstaltung wird auch kurze Ansprachen seitens der israelischen Regierung durch die Ministerein für Diaspora-Angelegenheiten, Omer Yankelevich, sowie die Lesung des Yizkor-Gebetes und der Psalmenkapitel durch den aschkenasischen Oberrabbiner Israels, Rabbiner David Lau, und den sephardischen Oberrabbiner Israels, Rabbiner Yitzchak Yosef, umfassen. 

Der Vorsitzende der European Jewish Association (EJA), Rabbiner Menachem Margolin, der die Gedenkveranstaltung initiiert hat, bemerkte: „Ähnlich wie andere Katastrophen, von denen das jüdische Volk betroffen ist, hat die Corona-Pandemie einerseits viele jüdische Gemeinden in ganz Europa schwer getroffen, andererseits aber unsere Überzeugung gestärkt, dass ‚ganz Israel füreinander einsteht‘.“

„Parallel zur Bewältigung der Krise erleben wir täglich Zeichen der Stärke des jüdischen Volkes und sind Zeugen unzähliger Aktionen der Hilfsbereitschaft und gegenseitigen Unterstützung innerhalb der jüdischen Gemeinden auf dem ganzen Kontinent. Und so soll die Gedenkfeier, die wir durchführen, sowohl der Opfer der Epidemie gedenken, als auch zur Stärkung und zur Wertschätzung der Aktivitäten der jüdischen Gemeinden Europas beitragen.“ so Rabbiner Menachem Margolin.

Zu den prominenten Persönlichkeiten der jüdischen Gemeinden Europas, die bei der Veranstaltung sprechen werden, gehören der Pariser Oberrabbiner Michel Gugenheim, der Präsident des französischen Konsistoriums Joel Mergui, der CEO des Synagogenverbandes im Vereinigten Königreich Avi Lazarus, die Präsidentin der jüdischen Gemeinde von Rom Ruth Dureghello, der Vizepräsident der jüdischen Gemeinde von Madrid Andy Ergas, Präsident der Jüdischen Gemeinde von Brüssel Philippe Markiewicz, Präsidentin des Forums Jüdischer Organisationen von Antwerpen und Flandern in Belgien Regina Suchowolski-Sluszny, der Oberrabbiner von Rom Riccardo Di Segni, der Präsident der Jüdischen Gemeinde von Mailand Milo Hasbani, der Vizepräsident der Jüdischen Gemeinde von Barcelona Raymond Forado und Dutzende anderer europäischer Gemeindevorsteher.

Die Konferenz ist öffentlich, erfordert jedoch eine vorherige Registrierung.

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