Kundgebung in Brüssel gegen die Annexion. Foto Association belgo-palestinienne.
Kundgebung in Brüssel gegen die Annexion. Foto Association belgo-palestinienne.
Lesezeit: 2 Minuten

Bei einer Kundgebung am Sonntag in der belgischen Hauptstadt Brüssel gegen eine mögliche Annexion von Teilen Judäa und Samaria (Westjordanland) durch Israel skandierten Demonstranten antisemitische Hass-Parolen.

Nach Angaben von The News International nahmen etwa 400 Personen an der Demonstration teil, die von der Gesellschaft Belgien-Palästina organisiert wurde.

Die Demonstranten riefen zu einem „Krieg gegen die Juden auf den Strassen“ auf und skandierten: «Khaybar, khaybar, Ya ya’ud, jaysh Muhammad sawfa ya’du», auf deutsch «Khaybar, Khaybar, oh Juden, die Armee Mohammeds wird bald zurückkehren».

Letzteres ist ein geläufiger Gesang unter islamischen Extremisten und bezieht sich auf Mohammeds Massaker an einem jüdischen Stamm im 7. Jahrhundert.

Darüber hinaus wurde während der Kundgebung ein weiterer Slogan gerufen, der auf die „Befreiung Palästinas“ durch die Zerstörung Israels abzielt: «From the river to the sea, Palestine will be free» auf Deutsch «Vom Fluss zum Meer, Palästina wird frei sein».

Der Jüdische Weltkongress (WJC) sagte über die Hetzgesänge: „Solche Aufrufe zum Hass auf den Strassen schaffen eine immense Unsicherheit für die jüdische Gemeinschaft in Belgien. Es ist nicht hinnehmbar, dass dieser offene Antisemitismus in unserer Gesellschaft weiter besteht“.

Yohan Benizri – Präsident des Koordinationskomitees der belgischen jüdischen Organisationen – kommentierte: „Diese Slogans haben nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Es sind Aufrufe zum Hass, die uns Sorgen bereiten“.

„Wir warten auf eine Mobilisierung der Zivilgesellschaft zu diesem Thema“, fügte er hinzu. „Schweigen ist Gewalt.“

2 KOMMENTARE

  1. Belgien liefert sich mit Irland und Schweden ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des antisemitischsten Land Europas. Man darf gespannt sein, wer den Wanderpokal erhält.

  2. Ich war früher, als ich viel jünger war, oft in Belgien. Ich mochte das Land, ich schätzte es. Aber wenn man solche Dinge wie hier beschrieben, dort zulässt ohne dass man von städtischer oder staatlicher Seite dagegen auftritt, dann höre ich auf das Land weiterhin zu mögen, zu schätzen. Dann, ganz im Gegenteil, werde ich das Land – wie ein jedes andere – aus tiefster Seele verachten. Egal, gegen welches Land, welche Gemeinschaft der Hass sich richtet.
    lg
    caruso

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.