Symbolbild. Palästinensische Polizeibeamte. Foto TPS
Symbolbild. Palästinensische Polizeibeamte. Foto TPS
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Bewaffnete Polizisten der Palästinensischen Autonomiebehörde haben am Montag zwei israelische Archäologen während ihrer Arbeit auf einer archäologischen Ausgrabungsstätte im Norden Samarias verhaftet. Das Gebiet befindet sich unter israelischer Kontrolle.

Die Gruppe Shomrim Al Hanetzach (wörtl. Bewachung der Ewigkeit), die sich der Erhaltung von antiken Stätten in Judäa und Samaria widmet, hat ein Kartierungsprojekt von antiken Stätten durchgeführt, welches betrügerische Ausgrabungsaktivitäten, Plünderungen sowie beschädigte Fundstücke dokumentiert. Das Projekt wurde nach Ankündigung von Präsident Trumps Friedensplan Anfang dieses Jahres ins Leben gerufen und hat mehr als 100 antike Ausgrabungsorte vermessen, die schwer beschädigt wurden – ein Phänomen, das durch das Coronavirus noch verschärft wird. Denn unter den aktuellen Umständen sind die durch die Zivilverwaltung ausgeführten Inspektionen von solchen Vergehen, die sich gegen Israels historische Schätze richten, eingeschränkt.

Laut der Nachrichtenagentur TPS begab sich der Koordinator von Shomrim Al Hanetzach, Ethan Melet, am Montagmorgen mit zwei Archäologen zur Stätte Tel Parsin im Norden Samarias, in einem Gebiet, das nach dem Oslo-Abkommen unter vollständiger israelischer Kontrolle stehen sollte, um die Schäden an der Stätte zu inspizieren.

Tel Parsin liegt 5 Autominuten vom Dorf Hermesh im Norden Samarias entfernt, und der Name spielt auf einen Nachfahren von Menashe/Manasse an „Machirs Frau Maachah gebar einen Sohn und nannte ihn Peresch“ (1. Chronik 7:16), sowie auf die talmudische Siedlung Kfar Parshai: „Die Weisen lehrten: Zuerst sagten die Weisen, dass der Wein aus der samaritanischen Stadt Ein Kushi verboten ist, weil man befürchtet, dass er mit den götzendienerischen Bewohnern von Birat Serika in Berührung gekommen sein könnte, und ebenso ist der Wein von Barkata wegen der götzendienerischen Bewohner des Dorfes Parshai verboten, und der Wein von Zagdor wegen des Dorfes Shaleim. Daraufhin zogen sie sich zurück und begannen zu sagen: Offene Fässer sind verboten, aber versiegelte Fässer sind erlaubt“. (Avoda Zara 31a).

Die Stätte beherbergt die Überreste einer grossen Siedlung, die fast ununterbrochen von der Eisenzeit bis zum Zeitalter der Osmanen existierte.

Forderung nach Schutz der Kulturstätten

Zu den bemerkenswerten Überresten gehören eine Mikwe (ein jüdisches Ritualbad), die während der Zeit des Zweiten Tempels ausgegraben wurde und bis in die byzantinische Zeit genutzt wurde, Grabhöhlen, eine Ölmühlenhöhle, unterirdische Systeme und beeindruckende Bauwerke aus der Herrschaftszeit der Osmanen.

Das Archäologenteam war überrascht, auf einen Polizeikontrollpunkt der Palästinensischen Autonomiebehörde in einem Gebiet unter voller israelischer Kontrolle zu stossen. Polizisten der PA ist dort der Zutritt eigentlich verboten, ferner dürfen diese auf keinen Fall Waffen tragen und auch keine Strassensperren errichten.

„Die palästinensischen Polizeibeamten verlangten, dass wir aus den Fahrzeugen aussteigen sollten, was wir ablehnten“, berichtete Melet. „Das waren unangenehme Momente, aber noch grösser war unsere Empörung über dieses Gebaren. Nach Kontaktaufnahme mit der IDF und unter Vermittlung von Yossi Dagan, dem Vorsitzenden des Samaria-Rates, beschlossen die Polizisten, uns am nahe gelegenen Kontrollposten Dotan der IDF zu übergeben.»

„Die Stadt Peresch ist nie von professionellen Archäologen ausgegraben worden, sondern wird von lokalen arabischen Räubern geplündert, und zwar auf aggressive Weise, weil der Staat Israel keine Verantwortung übernimmt“, sagte Melet. „Für mich ist dies die unvermeidliche Folge der Tatsache, dass bewaffnete Polizeikräfte der PA in eindeutig israelischen Gebieten herumlaufen. Wir fordern die israelische Regierung dringend auf, einen Plan zum Schutz unserer Kulturstätten auszuarbeiten“.

1 KOMMENTAR

  1. Ich verstehe nicht warum Israel bewaffnete Polizeikräfte der PA in israelischen Gebiet duldet und den Schutz seiner Kulturstätten durchsetzt.

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