Symbolbild. Foto Kobi Richter/TPS
Symbolbild. Foto Kobi Richter/TPS
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In Anlehnung an Wasserfiltertechnologien wenden Wissenschaftler diese nun auf Gesichtsmasken sowie Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen an.

von Naama Barak 

Das Tragen einer Gesichtsmaske ist in diesen von COVID-19 geprägten Zeiten zur Pflicht geworden. Doch leider können solche Masken bei unsachgemässem Gebrauch ziemlich verunreinigt und wirkungslos werden und ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Hier könnte sich die an der Ben-Gurion-Universität des Negev (BGU) durchgeführte Forschung für selbststerilisierende Luftfilter als nützlich erweisen. In Anlehnung an bestehende Wasserfiltertechnologien versuchen die Forscher nun, sie auf Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen sowie auf Gesichtsmasken anzuwenden.

Ihre Nanotechnologie basiert auf laserinduzierten Graphenfiltern (LIG), die Viren und Bakterien im Wasser eliminieren.

LIG ist ein mikroporöser Graphenschaum, der auf verschiedenen Materialien erzeugt werden kann. Er ist resistent gegen Bakterien und tötet Mikroben und Viren mit Hilfe eines schwachen elektrischen Stroms aus einer Stromquelle ab. Er kann aktiven Schutz bei gleichzeitiger Entfernung von Verunreinigungen und Desinfektion bieten.

Sterilisierung durch elektrischen Strom

„Die bakterienresistente Graphenoberfläche schützt vor Mikroorganismen, so dass diese sich nicht vermehren können, während die im Filter eingeschlossenen Mikroben durch den elektrischen Strom eliminiert werden“, sagt Dr. Chris Arnusch von der BGU.

Dr. Chris Arnusch in seinem Labor in Sde Boker. Foto: zVg

„Das Material kann durch elektrischen Strom vollständig sterilisiert werden. Somit hat ein LIG-Luftfilter das Potenzial, mit modernen Luftfiltern wie HEPA-Filtern kombiniert zu werden. Die Filter könnten sowohl eine aktive Schutzschicht hinzufügen als auch die Lebensdauer der teuren HEPA-Technologie verlängern. Infolgedessen könnten Krankenhäuser, Autos, Gebäude und öffentliche Verkehrsmittel zu sichereren Räumen werden“, erklärt er.

„Wenn ein solches Material in eine Maske eingearbeitet wird, könnte ein höherer Schutz für medizinische Dienstleister wie auch für die allgemeine Bevölkerung gewährleistet sein“, erklärt er.

Die Forschung wird finanziell durch einen Startup-Fonds der BGU Coronavirus Task Force unterstützt. Dieser wurde eigens dafür ins Leben gerufen, die intellektuellen Fähigkeiten der Fakultät und der Studenten der Universität optimal zu nutzen, um verschiedene Aspekte der globalen Pandemie anzugehen.

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