Das UNRWA Hauptquartier in Gaza. Foto Wissam Nassar/FLASH90
Das UNRWA Hauptquartier in Gaza. Foto Wissam Nassar/FLASH90
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Palästinensische Führer bringen gerne ihre tiefe Besorgnis über palästinensische Flüchtlinge zum Ausdruck. Die Tatsache, dass die palästinensischen Anführer und ihre Unterstützer schweigen, wenn es um die in Syrien, Jordanien und Libanon lebenden Flüchtlinge geht, sollten wir ignorieren und uns auf diejenigen konzentrieren, die sich in der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) aufhalten.

Haben Sie irgendwo Artikel oder Erklärungen dafür gefunden, weshalb es in der PA überhaupt solche Flüchtlingslager gibt? Wie vielen Menschen sind die Flüchtlingslager in den umstrittenen Gebieten überhaupt bekannt?

Heute gibt es im Gazastreifen acht Flüchtlingslager mit einer Bevölkerung von 526.500 Menschen. In den 19 Lagern im Westjordanland leben weitere 775.000 Flüchtlinge. Das sind insgesamt 1,3 Millionen „Flüchtlinge“. Gemäss CIA-Angaben bezüglich der Bevölkerungszahlen stellt dies innerhalb der umstrittenen Gebiete fast 30% der palästinensischen Bevölkerung dar. Das Wort Flüchtlinge ist in Anführungszeichen gesetzt, weil gemäss UNO Berichten im September 1948 nur 360.000 Palästinenser zu Flüchtlingen geworden waren. Dennoch hat sich diese Zahl auf mehr als 5 Millionen erhöht; dies liegt vor allem an der UNRWA-Definition des Begriffs Flüchtling sowie notorisch ungenauen Zählmethoden der Organisation. (James G. Lindsay, „Fixing UNRWA Repairing the UNRWA’s Troubled System of Aid to Palestinian Refugees, Washington Institute, Januar 2009).

Dies wirft zwei Fragen auf: Warum hält die Palästinensische Autonomiebehörde diese Lager intakt und warum nimmt sich keine der angeblich so besorgten internationalen Organisationen dieser Menschen an?

Heute haben die Palästinenser die totale Kontrolle über diese Lager, und doch haben sie seit der Gründung der PA nichts dafür getan, um sie abzubauen, die „Flüchtlinge“ in dauerhaften Haushaltungen unterzubringen oder sonstige Massnahmen zur Verbesserung ihres Wohlergehens zu ergreifen. Die PA hat mit internationaler Hilfe Milliarden von Dollar erhalten, und dennoch wurden keine Anstrengungen zum Abriss der Lager unternommen. 1998 besuchte die Journalistin Netty Gross Gaza und fragte einen Beamten, warum die Lager noch nicht abgerissen worden seien. Ihr wurde gesagt, die Palästinensische Autonomiebehörde habe eine „politische Entscheidung“ getroffen, solange nichts zu unternehmen für die zu jener Zeit in den Lagern lebenden 500.000 Palästinenser, bis endgültige Verhandlungsgespräche mit Israel stattgefunden hätten.  (Jerusalem-Report, 6. Juli 1998).

Warum nimmt sich keine der angeblich so besorgten internationalen Organisationen dieser Menschen an?

Während der Jahre, in denen Israel den Gaza-Streifen kontrollierte, wurden konsequent Anstrengungen unternommen, um die Palästinenser in dauerhafte Wohnräume umzusiedeln; die arabischen Staaten drängten jedoch routinemässig auf die Verabschiedung von UN Resolutionen, die Israel verpflichten, von ihrem Vorhaben der Umsiedlung palästinensischer Flüchtlinge aus Gaza und dem Westjordanland abzulassen. Die Palästinensische Führung zog es vor, die Palästinenser als Symbol der israelischen „Unterdrückung“ zu benutzen (Mitchell Bard, „Obdachlose in Gaza“, Policy Review, Januar 1989).

Die Palästinenser widersetzen sich der Idee, die Lager zu zerstören, weil sie zwei wichtige Zwecke damit verfolgen. Zum einen bieten die Lager einen Nährboden für Terroristen, auf dem frustrierte und wütende „Flüchtlinge“ ihre Überzeugung gewinnen, dass Israel für ihre Notlage verantwortlich sei. Zum anderen erinnern die Lager die Welt daran, dass die Palästinenser weiterhin Flüchtlinge sind und Mitgefühl verdienen wegen der erbärmlichen Bedingungen, unter denen die Menschen dort leben. Umso mehr, so die Vorstellung der PA, sollte diesen Flüchtlingen gestattet werden, in ihre Häuser im heutigen Israel zurückkehren zu können. Genau wie Flüchtlinge, welche die terroristische Propaganda willig annehmen, fördern die internationale Gemeinschaft und die Unterstützer der Palästinenser Schuldzuweisungen in Richtung Israel, welches für die Notlage der sogenannten Flüchtlinge verantwortlich gemacht wird.

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