"Zertrete den Juden", antisemitische Schrift an der Pomezia-Hochschule bei Rom im Februar 2020. Foto Osservatorio antisemitismo della Fondazione CDEC
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Laut dem Bericht der Beobachtungsstelle für Antisemitismus wurden in Italien im Jahr 2019 251 antisemitische Vorfälle registriert, was einem Anstieg von 27% gegenüber den 197 registrierten Vorfällen im Jahr 2018 entspricht.

„Die Zunahme antisemitischer Zwischenfälle und die Zunahme von Online-Vorfällen stehen im Zusammenhang mit Ereignissen, die direkt oder indirekt Juden oder Israel betreffen“, heisst es in dem Bericht. Die zweite Hälfte des Jahres 2019 war durch zwei bedeutende Phänomene gekennzeichnet: Die politische Debatte über antisemitische Missbräuche bei Senatorin Liliana Segre und eine allgemeine Zunahme von Intoleranz und Holocaust-Leugnung, was die italienische Regierung dazu veranlasste, die Stelle des Koordinators für die Bekämpfung des Antisemitismus einzurichten.

Verschwörungstheorien prägen den Anstieg des Antisemitismus im Jahr 2019, unterstreicht der Bericht. Antisemitische Verschwörungstheorien beruhen auf dem Glauben, dass alles was uns gesagt wird falsch ist und dass alles was geschieht, nicht wahr ist. Diese alten Verschwörungstheorien werden anhand zeitgenössischer Themen, wie zum Beispiel der Migration oder des Coronavirus, neu interpretiert.

Der Bericht betont, dass „in Zeiten des sozialen, politischen und wirtschaftlichen Chaos der Antisemitismus wieder auftaucht und er ein Zeichen des gesellschaftlichen Unbehagens und der Verschlechterung der zivilgesellschaftlichen und demokratischen Koexistenzformen ist.“

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