Was die Staats- und Regierungschefs der Welt in Yad Vashem nicht lernen werden

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Amin al-Husseini und Adolf Hitler (28. November 1941). Foto Bundesarchiv, Bild 146-1987-004-09A / Heinrich Hoffmann / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5483348
Amin al-Husseini und Adolf Hitler (28. November 1941). Foto Bundesarchiv, Bild 146-1987-004-09A / Heinrich Hoffmann / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5483348
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Am 23. Januar werden rund 55 Staatsoberhäupter, Ministerpräsidenten und Mitglieder königlicher Familien Yad Vashem besuchen, um an den 75. Jahrestag der Befreiung des Todeslagers Auschwitz zu erinnern. Nach feierlichen Reden, in denen betont werden wird, dass ein derartiges katastrophales Ereignis „nie wieder“ eintreten darf, wird die Veranstaltung mit einer Gedenkfeier enden. Holocaust-Überlebende werden eine Gedenkfackel entzünden und Delegationsleiter werden Kränze niederlegen.

von Lyn Julius

Es ist schön und gut, dass Lehren aus dem nationalsozialistischen Antisemitismus gezogen werden, der auch heute noch faschistische und ultrarechte Extremisten im Westen inspiriert – was der Kommentator, Ben Cohen, Bierkeller-Antisemitismus nennt.

Aber wie viele dieser Minister und Staatsoberhäupter werden nach ihrem Zwischenstopp in Yad Vashem zum Sitz der Palästinensischen Autonomiebehörde nach Ramallah reisen? Die Chancen stehen gut, dass die palästinensische Führung ihnen sagen wird, dass die Palästinenser „den Preis“ für die Errichtung Israels bezahlen mussten.

Es besteht die Gefahr, dass die führenden Politiker der Welt davon überzeugt sind, der Antisemitismus sei ein rein europäisches Phänomen. Israel ist „Europas Busse“ für die Tötung von sechs Millionen europäischen Juden.

Die Staats- und Regierungschefs der Welt werden Ramallah besuchen, ohne die Tiefe der pro-Nazi-Gefühle unter den Arabern während des Zweiten Weltkriegs zu erahnen.

Die palästinensische Führung wird darauf achten, nicht zu erwähnen, dass einer der wichtigsten arabischen Führer, der Mufti von Jerusalem aus der Zeit des Krieges, Haj Amin Al-Husseini, ein Komplize der Nazis war. Nachdem der palästinensische Mufti 1941 das Farhud-Massaker an den irakischen Juden angestiftet hatte, verbrachte er den Rest des Krieges in Berlin als Hitlers Gast. Während er bösartige antijüdische Rundfunkpropaganda in der arabische Welt verbreitete, bat er um Hitlers Erlaubnis, die Ausrottung der Juden im Nahen Osten und in Nordafrika – nicht nur in Palästina – zu verwalten, falls die Nazis den Krieg gewinnen sollten.

Nach Kriegsende stellten die Alliierten Haj Amin al-Husseini in Nürnberg nicht vor Gericht. Infolgedessen wurde die arabische Welt nie „entnazifiziert“. Das Erbe des antisemitischen, von den Nazis inspirierten Islamofaschismus / islamistischen Terrorismus – vertreten durch die Muslimbruderschaft, den Islamischen Staat, Al-Qaida und die Hamas – treibt auch den heutigen jihadistischen Antisemitismus im Westen an.

Mehr als die Hälfte der jüdischen Bevölkerung ist wegen der Araber in Israel, nicht wegen der Nazis. Wird jemand in Yad Vashem darauf hinweisen, dass 850.000 Juden aus arabischen Ländern fliehen mussten, weil die Staaten der Arabischen Liga antijüdische Gesetze eingeführt hatten, die auf unheimliche Weise an die Nürnberger Gesetze erinnern, sie ihrer Rechte beraubten und ihr Eigentum konfiszierten?

Bei ihrem Besuch in Ramallah werden einige arglose Politiker das palästinensische Rückkehrrecht befürworten, ohne sich bewusst zu sein, dass damit lediglich Völkermord durch politischen Mord ersetzt wird. Mit anderen Worten, die palästinensischen Absichten zum Völkermord wurden in der Sprache der Menschenrechte verschleiert. Die BDS-Bewegung verleiht dieser langjährigen Kampagne Kontinuität.

Ein Staatschef wird am 23. Januar in Yad Vashem nicht anwesend sein. Der iranische Ayatollah Khameini ist seinen völkermörderischen Bestrebungen treu geblieben. Er leugnet den Holocaust und droht damit einen weiteren an den Juden zu verüben.

Wenigstens wissen wir, wo wir mit dem iranischen Regime stehen.

Lyn Julius ist Journalistin und Mitbegründerin von Harif, einer Vereinigung von Juden aus dem Nahen Osten und Nordafrika in Großbritannien. Sie ist die Autorin von „Uprooted: How 3000 Years of Jewish Civilization in the Arab World Vanished Overnight„. Auf Englisch zuerst erschienen bei The Times of Israel. Übersetzung Audiatur-Online.

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