75 Jahre nach “Auschwitz”: Keine Toleranz für Intolerante

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Rampe in Auschwitz-Birkenau in Richtung Hauptgebäude. Foto Diether, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5133158
Rampe in Auschwitz-Birkenau in Richtung Hauptgebäude. Foto Diether, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5133158
Lesezeit: 5 Minuten

Schreiben über „Auschwitz“ lähmt. Es leben noch so viele Menschen in Israel mit Nummern auf ihren Unterarmen und tiefen Narben in ihren Seelen. Sie leiden masslos unter jedem gedruckten und medial gesprochenen Wort, die das Thema „Endlösung“ in einen willkürlichen Zusammenhang mit einer aktuellen Lage vergleichend politisiert.

Manchmal motiviert es noch zum Schreiben, schafft Luft für Wut:

Die Nachkommen der Täter, die heute politische Verantwortung tragen, fühlen sich in Holocaust-Gedenkstätten wohler als in Israel. Oder wie es der französische Historiker George Bensoussan formuliert: Man ehrt die toten Juden, um die lebenden besser vergessen zu können. Die Täter-Erben verneigen sich gerne und aufgeräumt vor den Ermordeten, legen Kränze nieder, aber verteidigen nicht das schiere Lebensrecht der Nachkommen, die in einem eigenen Staat leben. In einem Staat zu dem auch Judäa und Shomron als sein historisch angestammter Teil gehören.

Deutsche heissen Deutsche, weil sie aus Deutschland stammen, Schweizer heissen Schweizer, weil sie in der Schweiz leben, Juden heissen Juden, weil sie in Judäa zu Hause sind. Sie leben dort schon immer, dokumentiert seit 3000 Jahren. Diese Erkenntnis grenzt niemand aus, lädt all aber jene ein, die sich an Gesetze und eine gewachsene Kultur der guten Nachbarschaft bedingungslos halten.

Übrigens: “Palästina” ist ein geographische Erfindung des alten Roms, das “Jerushalayim” ausmerzen wollte. Erfolglos wie wir spätestens 2000 Jahre danach wissen. Das “Osmanische Reich” kannte 400 Jahre keine Palästinenser. Von San Remo (1920) und bis zum UN-Teilungsbeschluss (1947) sind Araber dokumentiert, keine Palästinenser. Natürlich haben sie trotzdem ein Recht auf Selbstbestimmung, aber es muss auf Recht und Gesetz aufgebaut werden, nicht Gewalt und Willkür Tür und Tor öffnen. Hier müssten UN, EU und Israel an einem Strang ziehen. Das wäre  e i n e überzeugende Lehre von “Auschwitz”.

Wer diese Meinung proaktiv vertritt, gehört heute in einer politisierten und fake-medialisierten Welt bestenfalls zu einer vernachlässigten Minderheit.  Die Politisierten wandeln seit Jahrzehnten in einem „Potemkinschen Dorf“ umher, das sie Zwei-Staaten-Lösung nennen. Obwohl jeder, der nur ansatzweise von Nahost eine oberflächliche Ahnung hat, weiss, dass diese Lösung keine Lösung ist. Zumindest so lange nicht, solange es dafür keinen Partner auf Augenhöhe gibt. Und es ist kein Partner in Sicht, weder in Gaza noch im Westjordanland.

Partner wären die unmittelbaren arabischen Nachbarn der Israeli. Aber das Volk in Gaza-City, Ramallah und Nablus hat nichts zu sagen. Denn sie sind keine Bürger, sondern mundtote Untertanen. Sie werden seit 70 Jahren in Massen in Flüchtlingslagern gehalten, alle Versuche Reformen herbeizuführen werden brutal niedergeschlagen. Schamlos unbeachtet von Politik und Medien. UN und EU finanzieren die Rädelsführer dieser unmenschlichen Praxis, die sich hinter emotional aufgeheizten Begriffen wie „Flüchtlingshilfe“ verstecken ohne jene, die für Missstände verantwortlich sind, zur Rechenschaft zu ziehen. Dass es anders geht, zeigt Israel mit über zwei Millionen Arabern, die als Bürger mit allen Rechten und (fast) allen Pflichten geordnet, sicher im Land leben.

Das Geschäftsmodell “Palästinafrage”

UN und EU sind nicht einmal bereit ihre jahrzehntelange Politik der Aussichtslosigkeit auf den Prüfstand zu stellen, eine schlichte, öffentliche Diskussion dazu zuzulassen oder gar zu initiieren. Sie fürchten, dass sich die Erkenntnis breit machen könnte, dass sie seit Jahrzehnten politische Geisterfahrer sind, die Milliarden veruntreuen. Denn das Geld der Steuerzahler kommt nicht bei denen an, die Hilfe dringend benötigen, sondern garantiert den selbsternannten Präsidenten in Ramallah und Gaza ein Leben aus dem Vollen.  Sie sind in gepanzerten Mercedes, Privatflugzeugen, mit Koffern voller Dollar und Euros unterwegs, halten sich verwirrte Kinder und Jugendliche als Söldner, die Terror verbreiten. Je brutaler der Terror desto mehr Geld fliesst von EU und UN sowie von den Scheichs aus den ölreichen arabischen Staaten.

Letztere halten sich mit Geldbündel in bar das unangenehme Thema vom Leib. Und je mehr Geld fliesst desto brutaler tobt der Terror, der von politisch und medial Irregeleiteten als „Freiheitskampf“ vorgegaukelt wird. Das ist das Geschäftsmodell “Palästinafrage”. Und wo waren die „Freiheitkämpfer“ bis 1967, als sie in Gaza und im Westjordanland unter sich waren?

Zu den Gauklern gehören auch jüdische „Intellektuelle“, die aus „Auschwitz“ die aberwitzige Schlussfolgerung ziehen, Juden dürfen keine selbstbewussten Israeli sein, die ihr gewachsenes Recht in einem eigenen Staat in Frieden und Freiheit zu leben, mit allen rechtsstaatlichen Mitteln, die im Nahen Osten üblich und angemessen sind, verteidigen. Israel erlaubt sich eine Toleranz zu praktizieren, die Intoleranten jegliche Toleranz strikt verweigert.

Damit tut sich eine EU und insbesondere Deutschland immer schwerer. Denn sie sind gerade drauf und dran ihre Leistungen, die Europa zu einer (fast) grenzenlosen Einheit des Friedens in Freiheit gedeihen liess, über Bord zu werfen. Sie schrecken auch nicht davor zurück, „Auschwitz“ dafür zu missbrauchen. Ausgearteter Nationalismus war nur ein Grund für „Auschwitz“. Die wesentliche Ursache für „Auschwitz“ war der Abfall vom jüdisch/christlichen Glauben an e i n e n Gott und den damit gewachsenen Werten.

Allen voran: Die Würde des Menschen ist unantastbar wie es in der jüdischen Bibel, der Thora, festgehalten ist. Genau dagegen wurde in „Auschwitz“ verstossen.

Und es ist heute keine ernstzunehmende politische Kraft in Europa sichtbar, die die Würde des Europäers vor dem Hintergrund seiner erfolgreichen Geschichte, insbesondere seit 1945 wirksam verteidigt. Deshalb ist die Fratze des Antisemitismus wieder sichtbar. Die traditionell linken Israelhasser vereinigen sich in Europa mit den religiös-motivierten, Israel feindlich gesinnten Neuankömmlingen aus Nahost und Afrika zu einem gefährlichen Gebräu. Politik unterstützt durch Medien verschliessen vor den Gefährdern die Augen. Sie werden mit der bewussten Pflege des “Antisemitismus von Rechts” unter den Teppich gekehrt oder in die Ecke der “psychisch Auffälligen” verbannt.

Deshalb können und wollen die politisch verantwortlichen in Brüssel nicht akzeptieren, dass Israel keine Toleranz gegenüber Kräften zeigt, die intolerant gegenüber der Würde des Menschen sind – gleichgültig woher sie stammen, welcher Hautfarbe sie sind oder welcher Religion sie angehören. Eine Toleranz, die Wollen und Können voraussetzt. Auch das ist e i n e Lehre von „Auschwitz“.

75 Jahre nach “Auschwitz” mal wieder eine jüdisch (israelische) Lehre für den Rest der Welt, die die Welt – mal wieder – nicht goutiert.

Godel Rosenberg

Über Godel Rosenberg

Journalist, Autor, High­techunternehmer. Godel Rosenberg war Pressesprecher der CSU und von Franz Josef Strauß, Fernsehjournalist, TV­-Moderator und Repräsen­tant des Daimler­-Konzerns in Israel. Von 2009 bis 2018 war Godel Rosenberg der Repräsentant Bayerns in Israel.

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2 KOMMENTARE

  1. Sehr passende Analyse, die eigentlich allen Deutschen zugänglich gemacht werden sollte. Einzig der mittlerweile über Generationen „vererbte Flüchtlingsstatus der Palästinenser“ hat mir noch gefehlt. Unsere Spitzenpolitiker Heiko Maas, der ja angeblich gerade wegen Ausschwitz in die Politik gegangen ist, oder Bundespräsident Steinmeier (not my president ) sind ja Paradebeispiele für die verlogene Israelpolitik der Deutschen Regierung. Auch die Medien in Deutschland tragen wesentlich dazu bei das willentlich geformte Bild ,-armer verfolgter Palästinenser versus bösen Israeli-, in den Köpfen weiterleben zu lassen. Die Toleranz, die Willen und Können voraussetzt, ist für mich das beruhigendste Ergebnis dieses sehr gutenArtikels.

  2. Ein guter Beitrag; er führt mir zudem wieder meine Lücken in der Geschichte des Imperium Romanum vor Augen. Wann genau haben die Römer eigentlich den Begriff „Pälästina“ eingeführt? Während oder nach dem jüdischen Krieg?
    Wie auch immer, der heutige Begriff ist mehr als ein Geschäftsmodell. Das ist er auch, sicher, doch vor allem die „Iranversteher“ , das selbst ernannte „Linksalternative“ Millieu oder zumindest große Teile davon, verstehen das als Identität. Und das beunruhigt mich noch mehr als das „Geschäftsmodell“.

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