Mit Antisemiten kann man keinen Frieden schliessen

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The Holocaust in the eyes of Mahmoud Abbas, (Hebr). Foto zVg
The Holocaust in the eyes of Mahmoud Abbas, (Hebr). Foto zVg
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In Israel und in mehreren westlichen Ländern ist die Leugnung des Holocaust eine Straftat, die mit einer Gefängnisstrafe geahndet wird. In arabischen Ländern ist dies bei weitem nicht der Fall. Dort ist der Holocaust nicht einmal im Lehrplan vertreten, vielmehr wird seine Existenz aktiv geleugnet – ein Akt des Bösen, der sich sowohl gegen Israel als auch gegen das jüdische Volk im Allgemeinen richtet.

von Dr. Edy Cohen

Ein besonders scheussliches Beispiel ist die Teilnahme von Journalisten und Forschern in Jordanien an einer Konferenz am 14. Oktober mit dem Titel „Der Holocaust – Die grösste Lüge der modernen Geschichte“.

Ein Video des Middle East Media Research Institute (MEMRI) enthüllte rassistische Äusserungen von Seiten mehrerer Diskussionsteilnehmer. Die Anzahl der Opfer, die in den Konzentrationslagern ums Leben kamen, wurde mit 600.000 bis 800.000 angegeben und nur die Hälfte von ihnen, so wurde ahistorisch behauptet, waren Juden. In einer weiteren antisemitischen Formulierung beschwört ein Podiumsteilnehmer den „zerstörerischen Einfluss“ der Juden in der deutschen Gesellschaft. Trotz der Fülle von dokumentierten und leicht zugänglichen Beweisen, wurde ausgesagt, dass nichts – keine Leichen, Aschen, Gaskammern, oder irgendetwas anderes – gefunden wurde, um die Annahme zu stützen, dass der Holocaust jemals stattgefunden hat. An Joseph Goebbels berühmte Aussage erinnernd, der sagte, dass wenn man eine grosse Lüge nur oft genug wiederholt, die Menschen sie am Ende glauben würden, beschrieb ein Diskussionsteilnehmer die (angebliche) „jüdische Version“ des Holocaust als „Lüge und nichts als eine Lüge, die solange wiederholt wird, bis man sie selbst glaubt.“

 

Diese verabscheuungswürdige Konferenz hätte nicht ohne die Zustimmung der jordanischen Regierung stattfinden können, deren Funktionäre den Holocaust öffentlich und unverhohlen leugnen. Damit sollen Geschichte und Wissenschaft verfälscht und Tatsachen, sowie jahrzehntelange akademische Forschung einfach abgetan werde. Ereignisse wie dieses fördern die Leugnung des Holocaust und spornen den Antisemitismus an, der in der gesamten arabischen Welt, sowie auf der ganzen Welt weiter zunimmt.

Es war mehr als eindeutig, dass der Zweck dieser Konferenz darin bestand, Juden zu dämonisieren und Israel zu delegitimieren, indem sowohl die Bedeutung, als auch der Umfang des Holocaust herabgesetzt wurden, der von Arabern und ihren westlichen Vorkämpfern als wichtigste Rechtfertigung für Israels Gründung missverstanden wurde. Niemand, der eine solche Veranstaltung unterstützt, kann als echter Friedenspartner betrachtet werden.

In dem fehlgeleiteten Bemühen, anderen Themen Vorrang einzuräumen, hat es Israel versäumt, das wachsende Phänomen der Leugnung des Holocaust in der arabischen Welt im Allgemeinen und der Palästinensischen Autonomiebehörde im Besonderen aufzudecken und zu bekämpfen – nicht zuletzt, seit Mahmoud Abbas diese Leugnung in seiner in der Sowjetunion verfassten Doktorarbeit und dem dazugehörigen Begleitbuch, offen zum Ausdruck gebracht hat. Es ist an der Zeit, dieses Phänomen nicht weiter zu ignorieren und es zu bekämpfen. Dialog und Annäherung können unmöglich von einer Position des Antisemitismus und der Leugnung des Holocaust ausgehen.

Dr. Edy Cohen ist Wissenschaftler am BESA Center und Autor des Buches The Holocaust in the Eyes of Mahmoud Abbas (Hebräisch). Dies ist eine überarbeitete Version des Artikels, der am 7. November 2019 in Israel Today erschien. Übersetzung Audiatur-Online.

1 KOMMENTAR

  1. Das jordanische Königshaus ist am Ende, ohne massive Unterstützung aus dem Westen wären sie schon längst Bankrott. Jetzt dürfen sich die Feinde Israels dort alles erlauben. Der König wird sich hüten etwas dagegen zu sagen, er wäre sonst sein Königreich sofort los.

    Wo man auch hinschaut, die Lügen über Israel und die jahrtausende lange Verfolgung wird auf immer breiterer Weise negiert.
    Wo sind die Christen, die dagegen aufstehen und für Israel in den Riß treten?

    Die nächste Zielgruppe der Moslems sind bereits die Christen. Aber wir haben uns ja lle so lieb und tolerieren alles. Frei nach dem Motto, der Klügere gibt nach, bis er der Dumme ist.

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