Belgische Holocaust-Gedenkstätte als Gastgeber einer Preisverleihung für anti-israelische BDS-Aktivistin

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Ausschnitt der Wandgestaltung mit Fotos von Deportierten in der Holocaust-Gedenkstätte Kazerne. Foto Bob.vd , CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50887487
Ausschnitt der Wandgestaltung mit Fotos von Deportierten in der Holocaust-Gedenkstätte Kazerne. Foto Bob.vd , CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50887487
Lesezeit: 2 Minuten

Am 12. Dezember 2019 verleiht die belgische katholische NGO Pax Christi Vlaanderen (Flandern) ihren Preis „Botschafterin für den Frieden“ an Brigitte Herremans, eine führende anti-israelische Aktivistin und ehemalige Mitarbeiterin der BDS-Unterstützungsorganisation Broederlijk Delen. Die Veranstaltung soll in der Holocaust-Gedenkstätte  Kazerne Dossin stattfinden. Die Gedenkstätte befindet sich neben dem ehemaligen Durchgangslager Mechelen, von dem aus belgische Juden und Roma während des Holocaust im Zweiten Weltkrieg in Konzentrationslager geschickt wurden.

„Die Wahl dieses Veranstaltungsortes stellt eine unangemessene Gleichstellung zwischen nationalsozialistischen Kriegsverbrechen und der israelischen Politik dar, eine Verletzung der Arbeitsdefinition des Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA)“, schreibt dazu die israelische Nichtregierungsorganisation NGO Monitor.

In einem Bericht vom Oktober 2019, in dem Pax Christi Vlaanderen die Preisträger bekannt gab, begründete die Jury ihre Wahl auf Herremans und erklärte, dass ihre “ Sichtweise und ihr Auftreten von dem Wunsch zeugen, die Konflikte im Nahen Osten zu verstehen und diese so ehrlich wie möglich zu interpretieren „. 

Bis Februar 2018 arbeitete Brigitte Hermanns als „Policy Officer Middle East“ für die katholische Brüsseler Organisation Broederlijk Delen des BDS. Broderlijk Delen ist ein bedeutender Geldgeber zahlreicher NGOs, die an Delegitimierungskampagnen gegen Israel beteiligt sind, darunter Defense for Children International – Palestine, eine Gruppe mit Verbindungen zur Terrorgruppe Popular Front for the Liberation of Palestine (PFLP).

In einem Interview am 12. September 2016 forderte Herremans „Sanktionen gegen Israel„. Auf die Frage nach Berichten, die einen Anstieg des Antisemitismus in Belgien zeigten, beschuldigte Herremans im selben Interview die „Verbündeten Israels“, das Ausmaß des Antisemitismus „aufzublähen“, um „von der Behandlung der Palästinenser abzulenken“

Das Forum jüdischer Organisationen in Belgien protestierte am Sonntag in einem Brief an die belgische Regierung, darunter den Premierminister der flämischen Region Jan Jambon, gegen den Plan, Brigitte Herremans zu ehren, eine Mitarbeiterin der katholischen Organisation Broederlijk Delen, der 2016 die Einreise nach Israel verweigert wurde. „Brigitte Herremans ist auf einer Anti-Israel-Mission“, sagte Hans Knoop, Sprecher des Forums jüdischer Organisationen. „Sie sollte nicht bei einer Holocaust-Gedenkstätte geehrt werden, das ist eine Schande.“

Pax Christi Vlaanderen

Pax Christi Vlaanderen ist die flämische Zweigstelle von Pax Christi International, die besagt, dass „die Strategie der BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestition und Sanktionen) einer der möglichen gewaltfreien Ansätze ist, um internationalen Druck auf Israel auszuüben“.

Pax Christi Vlaanderen ist Unterzeichner der belgischen Kampagne „Made in Illegality„, in der Belgien und Frankreich aufgefordert werden, „ihre Wirtschaftsbeziehungen zu israelischen Siedlungen zu beenden“. Zu den Forderungen der Kampagne gehören das Verbot des belgischen Imports aller „Siedlungsprodukte“, die Abschreckung belgischer Unternehmen „von Investitionen in Siedlungen“ und die Bereitstellung von Informationen für Reisende „um sicherzustellen, dass sie keine Unternehmen und touristischen Einrichtungen unterstützen, die sich in den Siedlungen befinden“.

 

 

1 KOMMENTAR

  1. Die Wahl der linken Antisemitin Brigitte Hermanns zur „Botschafterin für den Frieden“ ist Neusprech und gleichzeitig eine politische Obszönität.

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