Israelis zeigen ihre Unterstützung für das kurdische Volk an einer Demonstration in Tel Aviv. Foto Gili Yaari / Flash90
Israelis zeigen ihre Unterstützung für das kurdische Volk an einer Demonstration in Tel Aviv. Foto Gili Yaari / Flash90
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Das kurdische Rojava war eine Art Israel und die Islamisten hassten es. Sie wollten den ersten und einzigen erfolgreichen „arabischen Frühling“ zerstören.

Ein Kommentar von Giulio Meotti

In Rojava, was soviel bedeutet wie „das Land, in dem die Sonne untergeht“, das sich jetzt unter Erdogans Bombenangriffen und dem Beschuss seiner dschihadistischen Handlanger befindet, schufen die Kurden etwas, was die Meinungs- und Versammlungsfreiheit für religiöse und ethnische Gemeinschaften, direkte Demokratie, Gleichheit und Säkularismus garantierte.

In Rojava gibt es Muslime, Christen, Synkretisten, Kurden, Araber, Armenier, Assyrer, Yazidis, Turkmenen…. Nach Israel, hätte ein kurdischer Staat die erste mögliche Alternative zum politischen Islam sein können, wenn man die repressiven arabischen Regimes nicht berücksichtigt, die eine Art pro-westlicher Enklaven im islamischen Teil der Welt bilden.

Westen verschliesst die Augen vor dem Schicksal der Kurden

Das irakische Kurdistan ist heute neben Israel der einzige Ort im Nahen Osten, in dem andere Religionen und Minderheiten beheimatet sind. Nach Angaben des ehemaligen europäischen Parlamentariers Paulo Casaca hat die kurdische Regionalregierung den Minderheiten, die in anderen Gebieten des Irak weitgehend verfolgt wurden, uneingeschränkten Respekt erwiesen. Deshalb wollten die Türkei, Katar, arabische Fanatiker und weitere Gruppen Rojava zerstören. Und aus diesem Grund hätten wir Europäer, anstatt die Kurden zu verraten und den Sturz von Rojava scheinheilig zu beweinen, sie beschützen müssen.

„Schande: Der Westen verschliesst die Augen vor dem Schicksal der Kurden“, schrieb Ivan Rioufol im französischen Le Figaro. „Sie kämpften mit uns im Krieg gegen den IS. Erdogan bezeichnet dieses kleine Volk als „Terroristen“ das Frauen bewaffnet, die ihre Haare im Wind tragen und die Religion in der Privatsphäre belassen“.

Die Kurden hätten ein Denkmal verdient. Strassen hätten in Europa nach ihnen benannt werden müssen, europäische Dichter hätten Verse zu ihren Ehren verfassen und unsere Politiker hätten sie täglich besuchen sollen. Die Kurden (mit Hilfe der USA die jetzt geflohen sind) befreiten Raqqa, die Stadt in der ISIS gehängt, gekreuzigt und gesteinigt hat und Massaker an Europäern geplant hatte.

600 Kurden wurden getötet, um diese Stadt zu retten. Die Kurden öffneten ihre Städte (wie Erbil) für Christen, die von islamischen Handlangern vertrieben wurden. Nur unter den Kurden findet man westliche Freiwillige, die nicht für den Kalifen Abu Bakr al Baghdadi, sondern gegen ihn kämpften.

11.000 Kurden starben im Kampf auf unserer Seite gegen die Enthaupter. Entschuldigung, nicht „auf unserer Seite“, sondern an unserer Stelle. An Stelle von uns europäischen Sybariten und Pazifisten, die nicht in der Lage sind, all die berühmten „Werte“ zu würdigen, die wir der Welt gerne predigen.

Giulio Meotti, Kulturredakteur bei Il Foglio, ist ein italienischer Journalist und Autor.  Auf Englisch zuerst erschienen bei Arutz Sheva. Übersetzung Audiatur-Online.

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